Das Havelland in Slawischer Zeit
Am Ende des sechsten Jahrhunderts hatten die germanischen Sueben (Schwaben) das Havelland im Zuge der Völkerwanderung bis auf eine Restbevölkerung verlassen. Das archäologisch fassbar letzte Zeugnis ihrer Anwesenheit sind bislang das Körpergräberfeld von Ketzin [4], dessen letzte bekannte Bestattung gegen 560 n. Chr. erfolgte und ein silberner Kolbenarmring aus Wa-chow [a] aus der Zeit um 600 n. Chr.. Eine 1993 in Wustermark [15] gefundene goldene Bügelfibel (Gewandspange) aus der merowingischen Epoche (575-725 n. Chr.) deutet möglicherweise auf germanische Bevölkerungsreste sogar noch zu jener Zeit. Etwa aus diesem Zeitraum stammen die ältesten Spuren slawischer Einwanderer im Havelland. Für den Verbleib einer germanischen Restbevölkerung spricht die Überlieferung der germanischen Flussnamen von der Havel und ihren Nebenflüssen wie Dosse, Rhin, Peene, Ernster, Nuthe, Telte, Spree und Dosse/ Muhr. Die von den slawischen Einwanderern
benutzten recht uniformen und einfachen unverzierten Töpfe aus grob gema-gertem Ton vom PRAGER TYP und SUKOWER TYP (benannt nach be- rühmten Fundorten), die im Verbund mit unterschiedlichen Leichenbrandbestattun-gen und besonderen Hausformen gefunden wurden, wirken im Havelland zu jener Zeit fremd, sind jedoch aus dem östlichen Mitteleuropa und Osteuropa wohlbekannt. Auf Grund der Verbreitung dieser Hinterlassenschaften ließen sich zwei Haupteinwanderungswege ermitteln. Die Einwanderung erfolgte offenbar in mehreren Wellen.Die Ungekürzte Version des Artikels finden Sie im Heimatjahrbuch 2004 für Falkensee und Umgebung
Redaktionell bearbeitet von M.Borgmeier
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