Der Weinberg von Rathenow und seine Entstehung
von Heinz Krüger
Oberflächengestalt
Der Weinberg ist der Bestandteil eines Höhenzuges, der sich östlich der Havelniederung von Süden nach Norden erstreckt. Er besteht aus vier Hügeln mit dazwischen liegenden sattelförmigen Vertiefungen.
Der nördlichste Hügel trägt die St.-Marien-Andreas-Kirche und wird Kirchberg (37 m NN) genannt. Im Jahre 1288 wurde die Vertiefu
ng zwischen dem Kirchberg und dem eigentlichen Weinberg durchstochen, um einen durchgängigen Stadtgraben zu erhalten. Auf der Südseite des heutigen Schleusenkanals erhebt sich der zweite Hügel, der den alten Friedhof und auf seiner höchsten Stelle die Friedhofskapelle trägt (51 m NN).
Sanft nach Süden abfallend, leitet ein ausgedehnter Sattel zum am südwestlichen Steilhang der Moräne liegenden dritten Hügel und zum vierten Hügel im Bereich des Bismarckturmes über, der den höchsten Teil des Weinberges mit rund 57 m über NN bildet. Im Süden der Hügelgruppe befand sich ein fünfter Hügel, dessen Südteil beim Bau der Bahn Berlin-Stendal abgetragen wurde.
Den Sand benutzte man zur Aufschüttung des Dammes, der sich durch die Havelwiesen zur Eisenbahnbrücke zieht.
Später (etwa von 1970 bis 1980) wurde dieser Hügel im Bereich des Mörtelwerkes gänzlich abgetragen.
Entstehung und Struktur des Weinberges
Der Weinberg ist eine Stauchmoräne. Er entstand in der Weichseleiszeit im Hinterland der Maximalrandlage des Brandenburger Stadiums, als sich das Inlandeis zurückzog, dabei aber zum Stillstand kam, einen kurzen Vorstoß nach Westen unternahm und vor allem den Gesteinsschutt der Saalevereisung stauchte.
Somit besteht der größte Teil des Weinberges aus Sand und Grand der Saale-Kaltzeit. In diesen ist, wie Wahnscheffe feststellte, eine Geschiebemergelbank eingelagert, die an verschiedenen Stellen zutage tritt, so am sanft geneigten NO-Hang des Berges (der zum Schulhof der 1956 fertig gestellten damaligen "Neuen Schule" abfällt), ferner am westlichen Steilhang des zweiten Weinberghügels und an den Rändern einer sich an den Südteil des zweiten Hügels anschließenden Einsenkung, an dem flachen SO-Hang (zur Heidefeldstraße abfallend) und an einigen anderen Stellen. ..."
Die ungekürzte Version dieses Artikels finden Sie im Rathenower Heimatkalender aus dem Jahre 1997.
Redaktionell bearbeitet am 12.11.07 von Robby Schmalz
Kommentare sind zu dieser Seite nicht vorhanden! |
|
|
|
|

|