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Die Bienenzucht und ihre Bedeutung

von Manfred Berger

Viele Imker des Vereins machten sich um die Bienenzucht verdient, aber auch Streit um die richtige Zuchtrichtung und Rasse war in der Vergangenheit nicht zu vermeiden. Nachdem unsere Wald- und Wiesenbiene durch andere Rassen wie die der Italienerbiene oder der Carnica ersetzt waren, wurde 1971 durch einen Beschluß in der DDR nur noch die Carnica als Rasse zugelassen. Es geht in der Zucht um höhere Honigerträge durch Steigerung der Leistungsfähigkeit, Verbesserung der Sanftmut - weniger Stechfreudigkeit -, Wabenstetigkeit und Sauberkeit im Stock, Schwarmträgheit und eine gute Frühjahrsentwicklung wegen der Frühtracht.
Mit diesen Zuchtzielen hat man Belegstellen61 für Bienenköniginnen geschaffen. Dort wurden nur Drohnenvölker mit guter Vererbung aufgestellt und um die Belegstelle ein bienenfreier Streifen von 5 bis 10 km geschaffen. Mit dieser Zucht beschäftigten sich insbesondere Imkermeister Schröder in den Rollbergen bei Nennhausen und Imkermeister Lüning in Ebelgünde. Nachdem beide Belegstellen geschlossen wurden aus Altersgründen und durch Schießplatzerweiterung, wurde auf Initiative Karl Goldaus eine neue Belegstelle in Hohenheide geschaffen, die ab 1973 der Imkermeister Günther Lemme führte. Dieser setzte sich für die Zucht ganz besonders ein.
Die Konzentration in der Landwirtschaft auf dem Gebiet der DDR forderte neue Formen in der Bienenhaltung. Da Bienen rentabel nur über eine Entfernung von 2-3 km Honig eintragen und die Bestäubung durchführen, mußten die Bienen zu den Trachtquellen gebracht werden. So wurde in den 50er Jahren verstärkt mit dem Bau von Wanderwagen begonnen, in denen die Bienen in Paketkästen (Beuten) untergebracht waren. 38 Wanderwagen waren in Spitzenzeiten im Einsatz. Es wurden 30 Tonnen Honig abgeliefert, darüber hinaus wurden die Imker mit Gebühren für die Bestäubung entschädigt. Angewandert wurden Obstplantagen, Rapsfelder, Phacelia- und Kleevermehrungsflächen sowie Sonnenblumenfelder. Selbstverständlich wurden auch Waldgebiete, besonders Robinien-und Lindenwälder, angewandert. Die Organisation der Wanderung und die Absprachen mit den Landwirtschaftsbetrieben erfolgten durch Imker wie durch den Imkerfreund Arndt und später durch Erhard Schinkmann.

 

Die ungekürzte Version dieses Artikels finden Sie im Rathenower Heimatkalender aus dem Jahre 2005.

Redaktionell bearbeitet von M. Borgmeier


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