„Watt haltet iahr davon, wenn wa`n Tach vor Himmelfahrt, weil wa noch untreeniert sint, mit meinen Konterjan-Wolga nach Schollene düsen. Dett is zwar int Auslant, aba det lach ja bis 1952 vor de Tür!“- „An dein`n Saporosch biste wohl vor de Wende in`n Tran jekomm oda haste jedacht lieba den als jarkeen, Mulle?“- „Int Nachhinein haste Recht. Nun stehta sich de Beene in`ne Jaraje in Bauch, aba sein Wert steicht, weil hiar nur noch vier Stück in`n Bund anjemeldet sint. Der wirt schnell`n wertvolla Oldtimer!“ „Kaalheinz meint, wenn de det jloobst, wirste selich!“- „Aba Mulle, wenn wiar`n Wort loswerde`n woll`n, mußte wejen de Innenjeräusche ooch mal anhalten in de Lantschaft an Tritt-See!“- „Mikki, hat an den See nich der olle Jontard aus Wudicke in sein Jachthaus mit Schmeling unt Udet unt ick weeß nich wen jefeiart. Udet soll ja sojar da jelandet sein wie Willy Stoph zu DDR Zeiten zut Manöva in de Klietza-Heide. Da sint wa in`ne jeschichtsträchtije Jejend. Obn uff`n Berch jing et nach Ebeljünde in`n Jrund. Det vaschwand wie untajejangene Dörfa in`n „Dreizichjährjen Kriech!“ „Hattet hier in de Heide nich ooch oft jebrannt?“ "Früha alle Jubeljaahr, zuletzt 1938. Sicha wejen Roochen oda wechjeworfene Biarflaschen von Waldarbeita oda Liebespaare!"- „Nu komm wa an Neu-Schollene vorbei durch de Eichenallee, wo dear Reichsminista Schiele in de Weimarer Republik det Kaartoffelmehl mit de „Dreihasen“ machen ließ. Links an`n Waldesrand vor Schollene is dear Havelblick. Da machen wa Ausschau. In meine Kintheit war da ne Tafel, davon hab ick noch`n Foto, unt mit ne Lupe hab`ick den Text entziffaat:
„Wer diesen Ausblick hat gesehen, der bleibt gewiß bewundernt stehen. Drum setz dich lieber Wandersmann, sieh diesen Blick recht lange an! Erzähl den Freunden in der Ferne, wo du geweilt hast oft und gerne. Schollene mit dem Havelblick an den man denkt so gern zurück!“
„Von Grütz bis Parey, de Havel unt de Rhinowa-Berje dahinta!“
„Kaalheinz, du bist ja so stille. Is diar nich jut?“- „Pustekuchen, Mikki unt Mulle, ick habe Durscht nach det Biar aus de kleene Brauerei, det iaht so jelobt habt, weilet frisch jebraut sein soll unt uff`ne deftije Mahlzeit. Zuvülle Jeschichte unt Kultuar schlächt uff`n Magen und ooch uff det Jehirn, det leert so!“ „Na denn Prost iahr Lieben hiar in Schollene. Uff ne alte Karte heißt et Nie, sicha weil eena mit ne Hasenscharte Knie nich sprechen konnte unt uff lateinisch soll et von scolender, ooch Knie, aba det von de Havel, die eent nach Norden macht unt wo vor det Schloß ne Burch war. Imma wieda war wo ne Jrenze zu bewachen unt dear Winkel war lange Zankappel mit`n Erzbischof in Machteburch!“- „Nu laß man jut sein. Uff`n Mühlenberch ham se 1909 den ollen Bismarck nen Denkmal jesetzt mit Runen, weil se dachten det se olle Jermanen warn. Dabei war`n wa schon imma recht jemischt jewesen. „Von`t Lokal uff de Terrasse haste `nen Blick üban See, aus den se Heilschlamm jejen Kaalheinzen`s Jicht holn. Früha hießa Pelose, nun nen se et Fango. Dear soll wie dear Schlamm von`n Nil sint!“- „De janze Landschaft soll ja vonne Eiszeit sint, wie manche Eisblöcke liejen bliem unt als Toteis sich nen Loch schmolzen zu`n See.“- „Woll`n wa noch nen Rundjank machen durch de neue Siedlunk von den karetatinen Vaein? Det Haus nehm de Mühle soll`n Zuselhaus sein. Da drin sint keene Fensta und monotone Musik. Det soll jut sint fürt Nervenkostüm. Füar meinet war so wat mal nich jut jewesen. Danach lief icke erst recht nich rund!“- „Unt nebenan is nen Jarten dear Sinne, wo de feststell`n kannst, ob de se noch beisammen hast. Da kannste Blumen riechen, Dinge tasten, kieken unt schmecken unt in de Zukunft horchen!“- „Trinkt man noch nen Kaffe Mulle unt Kaalheinz. Ick besuch noch nen Kumpel auss`n Krankenhaus, dear hier seine letzte Bleibe hat. Den sein Humor unt meiner ham da nen Paar jejebn. Nu hatta sojar mit seine erste Frau Diamantene Hochzeit feiarn können unt is mit iaht int Heimatdorf zurückjezogen. Sowatt schafft nich jeda.“- „Ziehe Leine unt nen schönen Jruß von uns. Wir lassen anschreim. Unt denke dran, dein Zappelfrosch hat Sehnsucht nach seine Karaje. Aba zurück ham ja de Ferde imma jefund`n. Die Hoffnung stirbt zuletzt."
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