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Flugzeugproduktion in Rathenow
- ein fast vergessenes Stück Industriegeschichte

 von Martin Sommerfeld

. . . Die zur Produktionserweiterung erforderlichen Baumaßnahmen in Rathenow kosteten 1937 etwa 3,1 Millionen Reichsmark. Die vom Reichsluftfahrtministerium langfristig geplante Aufteilung der Lizenzproduktion sah vor, daß das Zweigwerk Brandenburg ausschließlich für den Zellenbau und die Endmontage von Bombern zur Verfügung stehen sollte. Die neu errichteten Zweigwerke in Wittenberg und Rathenow sollten die Produktion von Flugzeug-Tragflächen übernehmen, während für Babelsberg der Leitwerksbau und die Drehteileproduktion vorgesehen waren.
In Warnemünde erfolgte vorrangig der Lizenzbau von Jagdflugzeugen unter Zulieferung des Werkes Anklam. In Rathenow wurden in erster Linie Teile für Lizenzmuster gefertigt, beginnend mit dem Bomber He 111. Vermutlich hatte das Werk später auch Anteil an der Lizenzproduktion der Jäger Me 109, Fw 190 und der Bomber Ju 88 und He 177 "Greif".
In Rathenow gab es die Fertigungshallen mit der Bezeichnung E und H. In der Halle D waren die Materialprüfung, die Presserei und der Glühofen untergebracht. In der Halle Y wurden Hobel-, Fräs- und Schweißarbeiten durchgeführt.
Die Arado-Flugzeugwerke hatten im Juli Arado-Flugzeug1935 eine Gesamtzahl von 3749 Beschäftigten, im Jahre 1938 hatte diese Zahl 14.090 Mitarbeiter erreicht. Schon 1942 standen als Folge von Einberufungen 22.000 deutschen Beschäftigten rund 4.000 ausländische gegenüber und am Ende des Jahres war die Zahl der ausländischen, überwiegend aus Fremdarbeitern, Gefangenen und Häftlingen bestehenden Betriebs-angehörigen, auf 17.600 gestiegen, während nur noch 9.300 deutsche Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Auch im Zweigwerk Rathenow wurden Fremdarbeiter und Zwangsarbeiter eingesetzt, diese kamen hauptsächlich aus Frankreich und Holland, aber auch aus Teilen Ost- und Südosteuropas. ..."

Die ungekürzte Version dieses Artikels finden Sie im Rathenower Heimatkalender aus dem Jahre 2000.

Redaktionell bearbeitet am 13.11.07 von Robby Schmalz

 


  Kommentare

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Kommentar:1
von:Peter Otte
am:15.09.2008
um:10:07:59
Kommentar:Fremd- und Zwangsarbeiter ist richtig aber auch verharmlosend. Warum steht nicht auch, daß extra ein KZ-Außenlager von Sachsenhausen neben dem Aradowerk Rathenow errichtet wurde? Und die Häftlinge in einer extra Fabrikhalle, die schwer gesichert und bewacht war zu arbeiten? Und es bei strengster Strafandrohung für die "normalen Arbeiter und Angestellten" verboten war, mit den Häftlingen zu sprechen oder gar etwas zu essen zugeben? Das gehört auch zur Aradogeschichte und zu dieser Zeit!!!

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