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Das Ende des Krieges im Ländchen Rhinow

von Jürgen Bleick

Angeregt durch ein Gespräch nach einer Veranstaltung des „Havelland-Kiosk“ mit Hans- Jürgen Wodtke habe ich mich bereit erklärt als Zeitzeuge über das Geschehen während der letzten Kriegstage, Ende April 1945, und der ersten Tage nach der Besatzung, Anfang Mai, zu berichten.

Zeitzeuge ist ja vielleicht ein bisschen übertrieben. Im November 1937 in Rhinow geboren, war ich

Jürgen Bleick im Jahr 2005

gerade 7 Jahre alt, aber ich möchte versuchen über meine eigenen Erinnerungen und das aus Gesprächen zwischen meinem Großvater und Kunden der Schneiderei Gehörte und jetzt noch bei älteren Bürgern Nachgefragte zu berichten.
Wie bereits erwähnt, wurde ich am 17. November 1937 als Sohn des Schneidermeisters Willhelm Bleick in Rhinow geboren. Mein Vater wurde 1941 eingezogen und fiel im Juni 1944 für „Führer und Vaterland“. Mein Großvater, ebenfalls Schneidermeister, führte das Geschäft weiter und meine Mutter und ich wohnten mit den Großeltern in einem Haushalt.
Eigentlich hat man in unserer Kleinstadt vom Kriegsgeschehen bis 1945 wenig gespürt. Das einzig Militärische war die 1938 – 39 auf dem Osterberg (Falkenberg) in Rhinow erbaute „Flugwache“, die zu einer Kette von Beobachtungspunkten gehörte und feindliche Flugbewegungen in Richtung Berlin beobachten und zur Vorwarnung nach Berlin melden sollten.

Später, schon im Februar 1945 wurde dieses anders. Tiefflieger beschossen Truppen- und Materialtransporte auf der Eisenbahnstrecke der Brandenburgischen Städtebahn. Ab Anfang April war sehr oft Fliegeralarm, hauptsächlich aber, wenn englische und amerikanische Bomber in Richtung Berlin flogen. Als Kinder sammelten wir die von den Flugzeugen abgeworfenen Folienstreifen und ich glaube mich zu erinnern, dass diese als Altstoff abgeliefert werden mussten. Auch wurden von den Flugzeugen leere Reservetanks abgeworfen, die von den größeren Jungen geborgen wurden. Diese bauten sich daraus Boote, da die Tanks eine derartige Form hatten. Nach den Flugzeugalarmen, abends und nachts, konnte man am Horizont die sogenannten Weihnachtsbäume als Leuchtzeichen über Berlin sehen und der Himmel über Berlin färbte sich dunkelrot. Nach den Großangriffen der Luftwaffe auf Berlin musste auch die Rhinower Feuerwehr zu Bergungs- und Löscheinsätzen nach Berlin ausrücken.

Russische, polnische, französische und englische, weibliche und männliche Gefangene und Zwangsarbeiter hatte man während des Krieges den Landwirten zugeteilt. Sie lebten dort oder waren in 3 Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Das Bastfaserwerk war ein Häftlingslager – als Außenlager einer Berliner Haftanstalt angegliedert, zeitweise auch KZ-Außenlager. In unserer Familie wurden die nötigsten Sachen und wichtige Papiere eingepackt und bei Alarmen mit in den Keller oder die Luftschutzräume genommen.

Durch die Berichte im Radio und durch Erzählungen der Flüchtlinge angeregt, wurden Textilien, Wäsche, Wertgegenstände sowie Porzellan und Konserven in Kisten und Kartons verstaut, später eingegraben oder wie bei meinem Onkel, der Landwirt in Kietz war, unter Stroh oder Heu versteckt. Anfang April wurden die Fliegereinsätze auf Berlin häufiger. Tiefflieger griffen Militärkolonnen Richtung Westen, Elbe, Havelberg und Wittenberge - auch im Raum Rhinow an. Der Schulbetrieb wurde eingestellt und der Unterricht fand in Räumen der Bastfaserwerke und den bereits geräumten Arbeitsdienstlager (jetzt Amt) statt. Es kam vor, dass auf dem Schulweg plötzlich Tiefflieger auftauchten und wir Kinder mussten uns im Birkenwäldchen oder in Hauseingängen in Deckung bringen.

