Gerhard Falco - der Gründer von Stechow?!
Wolfram Bleis
Bis zum Bau der Umgehungsstraße, der B 188 südlich um Stechow, erreichte man aus Richtung Rathenow unvermittelt mit dem Ende des Waldes, durch den die Chaussee seit Rathenow geführt hatte,
das Dorf Stechow. Selten sind fast alle landschaftlichen Elemente der Mark Brandenburg so um einen Ort vereint wie hier: dichte Wälder, sandige Heideflächen und sumpfige Wiesen, aber auch alte schattige Alleen, die durch weite hügelige Ackerflächen führen. Diese abwechslungsreiche Landschaft bot seit Jahrhunderten die Existenzgrundlage für die hier lebenden Menschen. Diese lange Geschichte des Ortes wird nicht zuletzt in der kleinen mittelalterlichen Kirche in der Dorfmitte sichtbar. Der Ursprung dieser Geschichte liegt jedoch wie bei fast allen vergleichbaren Orten im Dunkeln. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Stechow datiert aus dem Jahr 1375, als es im Landbuch Kaiser Karls IV. aufgeführt wird. Die kontinuierliche urkundliche Überlieferung des den Namen „Stechow" tragenden Geschlechtes im Havelland beginnt jedoch bereits mit „Ekchardo de Stechow" als Zeugen in einer Urkunde Markgraf Waidemars vom 26. Februar 1317, ausgestellt in Rathenow. Aufgrund der Namensidentität zwischen dem Ort und dem Familiennamen „Stechow" wurde im 19. Jahrhundert vermutet, dass wie in vielen
anderen Orten Brandenburgs die nach der Eroberung des Havellandes durch Markgraf Albrecht den Bären später eingewanderte Familie den Namen des Ortes, an dem sich ihr vom Markgraf verlehnter Adelssitz befand, zu ihrem Familiennamen machte. Im Fall von Stechow bestehen jedoch berechtigte Zweifel an diesen Annahmen, wie im folgenden gezeigt werden kann.
Die ungekürzte Version dieses Artikels finden Sie im Rathenower Heimatkalender 2006.
Mehr Infos zu Stechow hier.
Redaktionell bearbeitet von M. Borgmeier
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