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Das Kunstseidenwerk „Friedrich Engels“ im Chemieprogramm

von W. Nürnberg

Wer von Süden oder von Westen unseren Kreis Rathenow betritt, der sieht schon von weitem ein bedeutendes Wahrzeichen unserer Heimat, die ausgedehnten Werkanlagen des Kunstseidenwerkes und sein gutes Dutzend hoher Schornsteine. Sie zeigen wie Finger in die Höhe, als wollten sie jedem zeigen, der durch die schöne Havellandschaft kommt, vorbei an den vielen Viehweiden, daß hier nicht nur die Milchader Berlins fließt, sondern auch ein wichtiges Zentrum der chemischen Industrie steht.

Das Kunstseidenwerk ,“Friedrich Engels“ in Premnitz, Kreis Rathenow, ist heute nicht nur überall in unserer Republik, sondern in vielen Teilen der Welt bekannt. Das war nicht immer so. Die 7.000 Arbeiterinnen und Arbeiter dieses großen Werkes haben in harter Arbeit diesen guten Ruf selbst begründet und damit dem Namen Friedrich Engels alle Ehre gemacht.
Als 1958 das Zentralkomitee der SED und die staatliche Plankommission gemeinsam die große Chemiekonferenz in Leuna durchführten, da erhielt auch das Kunstseidenwerk „Friedrich Engels“ in Premnitz seine Aufgabe zugewiesen. Im Verlaufe des 7-Jahrplanes soll sich die Produktion weiter ausdehnen und es soll damit das Werk auf dem Chemiefasersektor einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der ökonomischen Hauptaufgabe leisten. Das große Chemieprogramm hat auch bei der Entwicklung von Premnitz seine Hand im Spiel. Dieses Programm, das mit Recht als 1. deutsches Chemieprogramm bezeichnet wird, gibt erstmalig der Chemie in Deutschland Perspektiven der friedlichen Entwicklung. Stets war in der Vergangenheit die deutsche Chemie der wichtigste Grundpfeiler für die Vorbereitung neuer Kriege. Auch die Entwicklung des Werkes Premnitz zeigt die 2 Wege, welche die deutsche Chemie bisher gegangen ist. Mancher Werksangehöriger und mancher Bürger des Kreises Rathenow erinnert sich noch heute daran, wie der Grundstein in Premnitz gelegt wurde.
Als im 1. Weltkrieg immer mehr Menschen die Sinnlosigkeit des Mordens einsahen, versuchten die deutschen Imperialisten, mit dem sogenannten Hindenburg-Programm die Rüstung nochmals gewaltig anzukurbeln, um ihre Kriegsprofite zu vergrößern und ihre Machtbereiche auszudehnen. Im Rahmen dieses Programms wurde auch in Premnitz in kürzester Frist eine Pulverfabrik aus dem Boden gestampft. In den damals kleinen und unbedeutenden Ort Premnitz kamen nun plötzlich Tausende von Arbeitern von überall her und mancher Geschäftsmann wird das emsige Treiben begrüßt haben, ohne sich über die Folgen im Klaren zu sein. Auch mancher Tagelöhner auf den Rittergütern wird hier eine neue Erwerbsmöglichkeit gesehen haben, ohne auch seinerseits an das Ende zu denken. Das Erwachen kam jedoch mit Schluß des 1. Weltkrieges. Als Kriegsbetrieb wurden große Teile des Werkes demontiert, und noch heute zeigen Überreste eines alten Kraftwerkes am Rande der Werkanlagen Spuren dieser Demontage. Tausende Arbeiter wurden aus dem Werk entlassen und spürten zum erstenmal die Auswirkungen, wenn eine Industrie nur für den Krieg schafft. Selbstverständlich waren diese Entlassungen auch von großem Nachteil für das übrige Leben im Kreis.
