Rathenow im 30jährigen Krieg
von Joachim Freimuth
Das 17. Jahrhundert ist durch ein Ereignis besonders gekennzeichnet: den 30jährigen Krieg.
Er war der furchtbarste Krieg, den das deutsche Volk durchzumachen hatte, und wurde eigentlich nur noch in der Neuzeit von den Schrecken des 2. Weltkrieges übertroffen. Es gab ganz wenige Landstriche Deutschlands, die von den unmittelbaren Ereignissen des Krieges verschont blieben.
Die mittelbaren Folgen, wie eine unheilvolle politische Zerrissenheit, Rückgang von Handel und Wandel und damit eine gänzliche Verarmung des deutschen Bürgertums sowie die Überführung der Bauern in die Leibeigenschaft, hatte schließlich das gesamte deutsche Volk zu tragen.
Krieg und Leidenszeit beginnen
Ehe wir auf die Ereignisse eingehen, die sich während dieser Zeit in Rathenow abspielten, wollen wir kurz die Ursache jenes nationalen Unglücks kennzeichnen: Die Fürsten Deutschlands strebten nach völliger Unabhängigkeit vom Kaiser, während dieser sie seiner Herrschaft unterordnen wollte. Jeder Versuch des Kaisers wurde von den Fürsten mit Widerstand beantwortet. Diese Zersplitterung Deutschlands nutzten die europäischen Mächte aus und unterstützten diese oder jene Fürstengruppe, um das Machtstreben der deutschen Fürsten für ihre eigenen Ziele auszunutzen. In den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts fielen die deutschen Fürsten endgültig in zwei Lager auseinander: Die protestantischen Fürsten schlossen sich zur Union zusammen, während die katholischen sich in der Liga vereinigten. Hinter jeder dieser Fürstenbünde standen europäische Großmächte, die nur darauf warteten, dass die Lunte ins Pulverfass fiel.
Als im Jahre 1618 mit dem Prager Fenstersturz der Konflikt in Böhmen begann, war damit gleichzeitig der Anlass zu jenem 30jährigen entsetzlichen Krieg gegeben.
Von allen deutschen Ländern hatte keines so zu leiden wie die Mark Brandenburg, und keine märkische Stadt litt mehr als Rathenow.
Dies geschah, als sich der Krieg über Böhmen hinaus, wo er seinen Anfang genommen hatte, nach Norden hin ausweitete.
Am 12. Februar 1626 erschien vor Rathenow ein Heerhaufen des Grafen von Mansfeld unter dem Befehl des Obersten Kniphusen. Der Oberst forderte die Stadt zur Übergabe auf. Er versprach auch, die Stadt zu schützen, dass sie von allen feindlichen Anschlägen befreit sein und bleiben könne. Auch wolle er solche Ordnung halten, dass sich niemand mit Fug und Ursach zu beschweren nötig haben werde. Der Rat der Stadt bat aber den Kurfürsten von Brandenburg um Hilfe und begann die bewaffnete Verteidigung.
Da die Bürger auf die Hilfe des Landesherren hofften, wiesen sie auch eine zweite Aufforderung zur Übergabe ab. Darauf begannen die Mansfelder, die Stadt mit grobem Geschütz zu beschießen. Zwölf Schuss wurden abgefeuert. Dabei beklagten die Bürger Rathenows in dem Krämer Jürgen Stiefeler ihren ersten Toten.
Leider aber war auf die Hilfe des Kurfürsten von Brandenburg doch nicht zu rechnen. Deshalb übergaben die Rathenower ihre Stadt an den Obersten. Dieser versprach zwar, nur mit 70 Mann in die Stadt zu ziehen und gute Manneszucht zu halten, aber es waren leere Worte.
