Informativ
|
Geschichte(n)
|
Einkaufen
|
Dienstleistungen
|
Kontakt
Übersicht
Regionale Personen
Regionale Kunst & ...
Regionalgeschichte
 Bamme
 Barnewitz
 Behnitz
 Buckow bei Grossw...
 Buckow bei Nennha...
 Böhne
 Bützer
 Damme
 Döberitz
 Ebelgünde
 Falkensee
 Friesack
 Gräningen
 Großwudicke
 Grütz
 Gülpe
 Havelland
 Hohennauen
 Jerchel
 Kotzen
 Kriele
 Liepe
 Milow
 Nauen
 Nennhausen
 Neufinkenkrug
 Paretz
 Premnitz
 Rathenow
 Rhinow
 Ribbeck
 Schollene
 Seegefeld
 Semlin
 Steckelsdorf
 Stechow
 Strodehne
 Stölln
 Vieritz
 Wagenitz
 Zollchow
Historische Souvenirs
Souvenirs der Rathenower Brautradition

Geschmack aus Sachsen-Anhalt

Weine aus der Saale-Unstrut-Region!

Erleben Sie die Vielfalt einheimischer Weine demnächst hier!

zurück Zu dieser Seite sind 3 Kommentare vorhanden! Seite drucken

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rathenow

von Gerhard Ring

Rathenow war im 19. Jahrhundert durch die Entwicklung seiner optischen Industrie über seine alten .. hier zur Webseite der Freiwilligen Feuewehr RathenowGrenzen weit hinausgewachsen. Die Einwohnerzahl war auf 11.500 im Jahre 1880 angestiegen. Weil zur Bekämpfung von Bränden die bisherige Pflichtfeuerwehr nicht ausreichte, musste eine zusätzliche freiwillige Feuerwehr entwickelt werden. So wurde am 12. Dezember 1879 durch den damaligen Bürgermeister Lange eine öffentliche Versammlung einberufen. Nach dem Vortrag des Bürgermeisters erklärten sich 56 Männer bereit, in der freiwilligen Feuerwehr mitzuarbeiten. An diesem Tage wurde eine Kommission mit der Ausarbeitung eines Statuts beauftragt.

Zu den nächsten Aufgaben zählten die Beschaffung der ersten Ausrüstungen, der Uniformen und der Gelder. Die bereits vorhandenen Spritzen wurden überholt. Im April 1880 begann durch den Oberfeuerwehrmann Haack aus Berlin die Ausbildung des inzwischen auf etwa 90 Mann angewachsenen Korps. Die Gründung der Wehr fand nach beendeter Ausbildung am 8. Mai 1880 statt. In den Vorstand wurden Stadtrat Matthes als Verwaltungsdirektor, Dachdeckermeister Hartkopf als Oberführer, Schmiedemeister Euen als dessen Stellvertreter und Buchhalter Emil Lindemann als Schriftführer berufen. Die Mannschaften der Wehr verteilten sich auf vier Züge.

Bereits im Juli 1880 musste die junge Wehr zum ersten Mal ihr Können beim Löschen eines Brandes im Vergnügungsetablissement „Elysium" (heute „Sportpalast") unter Beweis stellen. Zu dieser Zeit bekam die Wehr auch einen Gerätewagen durch den Rat der Stadt bewilligt. Ferner erhielt sie ein zweckmäßig eingerichtetes Depot nebst Steigerturm, einen Zubringer, einen großen und verschiedene kleinere Wasserwagen. Schließlich half auch der Kreis dabei, eine von der Firma Hermann Koebe in Luckenwalde hergestellte Omnibusspritze anzuschaffen. Die Wehr wäre nicht in der Lage gewesen, diese Gerätschaften anzuschaffen, hätte sie nicht Unterstützung durch viele Institutionen bekommen, denn die Beiträge der Mitglieder, die ursprünglich auf 50 Pfennig und später auf 30 Pfennig im Vierteljahr festgesetzt waren, reichten dafür nicht aus. Eine beträchtliche Einnahme erwuchs der Wehr allerdings aus den Beiträgen der außerordentlichen Mitglieder.