Im Werk bemühte man sich nun, eine Friedensproduktion in Gang zu bringen. Es wurden Versuche zur Herstellung von Kunstseide und Zellwolle unternommen. In dieser Zeit dehnte sich der IG-Farbenkonzern immer weiter aus und eines Tages schluckte er auch die Köln-Rottweil AG, zu der bisher das Werk Premnitz gehört hatte. Premnitz war ein Teil des IG-Farbenkonzerns geworden. Die IG-Herren witterten Morgenluft, sie brachten Hitler an die Macht, und er hielt auch, was er ihnen versprochen hatte. Das Rüstungsgeschäft lief weiter an, die Produktion wurde auch in Premnitz ausgedehnt, die Herstellung von Zellwolle wesentlich erweitert und in Döberitz Anlagen für die reine Rüstungsproduktion, wie Salpetersäure, Eisenpulver, Bleitetraethyl usw., errichtet. Auch der Ort Premnitz veränderte sein Gesicht. Hier verfolgten die IG-Herren ihre eigene Politik. Sie unternahmen alles, die Belegschaft zu spalten, um sie zu keiner geeinten Kraft kommen zu lassen. So entstanden in Premnitz am See die Wohnviertel für die Chemiker und Techniker des Werkes, in anderen Straßen die Wohnviertel für die Meister, und schließlich gab man alle Unterstützung, um Wohnsiedlungen am Südausgang des Ortes für die Handwerker zu bauen. Sie erhielten ihr Stück Gartenland dazu und waren somit nach Feierabend beschäftigt, um keine Zeit zu haben, sich politisch zu betätigen. Die Masse der Arbeiterinnen und Arbeiter jedoch wurde niedrig bezahlt und konnte in ihren Wohnorten Milow, Nitzahn, Jerchel, Mögelin usw. bleiben, wo sie noch ein Stück Land bewirtschafteten und so mit dem niedrigen Lohn auskommen mußten. Auch von dieser Seite muß der aufmerksame Betrachter einmal vorgehen, wenn er heute durch den Kreis Rathenow geht und sich die Wohngebiete der Arbeiter des Kunstseidenwerkes ansieht. Auch andere Spuren der Vergangenheit des Werkes sind noch heute zu sehen. Manches Barackenfundament und auch manches Grabdenkmal von ausländischen Arbeitern in Premnitz und Umgebung zeugen davon, daß auch hier die IG-Herren im 2. Weltkrieg ihre Produktion ausdehnten und dazu aus fast ganz Europa Arbeiter zwangsverpflichteten und zu Hungerlöhnen für ihre Kriegsprofite schuften ließen.
Am Ende des 2. Weltkrieges aber standen die Kunstseidenwerker zum zweitenmal vor einem traurigen Erbe. Das Werk Premnitz, als Bestandteil des größten Kriegsverbrecherkonzerns IG Farben, wurde enteignet und große Teile der Produktionsanlagen in Premnitz und Döberitz wurden demontiert. Aber diesmal haben die Arbeiter auch in Premnitz die richtige Schlußfolgerung gezogen. Die sowjetischen Freunde halfen den antifaschistischen Kräften, einen neuen Weg zu beschreiten. Bald wurde in Premnitz die Kunstseidenproduktion und die Herstellung von Schwefelkohlenstoff wieder aufgenommen. In den folgenden Jahren ging es schnell aufwärts. Das Werk wuchs und das Leben in unserem Kreis wurde maßgeblich von der Entwicklung des großen Werkes bestimmt. Stolz können wir heute jedem Besucher unsere Errungenschaften zeigen. So wird der Tag nicht fern sein, an dem die Anzahl der Neubauwohnungen in Premnitz die Zahl der Altbauwohnungen (vor 1945) übersteigt. In Premnitz entstand ein neues Wohngebiet an der Thälmannstraße und ein weiteres mit etwa 1500 Bewohnern am Dachsberg. Schließlich wurde 1958 damit begonnen, ein weiteres Wohngebiet an der Havel zu erschließen.
Wem sind nicht die schönen Einrichtungen, wie das Klubhaus, das Nachtsanatorium, das Jugendklubhaus, das Sportgelände, die vielen Kindergärten usw. in Premnitz bekannt?
Der steile Produktionsanstieg und die Zunahme der Belegschaft des Werkes haben natürlich auch einen großen Einfluß auf die Entwicklung des Kreises ausgeübt. Schließlich wohnt ja noch nicht einmal die Hälfte der Belegschaft in Premnitz selbst, große Teile kommen täglich mit dem Rad, mit der Bahn oder dem Omnibus aus fast allen Orten des Kreises und über 1000 Beschäftigte aus der Kreisstadt Rathenow. So wurde es auch zu einer zwingenden Notwendigkeit, die Verbindung zur Kreisstadt enger zu gestalten, nicht nur durch die Eisenbahn, sondern auch durch den Omnibusverkehr, um günstige Möglichkeiten für den Weg zur Arbeit, aber auch zur Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen in der Kreisstadt zu schaffen. Mit großem Interesse verfolgen die Werksangehörigen den Wiederaufbau der Innenstadt von Rathenow, der neue Möglichkeiten für den Wohnungsbau, für Einkäufe

