Schloß Nennhausen - Phönix aus der Asche
von Wolfram Bleis
Wer heute an der Bundesstraße 188 an der Abzweigung nach Nennhausen das Schild "Schloß Nennhausen" in der typischen weißen Schrift auf braunem Grund für Hinweise auf historisch und touristisch bemerkenswerte Orte sieht, empfindet es als völlig normal. Als Einheimischer nimmt man es kaum noch war, als stehe es schon seit Jahren da.
Und doch ist es noch nicht lange her, daß viele Einwohner Nennhausens der Meinung waren, der Schandfleck Schloßruine müßte schleunigst aus dem Dorfbild verschwinden und abgerissen werden. Ausgangspunkt dieser Meinungsbildung war der Brand des Haupthauses im Jahr 1983 und die folgende lange Zeit des Verfalls.
Damals waren gerade Sanierungsarbeiten an den Schornsteinköpfen durchgeführt worden, als vermutlich durch einen Kurzschluß in einer alten Elektroleitung im Dachgeschoß am 19. Juni 1983, einem Sonntag, ein Brand ausbrach. Der Feuerwehr gelang es zwar, ein Übergreifen des Feuers auf den Seitenflügel zu verhindern, der Dachstuhl des Haupthauses wurde jedoch komplett zerstört, ebenso wie ein großer Teil der Obergeschossdecke. Das Löschwasser drang teilweise bis ins Erdgeschoß.
Am darauf folgenden Dienstag, dem 21. Juni 1983, fand eine Beratung zur Schadensfeststellung und weiteren Verfahrensweise statt. Da es sich beim Schloß Nennhausen um ein Denkmal von besonderer Bedeutung, eingetragen in der Liste des damaligen Bezirkes Potsdam, handelte, standen die folgenden Aktivitäten unter der Leitung des Instituts für Denkmalpflege Berlin.
Trotz intensiver Bemühungen des zuständigen Hauptkonservators Herrn Köpping sowie der Mitglieder des Kreisdenkmalaktivs und der Interessengemeinschaft Denkmalpflege Rathenow, zu denen auch der Autor gehörte, gelang es unter den damaligen wirtschaftlichen Bedingungen nicht, kurzfristig angemessene Sicherungsmaßnahmen durchzusetzen. ..."
Die ungekürzte Version dieses Artikels finden Sie im Rathenower Heimatkalender aus dem Jahre 2002.
Redaktionell bearbeitet von M. Borgmeier
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