Im Laufe der Jahre verstärkte sich die Freiwillige Feuerwehr Rathenow. 1885 hatte sie bereits 175 Mitglieder, so dass die Einrichtung eines 5. Zuges der Wasserzubringer möglich wurde. Die Wehr schloss sich dem Verband freiwilliger Feuerwehren der Provinz Brandenburg an und war auf dem jährlich stattfindenden Verbandstag stets durch einige Delegierte vertreten. Im Jahre 1889 fand dieser Verbandstag in Rathenow statt. Eine besondere Ehre für die Wehr war, dass sie 1893 den ersten Fachkursus des Brandenburgischen Verbandes in Rathenow abhalten konnte, an dem sich 83 Kameraden aus der ganzen Provinz beteiligten, davon 6 aus Rathenow.

Die FFw Rathenow bekämpfte in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens 62 Brände in der Stadt. Außerdem rückte sie noch zum Löschen mehrerer Waldbrände und zur Bekämpfung auswärtiger Schadenfeuer zum Teil in ansehnlicher Mannschaftsstärke aus. Der größte Brand in dieser Zeit ereignete sich am 3. August 1891. Gegen 16 Feuerwehr und KircheUhr kam ein leichtes Gewitter auf, und ein Blitz schlug in das königliche Provinzialmagazin ein. Das dreistöckige Gebäude, in dem leicht brennbare Stoffe gelagert wurden wie Heu, Stroh, Mehl, Roggen und Hafer war in wenigen Stunden vernichtet. Bei allen größeren Bränden in der Stadt half die Rathenower Exportbrauerei Rutschmann bereitwillig mit ihren großen Wasservorräten aus. 1895 wurde schließlich eine 2-Zoll-Wasserleitung verlegt, durch die im Winter auch warmes Wasser floss. Im gleichen Jahr brachte man auf dem Wasserturm der Brauerei ein Nebelhorn an, das bei Bränden auch zur Alarmierung diente. Ein Jahr später entstanden 4 Feuermeldestellen in der Stadt. Sie befanden sich im Rathaus, in der Bergstraße 10 beim Stabshornisten der FFw, beim Kirchendiener am Kirchplatz 17 und in der Großen Hagenstraße auf dem Brauereigelände. Beim Eingang von Brandmeldungen musste die Brauerei verständigt werden, damit das Nebelhorn in Gang gesetzt werden konnte. Ende des Jahrhunderts nahmen die Brände zu. Von 1896 bis 1900 mussten in der Stadt Rathenow 30 Brände gelöscht werden.

Im März des Jahres 1900 bekam die Freiwillige Feuerwehr Rathenow das erste Löschfahrzeug, eine Dampfspritze. Nur wenige Städte in der Provinz besaßen solch ein Fahrzeug. Im Juni 1902 war auch die städtische Wasserleitung fertig gestellt. Damit standen für Löschzwecke 127 Ober- und 25 Unterflurhydranten zur Verfügung.

Im September 1902 gingen die Geräte der Wehr in Besitz der Stadtgemeinde über. Sie musste sich allerdings verpflichten, eine fahrbare mechanische Schiebeleiter, die ebenfalls der Stadt gehören sollte, zu kaufen. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts musste die Freiwillige Feuerwehr 42 Brände bekämpfen. Lange in Erinnerung blieb den wackeren Feuerbändigern der Großbrand aus dem Jahre 1910, der sich am 10. Januar auf dem Ziegeleigelände der Firma Matthes und Sohn ereignete. 18 Gebäude waren ein Opfer der Flammen geworden, die erst nach zehnstündigem Einsatz gelöscht werden konnten. Matthes war der Verwaltungsdirektor der Freiwilligen Feuerwehr. Als er 1914 im Alter von 84 Jahren starb, hinterließ er eine modern ausgerüstete Wehr. Sein Verdienst war es, dass er die aktiven Mitglieder der Wehr stets auf dem modernsten Ausbildungsstand hielt. Sein Nachfolger wurde C. Dombrowsky, der auch schon 30 Jahre lang Mitglied der Wehr war.