Die Bürger fingen an, Notunterkünfte in Kellern und Ställen oder in Erdhöhlen in der Umgebung von Rhinow und den anderen Orten anzulegen bzw. einzurichten, um sich dort vor den anrückenden polnischen und russischen Soldaten zu verstecken. Wir, d.h. unsere Familie luden einen Teil unserer Habe auf Handwagen bzw. mein Onkel, aus Kietz, holte sie ab und wir quartierten uns bei ihnen auf dem Hof ein. Der Platz war dort schon ziemlich knapp, da schon Flüchtlinge eingewiesen worden waren und Soldaten auf dem Hof lagerten. Von unseren Habseeligkeiten wurde vieles vergraben und auf Ackerwagen verladen. Auf dem Hof hatte man einen Gummi- und einen Ackerwagen mit einem Gestell versehen und mit Bindertüchern, das waren mit Holzstäben verstärkte Leinentücher der Mühbinder, bespannt, worauf Hausrat, Lebensmittel und andere wichtige Sachen verladen wurden.

In den Straßen von Rhinow und Kietz waren Panzersperren errichtet und auf dem heutigen Lilienthal-Platz ein Notbunker gebaut worden. Zur Abwehr der Tiefflieger und zum Beschuss der Flugverbände Richtung Berlin war ein Eisenbahnflackgeschütz im Bahnwall stationiert worden. Dieses war der Grund zu einem Bombenangriff auf Rhinow am 30.04.1945, vormittags. Gott sei Dank fielen ein Großteil der Bomben in die Rhinwiesen und in die Feldmark am Berghang. Einige fielen jedoch auf Wohn- und Geschäftshäuser in Rhinow, so wie auf die Molkerei, Großhandel Merten, Bäckerei Neumann, Autoschlosser Röhl, Stall Jacob, Uhrmacher Herms und Friseur Behrend. Es gab Tote und Verletzte. In Kietz wurden die Pferde angespannt und fast das ganze Dorf fuhr Richtung Strodehne ins „Eichholz“, in ein mit Pappeln bewachsenes und mit Gräben durchzogenes Waldstück.

Die polnischen Kriegsgefangen, die bei meinem Onkel arbeiteten, kamen mit uns. Wir versteckten uns dort. Die meiste Zeit lagen wir in den Gräben, in denen zum Teil noch etwas Wasser stand, da über uns hinweggeschossen wurde. In Sandau und hinter der Elbe standen die SS bzw. Deutsche Truppen und in Rathenow und Umgebung die Polen und Russen, die sich gegenseitig beschossen. Am 2. oder 3. Mai, nachdem der Beschuss zu Ende war, fuhren wir zurück zum Hof nach Kietz. Die polnischen Gefangenen, die bei uns waren schützten uns so weit wie möglich vor Übergriffen. Sie konnten aber nicht verhindern, dass die Pferde mehrmals ausgetauscht wurden und es Probleme gab die Wagen auf den Hof zurückzubringen.

Auf dem Hof waren Soldaten eingezogen und bedienten sich. Eine russische Zwangsarbeiterin hatte den Jagdwagen mit allerhand Sachen beladen, ein Pferd eingespannt und fuhr, als wir ankamen gerade los. Sie ist aber nicht weit gekommen. Soldaten haben ihr wieder alles abgenommen. Die beiden polnischen Gefangenen blieben noch einige Zeit und haben Schlimmeres verhindert. Das Gleiche kann ich von meinen Schwiegereltern in Prietzen berichten. Auch dort haben sich die ehemaligen Gefangenen schützend vor die Menschen auf dem Hof gestellt. Ein Zeichen dessen, dass sie während ihrer Zeit auf den Höfen als Menschen behandelt worden waren. In den 70er Jahren waren etliche polnische Arbeiter mehrmals zu Besuch in der DDR und auch auf dem Hof meines Onkels. Andererseits wurde aber auch oft darüber gesprochen, dass während der Nazizeit Bauern von den Deutschen denunziert wurden, weil die ausländischen Arbeiter mit den Bauern an einem Tisch aßen, dieses aber untersagt war. Daraufhin mussten sich die Arbeiter das Essen holen und es in ihrer Unterkunft zu sich nehmen.

