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Hermshof bei Böhne


von Fritz Burgemeister


Fritz Burgemeister

Fritz Burgemeistern, Nachfahre

Der abgebildete HERMSHOF bei Böhne ist längst vergangene Geschichte. Er befand sich über 100 Jahre in der Gemarkung Böhne, auf dem Flurstück Vossbreite am Waldesrand, unweit des damals von der Schäferei kommenden Wudicker Weges. Auf der aus dem Jahr 1902 stammenden Aufnahme ist dieser Weg im Vordergrund und der dahinter liegende Hermshof mit Blickrichtung Wilhelminenhof deutlich zu erkennen. Bei den dargestellten Personen handelt es sich um Friedrich Lewin, der Minna, die älteste Tochter des letzten Ziegeleibesitzers, heiratete. Die anderen Personen sind nicht bekannt, aber ich vermute, es sind Familienangehörige seiner Ehefrau.
Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb der Kossat Peter Herms, der 1811 geboren und in Böhne aufgewachsen ist, dieses Grundstück. Etwa 1852 baute er dort an der Stelle eines "Erdofens" eine Ziegelei mit Trockenschuppen, Brennofen und Wohngebäuden. Es war somit die 3. Ziegelei nach der Gutsziegelei und dem Ludwigshof auf Böhner Boden. Zusätzlich zu der Ziegelei
Hernshof bei Böhne

Ansicht des Anwesens

wurde auf dem Hermshof ein Landwirtschaftsbetrieb mit Stallungen und großer Scheune betrieben. In seinen besten Jahren gehörten zum Anwesen 240 Morgen (60 Hektar) an Acker, Wiesen und Wald. Dabei lieferten eine nahe gelegene Wiese mit ihrer Lehmschicht das Rohmaterial und der umliegende Wald das Holz zum Brennen der Mauer- und Dachsteine. Diese wurden dann mit Pferdefuhrwerken zu den jeweiligen Abnehmern und zur Verschiffung in den Berliner Raum an die Havel gefahren.
Nach Peter Herms übernahm den Hermshof einer seiner Söhne, Andreas Herms, dessen Grabstelle sich noch in Böhne befindet.
Die Steine aus dieser Ziegelei trugen den Stempel: HERMS BOEHNE RATHENOW. Man trifft auf sie heute noch in der Gerichtslaube des Babelsberger Parks bei Potsdam und an dem ursprünglich zum Hermshof gehörenden Dorfhaus in Böhne.
Nur zwei Generationen der Familie Herms führten den Hof mit der Ziegelei in dieser From. 1903 wurde der Ziegeleibetrieb mangels Nachfolgeregelung und wegen Veränderung im wirtschaftlichen Umfeld eingestellt. Die Landwirtschaft wurde von anderen Eigentümern bis nach dem 2. Weltkrieg weitergeführt, ehe sie in die sog. sozialistische Bewirtschaftung überging. Die dann nicht mehr genutzten Gebäude wurden in den 70er Jahren abgetragen bzw. eingeebnet.
Fotos: Wodtke und Burgemeister

Blick über den ehemaligen Standort des Hermshofes

Blick über den einstigen Hermshof

Anmerkung der Redaktion: Das landwirtschaftliche Objekt wurde erst nach dem Ende des II. Weltkrieges mit Elektroenergie erschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt diente unter anderem ein Pferdegöpel als Kraftantrieb. Die Reste des Pferdegöpels konnte man Mitte der 60iger Jahre noch hinter der Scheune erkennen.

Das Objekt war in den 60iger und 70iger Jahren bereits stark zerfallen und die Ruinen des Hofes wurden zur regionalen Baustoffgewinnung genutzt . Im Rahmen umfangreicher Meliorationsmaßnahmen Ende der 70iger Jahre wurden auch die letzten Reste der Bebauung eingeebnet.
 
Heute befindet sich an dieser Stelle eine Ackerfläche. Selbst Eingeweihten ist es nicht mehr möglich den genauen Standort von Wohnhaus, Stallungen und Scheune zu benennen.

Andreas und Karoline Herms

Ruhestätte Andreas Herms Böhne

Andreas Herms * 15.03.1837
† 31.08. 1913 und seine Frau Karoline Herms * 12.11. 1850
† 22.12.1923

 Letzte Ruhestätte des Ziegeleibesitzers Andreas Herms auf dem Friedhof in Böhne

   
Mauerziegel Herms Mauerziegel Herms Böhne

 Ziegelstein der Ziegelei A. Herms

 Ziegelstein der Ziegelei Herms Böhne bei Rathenow


Redaktionell von Hans- Jürgen Wodtke bearbeitet:
Fotos: Fritz Burgemeister + Hans- Jürgen Wodtke

 


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