Im Mai 1917 wütete im Ländchen Rhinow ein großer Waldbrand. 300 bis 400 Morgen Wald brannten. Zur Bekämpfung fanden sich 22 Wehren ein. Viele freiwillige Helfer und Bauern wirkten dabei mit. Dennoch entstand ein Schaden in Höhe von 100.000 Mark. Der erste Weltkrieg hinterließ auch spürbare Folgen in den Reihen der Feuerwehr. Nur noch 45 Männer waren 1920 vorhanden, die in 2 Zügen zur Brandbekämpfung ausfuhren. In diesem Zeitraum genehmigte der Rat der Stadt auch die erste Sirenenanlage mit 4 Sirenen. In allen Teilen der Stadt wurden Feuermelder aufgestellt. Die Brandbekämpfungstechnik entwickelte sich weiter. 1925 bekam die Wehr die erste Motorspritze. Der Fahrer Willi Ebert war sehr geschickt und holte aus dem Fahrzeug und der Maschine Höchstleistungen heraus. Später erhielt die Wehr noch eine kleine Motorspritze geschenkt. Dadurch wurde sie zunehmend unabhängiger von den Pferden. Diese kleine Spritze bestand aus zwei Teilen. Im offenen Wagen saß die Mannschaft, im Hänger befanden sich die Pumpe und die Schläuche.

Das Jahr 1925 war sehr trocken. Am 23. Juli begann in Steckelsdorf ein Waldbrand, der sich bis an die Elbe ausdehnte. Mehrere Tage waren alle erreichbaren Feuerwehren und viele freiwillige Helfer ununterbrochen im Einsatz, um den Brand zu löschen. Die Flammen hatten sich auf 16 km ausgedehnt und schließlich 25 000 Morgen (4 Morgen sind ein Hektar) Wald vernichtet.

Am 17. August 1930 feierte die Wehr ihr 50jähriges Bestehen. Zu solchen Anlässen war es üblich, dass sich die Feuerwehrmänner mit ihrer Technik den Stadtverordneten vorstellen. Am Nachmittag fand im Schützenhaus (heute Haus der Offiziere in der Puschkinstraße) ein großes Vergnügen statt.

Drei Jahre später kam ein neues Gesetz heraus, das u. a. besagte, dass kein aktives Mitglied einer Wehr älter als 60 Jahre sein durfte. Wehrleiter Schroiff, der Nachfolger von Dombrowsky, musste seinen Dienst quittieren. Der von ihm vorgeschlagene Nachfolger Wilhelm Holstein, wurde von den Nazis, die inzwischen an die Macht gekommen waren, nicht anerkannt.

Als 1933 gegen den Willen der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr nicht Wilhelm Holstein, sondern ein gewisser Schwuchow, der den Nazis genehm war, Wehrleiter wurde, drohten die Kameraden mit dem Austritt. Damit ertrotzten sie sich bei der Stadtverwaltung doch den Einsatz von Holstein als Wehrleiter. Allerdings nannte er sich jetzt Kreisfeuerwehrführer. Die Feuerwehr wurde der Polizei angegliedert. Im August 1934 bildete sich die Freiwillige Feuerwehr in Neufriedrichsdorf, in der etwa 23 Kameraden mitwirkten. Obwohl die Kriegsvorbereitungen im geheimen schon auf vollen Touren liefen, bekam die Rathenower Feuerwehr 1938 das erste genormte Löschfahrzeug mit der Bezeichnung LF 15. Es besaß eine Vorbaupumpe, die eine Leistung von 1.500 Liter in der Minute hatte. Mit dem Fahrzeug konnten 9 Feuerwehrleute befördert werden. Auch die erste Tragkraftspritze mit der Serienbezeichnung TS 8 wurde Eigentum der Wehr. Diese Spritze mit einer Leistung von 800 Litern in der Minute ist bei den Feuerwehren noch heute gebräuchlich.