Wir waren noch einige Tage in Kietz und kehrten dann nach Rhinow zurück. Unser Hab und Gut, soweit noch vorhanden, wurde wieder auf den Handwagen verladen. Die Straßen waren voller Soldaten, die immer wieder vor allem nach Schmuck und Uhren suchten, auch wir gingen dorthin. Wir wollten wieder in unsere Wohnung in der Rathenower Straße 3, aber die Straße und das Haus, sowie die angrenzende Lilienthal Straße waren gesperrt. In den Gärten der Gartenstraße hatte sich ein Teil der Anwohner in Erdlöchern verschanzt. Mein Großvater organisierte, dass meine Großmutter und ich in einem kleinen Haus, in dem je Zimmer mindestens 5 Personen auf dem Boden lagen, nachts mit unterkamen. Am Tage hielten wir uns in den Gärten auf.

Ein oder zwei Tage, nachdem wir wieder in Rhinow waren, kam ein deutschsprechender russischer Offizier in den Garten und suchte einen „Umnik“, Schneider. Mein Großvater meldete sich und wurde zu unserem Entsetzen mitgenommen. Am Abend kam er zurück. Er sollte im „kaiserlichen Postamt“, am Marktplatz, mit noch 2 Schneidermeister aus Rhinow für Offiziere der Sowjet-Armee arbeiten, d.h. nähen. Am nächsten Tag machte mein Großvater den Offizieren klar, dass dort erst eine Werkstatt eingerichtet werden müsste, wogegen in der Rathenower Straße eine vorhanden war. Die Russen stimmten zu und wir durften in unsere Wohnung zurück. Aber was fanden wir dort vor! Alle Schränke waren aufgebrochen. Zu unserer Wohnung gehörte eine Kammer von ca. 2 m x 3 m, nur mit einem Dachfenster. In diese Kammer hatte man alles, was ihrer Meinung nach nicht brauchbar war, hineingeschmissen, so dass die Tür nicht aufging. Aber was blieb anderes übrig? Also wurde aufgeräumt und die 3 Schneider begannen ihre Arbeit in der Werkstatt meines Opas. Sie mussten Reparaturen ausführen und hauptsächlich aus Militärmänteln und Uniformen der deutschen Armee so genannte Kiffel und Litewkas (Uniformstücke) zum Teil auch aus Militärstoffen der Roten Armee fertigen. Der Strom war aber die meiste Zeit abgeschaltet. Die Nähmaschinen besaßen keine Motoren und zum Bügeln wurden die alten Bügeleisen mit Holzkohle hervorgesucht. Es war auch ein Bügelofen vorhanden, in dem die Bolzen der Bügeleisen erhitzt werden konnten. Auch die wurden benutzt, so dass ohne Strom bei Tageslicht gearbeitet werden konnte. Petroleum- und Karbidlampen sorgten für Licht am Abend. Durch die Kommandanten wurden ständig Kontrollen durchgeführt, auch nachts, um zu sichern, dass nicht für Deutsche gearbeitet wurde. Bei Dunkelheit wurden die aus dem Krieg noch angebrachten Fensterverdunkelungen heruntergezogen um, wenn die Haustür abends verschlossen war, etwas für die Rhinower zu nähen.

An eine Episode erinnere ich mich noch. Als mein Opa einem Offizier klar machte, dass das Petroleum verbraucht war und abends nicht gearbeitet werden könne, meinte der Offizier, dass dieses kein Problem wäre. Am nächsten Tag kam er mit einem Kanister Benzin und Salz, füllte Benzin und anteilig Salz in die Lampe und wollte sie anzünden. Aus Angst vor einer Explosion nahmen wir alle hinter den Türen Deckung. Er zündete die Lampe an und es funktionierte, ohne Explosion.

