25 Jahre Kreiskulturhaus Rathenow -
Millionen waren Gäste
von Wolfgang Sommer
Im Oktober 1983 ist es 25 Jahre her, da saßen zum ersten Mal Gäste auf den Polstern im großen Theatersaal des damaligen Sta
atlichen Kulturhauses. Es waren die Bauarbeiter und viele, die durch fleißige Arbeit unserer Kreisstadt ein neues Wahrzeichen, eine Stätte der Kultur, geschenkt hatten.
Zur Eröffnung spielte das Berliner Sinfonie-Orchester, das seitdem unserer Einrichtung die Treue gehalten hat und demnächst sein 70. Konzert in Rathenow geben wird.
Die Mitarbeiter des Kulturhauses, das 1964 zum Kreiskulturhaus ernannt wurde und 1978 den verpflichtenden Namen des unvergessenen Staatsmannes und Dichters Johannes R. Becher verliehen bekam, waren von Anfang an bestrebt, das Haus zu einem geistig-kulturellen Zentrum des Kreises Rathenow zu entwickeln. Musik, Tanz, Theater, Kabarett und viele andere Veranstaltungsformen, volkskünstlerisches Schaffen und Ausstellungen haben hier ihre Heimstatt.
„Das Volk mit der Kultur und die Kultur mit dem Volk zu vereinen - das ist Ziel der Kulturpolitik in unserem Staat der Arbeiter und Bauern".
Dieser Ausspruch des ersten Präsidenten unserer Republik, Wilhelm Pieck, ist bestimmend für die Arbeit. Durch ein reichhaltiges, vielseitiges und altersdifferenziertes Veranstaltungsangebot möchten wir den unterschiedlichsten Bedürfnissen und Neigungen unserer Bürger Rechnung tragen. Dass das dem Mitarbeiterkollektiv des Kreiskulturhauses „Johannes R. Becher", Rathenow, welches bereits viermal mit dem Ehrentitel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit" ausgezeichnet wurde, bisher recht gut gelungen ist, sollen zwei Zahlen verdeutlichen: In den vergangenen 15 Jahren besuchten über 3,5 Millionen Gäste die rund 11.000 Veranstaltungen und Ausstellungen des Hauses, das weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt wurde und den Einzugsbereich auch auf die umliegenden Kreise wie Brandenburg, Nauen, Kyritz, Stendal und Havelberg ausdehnen konnte.
Blättert man in den Gästebüchern, so erhält man Auskunft darüber, welche Künstler im Rathenower Kreiskulturhaus bereits ihre Visitenkarte abgegeben haben. Zu lesen ist von vielen Ensembles aus der Sowjetunion und anderen sozialistischen Ländern, von der Nationalharmonie Sofia, vom Kammerorchester der Armenischen SSR, vom Kammerorchester Lausanne
(Schweiz), vom Madrigalchor Klagenfurt (Österreich), von der unvergessenen Helene Weigel, vom weltbekannten Pantomimen Marcel Marceau, von Spjebl und Hurvinek. vom Nationalballett Senegal, von Brasil tropical, von Karel Gott, den Phudys, von Frank Schöbel, Herbert Roth und vielen, vielen anderen.
Die meisten haben mit einigen Zeilen versprochen, irgendwann einmal wiederzukommen, was einem Lob und einem Kompliment an das Rathenower Publikum gleichkommt. Wenn von der 25jährigen Entwicklung des Kreiskulturhauses Rathenow gesprochen wird, dann dürfen nicht die zahlreichen Kooperationsbeziehungen und Partner vergessen werden. Das Haus unterhält mit verschiedenen Betrieben, Institutionen, Schulen und kulturellen Einrichtungen enge und feste Partnerschaftsverbindungen.
An erster Stelle ist dabei die Vereinbarung mit dem VEB Rathenower Optische Werke „Hermann Dunker", dem Zentrum der Arbeiterklasse in der Kreisstadt, zu nennen. Anliegen dieser Vereinbarung, die bereits seit vielen Jahren zum Nutzen beider Partner besteht, ist, die Herausbildung der sozialistischen Lebensweise im Territorium zu fördern und dabei die führende Rolle der Arbeiterklasse in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu verwirklichen.
Außerdem besitzen zur Zeit weitere 28 Betriebe und Einrichtungen für ihre Beschäftigten ein Kartenanrecht für die Veranstaltungen des Kreiskulturhauses. Aus Betrieben und Schulen der Kreisstadt kommen auch die Mitglieder des Jugendklubs und des Klubrates, des Kreiskulturhauses sowie die Mitglieder der Tanzgruppen, des Kinderzeichenzirkels und des Zirkels für Modelleisenbahnbau. Unser Haus, das zu den größten und repräsentativsten Kulturhäusern des Bez
irkes Potsdam zählt, verfügt über moderne technische Ausrüstungen. Außerdem konnte in jüngster Zeit zur Verbesserung der kulturellen Betreuung für die Schwer- und Schwerstbeschädigten eine moderne Schwerhörigenanlage in den Veranstaltungsräumen installiert und der Bau einer Rampe für Rollstuhlfahrer abgeschlossen werden. Das alles war und ist nur dank der großzügigen Unterstützung unseres sozialistischen Staates möglich.
Für unsere Gesellschaftsordnung ist ein reiches geistig-kulturelles Leben charakteristisch, denn sie ermöglicht und fördert die volle Entfaltung aller geistigen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen. Deshalb wird das Mitarbeiterkollektiv des Kreiskulturhauses „Johannes R. Becher" Rathenow auch künftig bestrebt sein, durch eine sinnvolle Verbindung von Wissensvermittlung, Information, Geselligkeit und Entspannung beizutragen, die Werte des Sozialismus noch sorgsamer zu propagieren.
Dieser Artikel wurde im Rathenower Heimatkalender 1983, Seite 12-16, veröffentlicht und wurde auch daraus übernommen.
Redaktionell bearbeitet am 09.11.07 von Robby Schmalz
Fotos: Archiv KUZ
Kommentare sind zu dieser Seite nicht vorhanden! |
|
|
|
|

|