Mit dem Beginn des zweiten Weltkrieges wurden auch die Reihen der Feuerwehr mehr und mehr gelichtet. 1941 wurde deshalb eine Jungwehr aufgestellt. Als die Bombardierung der deutschen Städte zunahm, mussten auch die Rathenower Kameraden zu Löscheinsätzen in andere Städte. Vom 25. bis 27. November 1943 weilten 42 Kameraden mit ihrer Technik zum Löschen in Berlin. 5 Monate später waren sie in der eigenen Stadt im Einsatz, um nach dem Bombenangriff vom April 1944 Brände zu löschen.

Von den Kriegsfolgen war auch die Feuerwehr nicht verschont geblieben. Die Geräte existierten nicht mehr. Lediglich die alte 2000-Liter-Spritze wurde noch in der Friedhofskapelle gefunden. Die antifaschistisch-demokratische Ordnung hatte auch die Aufgabe, eine neue Feuerwehr aus dem Nichts aufzubauen. Der damalige Bürgermeister Karl Gehrmann beauftragte Wilhelm Holstein mit dieser Aufgabe. Vom sowjetischen Stadtkommandanten bekam er einen Ausweis, der ihn berechtigte, jeden Betrieb zu betreten, um Materialien für den Aufbau der Wehr zu suchen. Es gab in vielen Betrieben Motorspritzen für Feuerlöschzwecke. Einige ehemalige Mitglieder der Wehr, aber auch jüngere Bürger, erklärten sich bereit, in der Wehr mitzuarbeiten. Die Maschinisten sorgten dafür, dass einsatzfähige Spritzen zur Verfügung standen. Nach etwa 10 Tagen konnte Wilhelm Holstein dem Bürgermeister die Einsatzfähigkeit der Wehr mitteilen.

Sie war natürlich mit dem Vorkriegsstand nicht zu vergleichen. Es gab kein Fahrzeug. Das Löschgerät musste zu Fuß zur Brandstelle gebracht werden. Es gab keinen Feuermelder, so dass die Bürger oder die Polizei ebenfalls meistens zu Fuß bis zur Bereitschaftsgruppe in der Bergstraße laufen mussten. Zu dieser Zeit bestand die Freiwillige Feuerwehr Rathenow aus zwei Gruppen. Das Depot war von einer Gruppe 12 Stunden lang besetzt. Dann löste die andere Gruppe ab. Im Januar 1946 musste bei der Firma Nitsche und Günther ein Brand gelöscht werden. Im Sommer des gleichen Jahres waren auch einige Waldbrände zu bekämpfen. Im Jahre 1947 besaß die Wehr schon wieder einen PKW, der ihr gute Dienste leistete. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr beteiligten sich in den ersten Nachkriegsjahren sehr aktiv an der Enttrümmerung. Zu schwierigen Abrissarbeiten wurden sie geholt. Oft leisteten sie in luftiger Höhe, auf Mauerresten und Balken balancierend, eine gefährliche Arbeit zum Wohle der Stadt.

Das Jahr 1947 brachte für die Feuerwehrleute entscheidende Veränderungen. Ein 24-Stunden-Dienst wurde eingerichtet, und eine Berufsfeuerwehr entstand, die sich im Wesentlichen aus den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zusammensetzte. In dieser Zeit vollzog sich auch der Umzug vom Depot in der Bergstraße zur Großen Hagenstraße 32. Der durch den Krieg verschont gebliebene Teil der ehemaligen Hagenschule wurde für die Feuerwehr hergerichtet. Erst 1955 ist wieder eine Freiwillige Feuerwehr gegründet worden, die neben der Berufsfeuerwehr bestand. Sie hatte allerdings nur wenige Ausrüstungsgegenstände und auch kein Löschfahrzeug. Zunächst wurde die Technik der Berufsfeuerwehr mitgenutzt, bis ein gebrauchtes Löschfahrzeug vorhanden war. Löschmeister Willi Böhrs war der Leiter der Wehr.