Geld für die Arbeit gab es natürlich nicht, aber die Offiziere sorgten dafür, dass die Schneider und ihre Familien nicht zu hungern brauchten. Es gab Kohlsuppe und Brot, aber auch einmal ein Stück Käse, sowie Fleisch von Tieren, die auf den Bauernhöfen geschlachtet wurden. Kindern waren sie sehr zugetan, so dass ich auch manchmal zu Obst oder Bonbons kam.

Allmählich normalisierte sich das Leben. Die übrigen Mieter kehrten in ihre Wohnungen zurück. Die Arbeit in der „Bastfaser“ wurde wieder aufgenommen, wozu Männer und Frauen dienstverpflichtet wurden. In dem Betrieb waren Generatoren vorhanden, mit denen durch die Verbrennung von Spähnen und Abfällen Strom erzeugt werden konnte. Diese wurden wieder in Betrieb genommen. In der Rathenower Straße, in der wir ja auch wohnten, waren ein Mehrfamilienhaus und mehrere Einfamilienhäuser als Soldatenunterkünfte und Lazarette belegt worden. Die angrenzende Lilienthal Straße, in der sich auch das ehemalige Arbeitsdienstlager – jetzt Kommandantur – (dann Lazarett und Küche) befand, wurde komplett gesperrt und mit einer Einheit der GPU (Militärpolizei) belegt. Zur Versorgung dieser Gebäude mit Elektroenergie wurden Leitungen von der Bastfaser verlegt und die Häuser angeschlossen. Um zu sichern, dass die Arbeit in der Schneiderei, die Offiziere hatten einen großen Bedarf an Uniformen, weiter gehen konnte, wurde auch unser Haus angeschlossen. Daraus profitierten auch die übrigen Mieter, denn wir wurden rund um die Uhr versorgt.
Zu der Zeit war es besser als in den folgenden Jahren, als täglich Abschaltungen erfolgten und Spitzenbelastungszeiten berücksichtigt werden mussten. Herr Bolicke, einer der Schneider, der in der Werkstatt meines Opas arbeitete, konnte in sein Haus zurückkehren, wogegen Herr Kreis noch weiter bleiben musste. Er wohnte mit seiner Frau auch bei uns, da sein Haus in der z.Zt. gesperrten Lilienthal Straße war. Die Kontrolle der Arbeit in der Schneiderei durch die Kommandantur erfolgte auch noch in den Jahren, als die besetzten Straßen wieder freigegeben waren. Die Arbeit für die Soldaten hatte auch für uns Vorteile. Bei der Verarbeitung der deutschen Uniformen blieben Reste übrig, aus denen für die Familie, aber auch zum Tausch gegen Lebensmittel bei den Bauern Jacken und Hosen, hauptsächlich für Kinder, gefertigt wurden.

