Das Jederitzer Tor
von Joachim Freimuth
Das umseitige
Bild zeigt uns das Jederitzer Tor von der Jederitzer Straße aus.
Das rechts hinter dem Tor hervorstehende Haus war das Haus des Torwärters. Es ist noch heute in dieser Form erhalten.
Das obere Bild stellt eine Gesamtansicht des Jederitzer Tores dar. Wir blicken durch das Tor auf die Jederitzer Straße bis zum alten Rathaus und zur St.-Marien-Andreas-Kirche.
Der geneigte Leser möge mir gestatten, ein wenig über die Geschichte dieses für unsere Stadt so wichtigen historischen Bauwerkes zu sagen: Vor mehr als einem halben Jahrhundert, im Januar und Februar des Jahres 1886, fiel dieses Jederitzer Tor als das letzte Tor der Altstadt der Spitzhacke zum Opfer. Damit war Rathenow wieder um einen wichtigen Zeugen historischer Vergangenheit ärmer. Damit setzten sich die Gegner jeder Pflege kultureller Vergangenheit gegen heftige Proteste der Rathenower Bevölkerung und gegen die Ansicht von Kunsthistorikern durch, die diesem Bauwerk wegen seiner Seltenheit in der Ausführung und wegen seiner Schönheit den Bestand gönnten.
Das Jederitzer Tor, wie es auf den beiden Abbildungen zu sehen ist, wurde in den Jahren 1721/22 errichtet. Durch seinen schönen tiefroten Farbton, der stets vom Putzüberzug verschont geblieben war, erhielt dieses Bauwerk seine besondere Note, die auf jeden Beschauer ihre Wirkung ausübte. Als der Kampf um die Beseitigung dieses Tores heiß tobte, wurden auch mehrere Vorschläge eingereicht, das Tor an anderer Stelle als Denkmal wieder zu errichten. Diese teilweise sehr guten Vorschläge wurden verworfen wie die Anordnung des preußischen Kultusministeriums, das Tor zu erhalten, stillschweigend übergangen wurde. So bleibt uns heute nichts weiter übrig, als dieses Bauwerk auf Bildern zu betrachten, die uns naturgemäß die Schönheit und Bedeutung nur ahnen lassen.
Dieser Artikel wurde im Rathenower Heimatkalender 1962, veröffentlicht und wurde auch daraus übernommen.
Redaktionell bearbeitet am 09.11.2007 von Robby Schmalz
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