Die erste große Feuerprobe mussten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr am 6. März 1956 in Stölln bei einem Scheunenbrand bestehen, den sie gemeinsam mit den Kameraden der Berufswehr bekämpften. Bei diesem Einsatz verunglückte der 20jährige Kamerad der Berufswehr, Siegfried Brümmerstedt, tödlich.

Das sollte aber nicht der letzte Einsatz im Jahr gewesen sein. Am 25. August 1956 hatte ein Sturm in der Kreisstadt beträchtlichen Schaden angerichtet. Entwurzelte Bäume waren zu beseitigen. Das Pappdach des Verwaltungsgebäudes der ROW war auf die Straße geschleudert worden. Sieben Stunden lang waren die Kameraden im Einsatz. In diesem Jahr wurde die noch recht junge Wehr auch Wettbewerbssieger in der Schnelligkeitsübung. Der Leiter, Willi BöFeuerwehr 1996hrs, konnte zum Brandmeister befördert werden. Annähernd 2 Jahre vergingen bis die Wehr ein neues Löschfahrzeug erhielt. Das war am 16. Oktober 1958. Der Leiter der Wehr. Genosse Kirchhof, übernahm das Löschfahrzeug TS 8/STA. Zu dieser Zeit waren 22 Kameraden Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Im ganzen Jahr wurden die Kameraden 28mal zur Brandbekämpfung gerufen. Darunter war auch ein Scheunenbrand in Milow in den Morgenstunden des 16. Juli, der durch einen Blitz verursacht worden war. Im Herbst des gleichen Jahres begann ein Wettbewerb, der bis zum April 1959 lief und zum Inhalt hatte, die Einsatzbereitschaft und die Schlagkraft der örtlichen Brandschutzorgane zu erhöhen. Alle Wehren im Kreis wetteiferten um die ausgesetzte Wanderfahne, die schließlich im Mai 1959 der Freiwilligen Feuerwehr Rathenow übergeben werden konnte. „Beste Freiwillige Feuerwehr des Kreises Rathenow" war darauf zu lesen. Noch ein weiteres erfreuliches Ereignis konnte in der Chronik vermeldet werden:
Der Wehr wurde ein zweites Löschfahrzeug, ein LF 8, übergeben. Der 15. Mai 1963 war sehr bedeutsam für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. An diesem Tage wurde ihnen die gesamte Technik der Berufsfeuerwehr, die einen Wert von etwa 250.000 Mark hatte, übergeben. Es handelte sich um 3 Löschfahrzeuge. Damit übernahm sie aber auch die volle Verantwortung für den Brandschutz in unserem Kreis. Die Berufsfeuerwehr hörte auf zu bestehen. Damit wurde ein Beschluss des VI. Parteitages der SED verwirklicht, der vorsah, unsere Bürger in zunehmendem Maße in die Lösung von Aufgaben einzubeziehen, die bisher der Staatsapparat wahrgenommen hatte. Auf dem Platz vor dem Kreiskulturhaus erfolgte die öffentliche Übergabe an die Freiwillige Feuerwehr. Der Wehrleiter, Brandmeister Fritz Radicke, nahm eine Übergabeurkunde entgegen.