Wenn ich heute über die Zeit des Kriegsendes und der ersten Nachkriegswochen nachdenke, ist unsere Familie sowie die Mitbewohner unseres Hauses durch den Beruf meines Opas mit einem „blauen Auge“ davon gekommen. Es gab keine Übergriffe auf Frauen und es waren wenige Tage, an denen es nichts zu essen gab. Dieses war in vielen Rhinower Familien anders. Bei den Zwangsarbeitern, die Bauern und Handwerkern für die Arbeit zugewiesen bekommen hatten, war die Beurteilung über eine anständige Behandlung unterschiedlich. Es führte dazu, dass Bäuerinnen oder Bauern von Arbeitern denunziert wurden, aber Ausländer aus demselben Betrieb sich schützend vor sie stellten und ihnen das Leben retteten. So zum Beispiel auf dem Rhinower Gut, wo russische Gefangene den Inspektor beschuldigten. Dieser musste mit mehreren Leuten eine Grube neben der Kirche ausheben und nahm an, es ist sein eigenes Grab. Englische Gefangene retteten ihm das Leben, indem sie sich schützend vor ihn stellten und aussagten, dass sie stets menschlich behandelt wurden und er sogar „schwarz“ schlachtete, um sie anständig zu ernähren.
Ähnlich war es bei einem Rottenführer der Reichsbahn. Ihm wurden polnische Zwangsarbeiter zugewiesen, die in Rhinow in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnten. Aus unbekannten Gründen wurde er abgeholt und in der Kommandantur festgehalten. Polnische Arbeiter wollten ihn zu Hause aufsuchen und man erklärte ihnen den Sachverhalt. Daraufhin gingen diese zur Kommandantur und sorgten dafür, dass er wieder freigelassen wurde. Wie auch berichtet, war in der Grundschule in der Lindenstraße ein Lazarett eingerichtet. Aus der näheren Umgebung wurden Betten, Stühle und andere Möbel zusammengetragen, Frauen aus Rhinow als Pflegepersonal verpflichtet. Das Problem kam, als die Russen abzogen und jeder wieder zu seinem Eigentum kommen wollte.

Die ärztliche Versorgung war ein großes Problem. Seuchen, wie Typhus, griffen um sich. In den Bastfaserbaracken wurden Isolierstationen eingerichtet und die Ärzte von Rhinow taten ihr Bestes. Problematisch war es, wenn ein Patient ins Krankenhaus musste. So war es z.b. bei einem Landwirt. Wie nach Rathenow kommen? Der Antrag bei der Kommandantur wurde genehmigt. Das einzige übrig gebliebene Pferd von acht wurde vor einem Wagen gespannt, das Bett mit der Patientin darauf gestellt. So ging es nach Rathenow. Für den Besuch durch Angehörige im Krankenhaus mussten wiederum Anträge gestellt werden.

Von Interesse ist eventuell das Geschehen auf dem Rhinower Gut. Die Besitzerin Frau Eva von der Hagen, befand sich zu der Zeit in Rhinow. Das Gutshaus und die Nebengebäude waren voller Flüchtlinge. Auf dem Gutshof war ein Feldlager aufgeschlagen worden. Die Küche wurde für die Verpflegung der Soldaten und Flüchtlinge genutzt. Fleisch und das übrige gab es auf dem Hof oder bei den Nachbarn. Frau von der Hagen, Kriegswitwe, wurde mit der Auflage aus Rhinow verwiesen, in einen anderen Kreis oder 100 km entfernt sich anzusiedeln. Nach wenigen Tagen war sie wieder zurück und durfte bleiben. Was war geschehen?
Frau von der Hagen, eine gebürtige von Haase, hatte den Besatzern erklärt, dass ihr Bruder am Attentat auf Hitler beteiligt war und ermordet wurde. Daraufhin durfte sie bleiben und es wurde ihr später gestattet, bei der Aufsiedlung des Gutes eine Siedlung zu übernehmen, was sie auch tat. Sie ist später in Rhinow verstorben.

Es gibt aber auch Lustiges zu berichten. Dieses war, wenn die Soldaten Rad fahren wollten. Sie kannten ja so etwas nicht und lagen oft auf der Nase. Manche warfen danach die Räder weg und wir Jungen versuchten sie in Sicherheit zu bringen, um sie später selber zu nutzen. Manchem passierte es, dass sich der rechtmäßige Eigentümer wieder meldete.

Nachdem ich in der letzten Zeit mit vielen älteren Rhinowern gesprochen habe, gäbe es noch viel Interessantes zu berichten. Es ist mir dabei besonders zum Bewusstsein gekommen, wie wichtig es ist, gerade diese Zeit – Ende des Krieges und Anfang der Nachkriegszeit – aufzuarbeiten und damit der Jugend näher zu bringen. Zeitzeugen sterben allmählich aus, die berichten können und die junge Generation erfährt von dem Geschehen dieser Zeit nur aus Büchern, als Geschichte, Zahlen und Fakten.

 

Redaktionell bearbeitet von M. Borgmeier


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