Der rote Adler fliegt weiter im Steigflug
Brandenburgs unbestrittene Landeshymne ist 75 Jahre alt
von Werner Bader
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Zum Vermächtnis von Gustav Büchsenschütz
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"Der rote Adler fliegt weiter im Steigflug,
hoch über Sumpf und Sand,
hoch über dunkle Kiefernwälder,
heil Dir, mein Brandenburger Land".
Seit der Wende wird die "Märkische Heide, märkischer Sand" wieder gesungen, bei allen Feierlichkeiten, oft stehend, bei allen Volks- und Heimatfesten, zu Hause, in der Schule, im Rundfunk, in den Vereinen und in Kneipen. Das Lied war vor dem Krieg ein Hit. Während der Jahrzehnte dauernden Spaltung Deutschlands blieb es das Lied der Brandenburger, wo immer sie lebten, vor allem der Vertriebenen und Flüchtlinge in Westdeutschland.
In der DDR war es zwar nicht verboten, aber unerwünscht. Längst ist es wieder ein Hit geworden. Nach der Wende wurde es schnell die heimliche Landeshymne Brandenburgs und sie ist es seit langem unbestritten. 75 Jahre ist sie alt und kein bisschen leiser. Ministerpräsident Stolpe schrieb in seinem Geleitwort für die dritte Auflage des Buches "Steige hoch, du roter Adler", "es ist inzwischen an Popularität kaum zu schlagen".
Er stellte fest: "aus jedem Ton des Liedes klingt Heimatverbundenheit und Liebe zur Mark Brandenburg. Identität, Annäherung an die Historie - dies alles steckt in den Textzeilen, in den Noten." Beides, Text und Noten, stammt von Gustav Büchsenschütz, diesem quirligen märkischen Berliner, der nach seiner Pensionierung noch über ein Jahrzehnt lang engagiert und kenntnisreich mit dem sprichwörtlichen Berliner Humor begabt, Touristen seine Heimatstadt auf Rundfahrten erklärt hat. Er wurde der bekannteste Fremdenführer Berlins. Er konnte die Renaissance seines Liedes noch erleben.
Am 9. Februar 1996 ist er fast 94jährig gestorben. Der freundliche, im wahrsten Sinne des Wortes fröhliche, bescheidene Gustav Büchsenschütz hat mit "Märkische Heide, märkischer Sand" 1923 als gerade Einundzwanzigjähriger den Volltreffer seines Lebens gelandet. ..."
Die ungekürzte Version dieses Artikels finden Sie im Rathenower Heimatkalender aus dem Jahre 1999.
Der Beitrag wurde mit Gestattung des Rathenower Heimatbundes e.V. daraus übernommen
Gustav Büchsenschütz wurde 1902 als Sohn eines eines Gendarmen in Berlin geboren. Als Mitglied der Wandervogelbewegung schrieb er 1923 nach einer Wanderung in der Neu Vehlefanzer Jugendherberge übernachtet das beliebte Lied. Gustav Büchsenschütz starb im Alter von 94 Jahren im Februar 1996.
Ein Gedenkstein an der Dorfstraße in Vehlefanz erinnert an den Komponisten.
Die "Brandenburger Nationalhymne"
Märkische Heide, märkischer Sand,
sind des Märkers Freude, sind sein Heimatland.
Steige hoch, Du roter Adler, hoch über Sumpf und Sand,
hoch über dunkle Kiefernwälder!
Heil Dir, mein Brandenburger Land!
Uralte Eichen, Dunkler Buchenhain,
Grünende Birken stehen am Wiesenrain.
Steige hoch, du roter Adler, hoch über Sumpf und Sand,
hoch über dunkle Kiefernwälder!
Heil Dir, mein Brandenburger Land!
Blauende Seen, Wiesen und Moor,
Liebliche Täler, Schwankendes Rohr. 
Steige hoch, du roter Adler, hoch über Sumpf und Sand,
hoch über dunkle Kiefernwälder!
Heil Dir, mein Brandenburger Land!
Knorrige Kiefern leuchten im Abendrot,
Sah'n wohl frohe Zeiten, Sah'n auch märk'sche Not.
Steige hoch, du roter Adler, hoch über Sumpf und Sand,
hoch über dunkle Kiefernwälder!
Heil Dir, mein Brandenburger Land!
Bürger und Bauern vom märk'schen Geschlecht
hielten stets zur Heimat in märk'scher Treue fest.
Steige hoch, du roter Adler, hoch über Sumpf und Sand,
hoch über dunkle Kiefernwälder!
Heil Dir, mein Brandenburger Land!
"Hie Brandenburg allwege" sei unser Losungswort,
dem Heimatland die Treue, in allen Zeiten fort.
Steige hoch, du roter Adler, hoch über Sumpf und Sand,
hoch über dunkle Kiefernwälder!
Heil Dir, mein Brandenburger Land!"
Gustav Büchsenschütz - 1923.
Kommentare |

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| Kommentar: | 1 |
| von: | K.M.Hinze |
| am: | 25.07.2009 |
| um: | 00:33:33 |  | |
| Kommentar: | Erinnerungen an meine Kindheit
Aufgewachsen in Berlin-Neukölln, schickte unsere Mutter meine Schwester und mich im Alter von 9 Jahren in den Neuköllner Kinderchor zum Vorsingen. Mit Bravour bestanden wir die Aufnahmeprüfung und durften an der nächsten wöchentlichen Chorprobe teilnehmen.
Gerade zu dieser Zeit studierte der Chorleiter Bernd Behl mit den Chorkindern das Brandenburglied ein. So kehrten wir nach unserer ersten Chorprobe mit einem Textzettel und Lernaufgabe nach Hause zurück.
Später trugen wir in Krankenhäusern, Seniorenheimen und zu Bezirks-veranstaltungen zur Freude der vielen älteren Bürger oft "den roten Adler" vor.
Wenn ich heute -nun in der Ostprignitz lebend- mit dem Auto in das Brandenburger Land zurückkehre, stimme ich automatisch an der Landesgrenze in das liebgewordene Lied ein. Vielen Dank für Ihre Ausführungen, Herr Bader!
Karla M. Hinze
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