Ansicht des Chemiestandortes vor 1945

und für das kulturelle Leben gibt. Die Produktion des Werkes stieg 1958 auf über 500 Prozent im Vergleich zu 1950 und damit weit über den Vorkriegsstand. Damit wuchs auch der Anteil an der Gesamtproduktion des Kreises, so daß heute über 60 Prozent der industriellen Produktion unseres Kreises aus dem Kunstseidenwerk kommen. Bei diesem bedeutenden Anteil ist es auch kein Wunder, daß die Bevölkerung des Kreises mit großem Interesse die Aufgaben des Kunstseidenwerkes im Rahmen des Chemieprogramms verfolgt. So werden einmal die Premnitzer „Schafe“ mehr Wolle erzeugen, als Schafe hervorbringen könnten, selbst wenn die ganze Landwirtschaft des Kreises sie mit Futter versorgte! Die Premnitzer Wolle — Prelana — (Pre: von Premnitz, lana — Wolle) hat bereits einen guten Ruf und wird diesen guten Namen über die Grenzen der DDR hinaus ausdehnen. In Premnitz ist die Geburtsstätte der Entwicklung dieser neuen, synthetischen Faser, deren Produktion bis 1966/67 auf 10000 Tonnen jährlich ausgedehnt werden soll. Eine Höhe, bei der allein von einer Tagesproduktion etwa 27000 Pullover hergestellt werden können! Dann werden sicher auch die beliebten Prelana-Artikel nicht nur in der Modenschau, sondern auch in den Geschäften der Republik zu finden sein. Der Aufbau selbst geht, in 2 großen Abschnitten vor sich. Im Herbst 1960 soll die erste Fabrikationsanlage fertiggestellt sein und die Produktion aufnehmen, während 1963/64 die zweite Anlage errichtet und in Betrieb gehen wird. Die erste Anlage wird im Rahmen des großen Kredites erbaut, den die Sowjetunion unserer Republik zur Durchführung des Chemieprogramms gegeben hat. So kommt auch hier zum Ausdruck, welche Hilfe die Sowjetunion uns in allen Fragen der Entwicklung unserer Wirtschaft und unseres Staates zuteil werden läßt. Prelanafaser — Objekt der Jugend! Als die FDJ diesen Beschluß faßte, übernahm sie zugleich eine große Verpflichtung. Aber nicht nur beim Aufbau ist tatkräftig Hilfe zu leisten, auch später wird vorwiegend die Jugend in diesem Betrieb zu finden sein und sein Gesicht bestimmen. Doch nicht nur die Jugend, auch die übrige Bevölkerung hat im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes ihre Mithilfe bei der Durchführung der großen Aufgaben zugesagt und bereits tausende Stunden geleistet. Hier wird die Lösung: „Plane mit, arbeite mit, regiere mit“ zur Wirklichkeit. Premnitz hat noch mehr ,,Schafe“, die im Verlaufe des 7-Jahrplanes ihre Produktion erhöhen werden. So wird die Dederonfaserproduktion (früher Perlonfaser) weiter ausgedehnt. Wem sind nicht die Dederonfaserartikel wegen ihrer großen Scheuerfestigkeit, insbesondere bei Strümpfen, aber auch als beliebte Dederonfaser-Teppiche, bekannt? Hier sieht man, was kühner Forschergeist zu schaffen vermag, Forschergeist, der unter sozialistischen Bedingungen in sozialistischen Arbeitsgemeinschaften, bei denen Angehörige der Intelligenz und Arbeiter gemeinsam schaffen, noch schneller gute Ergebnisse bringt. Neben der Produktionssteigerung haben sich die Premnitzer Kollegen auch eine Weiterentwicklung und Steigerung der Qualität vorgenommen. So soll sie in Zukunft zu einem Teil bereits in gefärbtem Zustand an die Textilindustrie geliefert werden, etwas, was unsere Schafe noch nicht fertiggebracht haben! Dies ist heute bereits bei Prelana der Fall, wo die Faser in einer großen Palette leuchtender Farben das Werk verläßt. Des weiteren soll die Produktion an Hohlprofilfasern erhöht werden, eine Entwicklung, bei der die Faser innen einen Hohlraum hat und dadurch die Textilerzeugnisse leichter und fülliger und auch die übrigen textilen Eigenschaften der Faser weiter verbessert werden. Nach wie vor ist die Nachfrage in unseren Textilgeschäften nach Wollerzeugnissen sehr groß und kann noch nicht immer befriedigt werden. Davon ausgehend, wurde auf dem V. Parteitag der SED die Aufgabe gestellt, die Produktion an synthetischen Fasern mit Wollcharakter schnell zu erhöhen. An dieser Aufgabe wird in Premnitz die Entwicklung einer weiteren synthetischen Faser, der Lanon-faser, vorangetrieben. Eine „Pilotanlage“ soll in kurzer Frist in Betrieb gehen und gewissermaßen die Schule sein für die Ausbildung von Fachkräften und für das Sammeln von Erfahrungen, damit in einem neuen Chemiefaserkombinat in Guben eine Großproduktionsanlage