Wenige Wochen später wurde im Wohnbezirk 18 (Neufriedrichsdorf) wieder ein eigenes Kommando der Freiwilligen Feuerwehr gebildet, und 9 Schüler der heutigen Hans-Beimler-Oberschule fanden sich zum ersten Male zu einem Aktiv junger Brandschutzhelfer zusammen, das vom Löschmeister Hans Kirchhof im vorbeugenden Brandschutz unterwiesen wurde. Im ersten Jahr dieser neuen Etappe hatten die Kameraden große Bewährungsproben zu bestehen. So war z. B. in Semlin am 26. September ein großer Brand zu bekämpfen, dessen Opfer eine Scheune, 2 Ställe und die Bäckerei wurden. Von 9.25 Uhr bis nach 23.00 Uhr waren die Feuerwehrleute gemeinsam mit der Semliner Feuerwehr im Einsatz. Wenige Tage später stand auf der ehemaligen Schiffswerft hinter dem Lichtspieltheater „Aktivist" ein Wohnschiff in Flammen. Der Brand war durch Schweißarbeiten entstanden.

Ein Jahr später gehörten 77 Kameraden dem freiwilligen Brandschutzorgan der Kreisstadt an. 1966 wird eine Frauengruppe gebildet, die aber leider nur 4 Jahre bestand.
Vielen Kameraden wird das Jahr 1968 in Erinnerung bleiben. Ende April waren schon 50 Einsätze registriert worden. Im Mai wurde die Lücke im Technikkomplex geschlossen. Die Wehr erhielt eine Drehleiter und besaß 5 Fahrzeuge. Insgesamt mussten die Kameraden 101mal zur Brandbekämpfung ausrücken.

Gelang es in diesem Jahr, die Leistungsstufe II zu erringen, bekam die Wehr zum 20. Jahrestag der DDR als erste Wehr unseres Bezirks die Leistungsstufe I zuerkannt. Auch die örtlichen Organe unterstützten die Einsatzbereitschaft der Kameraden, indem sie in der Kleinen Hagenstraße in unmittelbarer Nähe des Feuerwehrdepots einen Wohnblock bereitstellten, in den nur Feuerwehrleute mit ihren Familien einzogen. Im vergangenen Jahrzehnt haben die Kameraden in zahlreichen Einsätzen bewiesen, dass sie stets einsatzbereit sind, um das Leben der Bürger, deren Eigentum und unser Volkseigentum vor Vernichtung durch Brände zu schützen.

Der Artikel wurde im Rathenower Heimatkalender 1981, Seite 39-44, veröffentlicht und wurde daraus übernommen.

Redaktionell bearbeitet am 12.11.07 von Robby Schmalz

 


  Kommentare

[<<] 1 [>>]


Kommentar:3
von:Ina
am:09.06.2011
um:15:15:34
Kommentar:Meine vorfahren sind in steckelsdorf geboren....Fam. Herrgott oder hergott , geb 1844 in steckelsdorf und dorothea auguste elisabeth geb. schulze 1848 in steckelsdorf......weiss jemand etwas über diese familie???
freue mich über jede antwort, vielen dank im vorraus.....

Kommentar:2
von:Ingo Euen
am:04.01.2011
um:17:32:24
Kommentar:Der Schmiedemeister Euen war mein Ur-Ur-Großvater. Er war Obermeister der Schmiede-Innung und im Vorstand der Prüfungskommision. Von dieser erhielt
am 18.September 1901 sein Sohn (mein Ur-Großvater), Fritz Euen, geboren am 23. Mai 1874, den Meisterbrief des Schmiede-Handwerks.
Dieser Meisterbrief hängt jetzt bei mir an der Wand.





Kommentar:1
von:Jürgen Köpp
am:20.10.2009
um:21:10:29
Kommentar:Der Schmiedemeister Euen war mein Urgroßvater, geboren 1844 in Kotzen.

[<<] 1 [>>]

zurückSeite drucken
Regionale Dienstleister

Ausgewählte Dienstleister aus dem Havelland stellen sich vor

Werfen Sie einen Blick auf unser aktualisiertes Angebot!
 

 
© Havelland-Kiosk - All rights reserved - Powered by wodtke media