aufgebaut werden kann. Das Werk „Friedrich Engels“ in Premnitz heißt Kunstseidenwerk, und das noch zu recht, denn die Herstellung von Kunstseide nimmt noch einen großen Raum im Werk ein. Bereits 1945, kurz nach Kriegsende, halfen die sowjetischen Freunde, diese Produktion wieder in Gang zu bringen. In wenigen Jahren wurde der Ausstoß von Kunstseide wieder auf die Vorkriegshöhe gebracht, und mit Beginn des ersten Fünf Jahrplans in der DDR wurde mit Hilfe erheblicher Investitionen eine Ausdehnung der Kunstseidenproduktion erreicht. Heute beträgt die Produktion an Kunstseide etwa das 6-fache gegenüber dem Vorkriegsstand und stellt über die Hälfte der Gesamterzeugung der DDR dar. Die Kunstseide ist der Rohstoff für hunderte Wirkerei- und Webereibetriebe, die daraus Kleiderstoffe, Unterwäsche und viele andere Textilien erzeugen, die zu einem Teil exportiert werden. Wenn auch heute unsere Zellstoffbetriebe noch größere Mengen von importiertem Holz verarbeiten, so ist es trotzdem möglich, daß mancher Baum aus unseren Wäldern als Zellstoff nach Premnitz kommt, um in veränderter Form als Kunstseide das Werk wieder zu verlassen. Aus der Bezeichnung „Kunstseidenwerk" geht allerdings nicht hervor, daß Premnitz als Chemiekombinat noch andere Produkte herstellt, und selbst mancher Bürger unseres Kreises wird das nicht wissen. So wird der für die Kunstseidenherstellung notwendige Schwefelkohlenstoff in einer Anlage erzeugt, von der die Werksangehörigen mit Recht sagen, daß sie, in Verbindung mit den guten Leistungen der Fachkräfte, auf diesem Gebiet das Weltniveau bestimmt. Vollkommen unabhängig von der Rohstoffherstellung für die Textilindustrie ist jedoch die Aktivkohleproduktion.
Hier wird zu einem Teil aus Sägespänen und Torf und zum anderen Teil aus Koks eine aktivierte Kohle gewonnen, die sowohl in der chemischen Industrie als auch insbesondere in der Nahrungsmittelindustrie für Reinigungs- und Filtrationszwecke Verwendung findet. Etwas abseits, der Straße, bei Döberitz-Gapel, jedoch aus den Getreidefeldern über die Bäume hinweg noch sichtbar die hohen Produktionsgebäude, liegen die Anlagen zur Herstellung von Bleitetraäthyl und Schwefelsäure, die ebenfalls zum Werk Premnitz gehören. Sie stellen immerhin mit ihren 500 Beschäftigten eine Fabrik für sich dar. Schwefelsäure, das ist das Blut der chemischen Industrie, und in Döberitz wird eine beachtliche Menge davon hergestellt. Sie wird zu einem Teil für die Chemiefaserherstellung benötigt, hat aber darüber hinaus in unserer Republik größte Bedeutung für die Düngemittelproduktion und kommt somit auch der Landwirtschaft zugute. Anfang 1959 wurde in Döberitz eine erweiterte Anlage in Betrieb genommen und zwar mit dem neuen, sogenannten „Wirbelschichtverfahren", das im Verlaufe des 7-Jahrplanes nochmals um dieselbe Anlage erweitert werden wird. Den Autofahrern dürfte das an unseren Tankstellen erhältliche rote Benzin als verbleites Benzin nicht unbekannt sein. Wenig bekannt dagegen wird sein, daß dieser Zusatz zum Normalbenzin, der in unserer Republik durch einen roten Farbstoff gekennzeichnet wird, aus der Bleitetraäthylanlage in Döberitz kommt. Diese Fabrik, mit sowjetischen Erfahrungen erbaut und Anfang 1959 in Betrieb genommen, versorgt die gesamte Republik und darüber hinaus die CSR und Volkspolen mit Bleitetraäthyl und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur weiteren Motorisierung. Durch Rekonstruktion ihrer Anlage will das neue Kollektiv in Döberitz die Produktionshöhe gegenüber 1959 mehr als verdoppeln. Wenn wir von Döberitz nach Premnitz zurückfahren und das Dutzend Schornsteine vor uns sehen, so sei darauf hingewiesen, daß allein 3 davon zum Kraftwerk gehören. Sieben Kessel hat diese Anlage und in Kürze kommt noch ein 8. hinzu. Jeder dieser Kessel schluckt pro Tag etwa 500 t Kohle. Mit den dazugehörigen Turbinenanlagen wird das Werk mit elektrischer Energie und Dampf versorgt und zudem noch Strom in das öffentliche Netz gegeben, insbesondere in den Spitzenzeiten. Wenn in unserem Kreis Stromabschaltungen der Vergangenheit angehören, so haben die Kraftwerker in Premnitz ihren Beitrag dazu geleistet. Vieles und Großes haben sich die Premnitzer Werksangehörigen im 7-Jahrplan vorgenommen. Der Produktionsumfang wird gegenüber 1958 auf über 270 Prozent ansteigen. Damit wird der Anteil des Werkes an der

Einkaufszentrum in der Ernst Thälmann Str. in Premnitz

Gesamtproduktion des Kreises Rathenow über 75 Prozent betragen. Zugleich geben die Werksangehörigen eine gute Unterstützung für die Lösung der ökonomischen Hauptaufgabe in Form der Verbesserung der Textilversorgung der gesamten Bevölkerung unserer Republik, die damit auch der Bevölkerung unseres Kreises zugute kommt. Die Entwicklung des Werkes Premnitz ist nicht zu trennen von der unseres Kreises Rathenow. So erwarten die 6500 Beschäftigten, insbesondere die rund 3500 Frauen, daß sich die Lebensbedingungen in unserem Kreis weiter verbessern werden, sie erwarten Erleichterung in der Hausarbeit, noch bessere gesundheitliche Betreuung. Unterbringung ihrer Kinder in den Kindergärten usw. Das sind Wünsche, die ihnen unsere sozialistische Entwicklung in der DDR erfüllen kann, wenn es uns gelingt, den Frieden zu erhalten. Die Verkündung des großen Chemieprogramms hat auch in manchem jungen Menschen den Wunsch wach werden lassen, Chemiker zu werden. So wird sich mancher Schüler aus unserem Kreis über die Berufsausbildung zum Chemiefacharbeiter qualifizieren oder später sogar auf die Fach- und Hochschule gehen. Groß ist der Bedarf an qualifizierten Kräften. Es sollen allein bis 1965 etwa 500 Hoch- und Fachschulabsolventen im Werk eingestellt werden. Eine Zahl, die wahrscheinlich nicht allein aus unserem Kreis gedeckt werden kann. So wird mancher junge Mensch aus anderen Gebieten der DDR hierher kommen und in unserem Kreis eine neue Heimat finden. Klar vorgezeichnet ist die Perspektive des Werkes Premnitz, wie alles in unserer Republik und damit auch in unserem Kreis. Industrielle und landwirtschaftliche Entwicklung, beide zusammen sichern die Verbesserung unseres Lebensstandards und den Sieg des Sozialismus in unserer Republik.

Dieser Artikel wurde im Rathenower Heimatkalender 1960 veröffentlicht und wurde auch daraus übernommen.

Weitere Infomaterial als:
- Bücher
- CD/ Video
 

Redaktionell bearbeitet von M. Borgmeier


  Kommentare

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Kommentar:2
von:egal
am:09.06.2009
um:23:55:36
Kommentar:das hat peter schuhmacher geschrieben und kein nürnberg

Kommentar:1
von:jue
am:23.03.2008
um:19:24:21
Kommentar:Dieser Artikel sollte doch mal überarbeitet werden, da er 1975 schon nicht mehr zeitgemäß war!

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