1500 Soldaten zogen in die Stadt ein und ließen es sich wohl darin sein. Seit diesem Tage ist dann Rathenow für 22 bittere Jahre nicht mehr von dem Kriegsvolk frei geworden. Fortwährend war es als wichtiger Havelplass und Einfallstor in das Erzbistum Magdeburg ein Tummelplatz der verschiedenen Parteien. Waren die Mansfelder gerade abwesend, kamen bestimmt die Schweden, Kaiserlichen oder Sachsen. Und jeder wusste aus den Einwohnern herauszupressen, was nur möglich war. Keiner kümmerte sich dabei um die vorher abgegebenen schriftlichen Versprechen. Jeder, ob Soldat oder Offizier, befolgte den einmal von Wallenstein geprägten Satz: Krieg ernährt den Krieg.
Das Leid des Volkes
Doch kehren wir zu den unmittelbaren Ereignissen jener Zeit zurück. Schon die erste Einquartierung brachte viele Rathenower an den Rand des Ruins. Die Folgen dieser Repressalien waren, wie es in einem Brief an den Kurfürsten hieß, dass viele Mitbürger wegen dieser großen Bedrängnis aus Herzeleid und Gram dahinstarben, viele auch Haus und H
of stehenließen und, weil sie nichts mehr zu beißen und zu brechen hatten, sich sowohl bei den Mansfeldern als auch bei dem Kurfürsten anwerben ließen.
Im Herbst 1626 standen bereits mehr als 50 Häuser leer. Als die Mansfelder Rathenow verließen, rückten brandenburgische Truppen ein, die es aber nicht besser trieben als ihre Vorgänger. Der Kapitän Schwedt erhielt eine gehörige Rüge wegen des Mutwillens seiner Soldaten gegen die Untertanen im Havelland. Ein anderer Kapitän, Johann Beer, wurde am 27. Dezember 1626 von dem uckermärkischen Landreiter Niklaus Heidepriem, der sich vorübergehend in der Stadt aufhielt, in einer Art Selbsthilfe erschossen. "Der Täter aber hat sich in selbiger Nacht über der Mauer davongemacht."
Im Frühjahr des Jahres 1627 rückten kaiserliche Truppen vor die Stadt und warfen die kurfürstlichen hinaus. Sie brachten der Stadt einen ganz enormen Schaden: In der Zeit ihres Aufenthaltes von 1627 bis 1630 mußte die Stadt für die Besatzung insgesamt 57 573 Taler aufbringen. Die Zahl der Soldaten belief sich auf 300 bis 500.
Hierbei muss noch erwähnt werden, dass unsere Heimatstadt damals nur so groß war wie heute die Altstadt ist.
Wöchentlich erhielt ein Hauptmann 50 Taler, ein Leutnant 20, ein Fähnrich 15, ein Feldwebel 5, ein Furier, ein gemeiner Weibel, ein Feldschreiber und ein Feldscher je 4, ein Korporal 3, ein Gefreiter 2 und ein gemeiner Soldat l Taler.
Daneben mussten die Bürger für jeden gemeinen Soldaten täglich 2 Pfund Brot, 2 Pfund Fleisch und 2 Maß Bier aufbringen. Dazu kamen dann noch die Lagerstätten, Holz und Licht. Die Pferde mussten mit Futter versorgt werden. In kleinen Wohnhäusern standen diese auf dem Flur am Feuerherd.
Vielerlei Grausamkeiten wurden verübt
So ist uns bekannt, dass das Kind des Ackermannes Matthias Pritzkow am 30. Juni begraben wurde, "dessen Häuptlein ist verwundet gewesen von einem Stich, welchen ein Soldat dessen Mutter im Leibe getan hatte". Auch der Fischer Borchert Brune wurde von einem Sold
aten ermordet.
In einem weiteren Schreiben an den Kurfürsten beklagte sich der Rat der Stadt über die zunehmenden Gräueltaten der entmenschten Soldateska, "wie sie von dem Kriegsvolk gepresst und gedrückt werden, also daß sie an den Bettelstab geraten und ihre Häuser, daraus sie geprügelt werden, verlassen müssen. Es wird keiner von seinen einquartierten Soldaten für einen Hauswirt gehalten, sondern muß ihr rebellischer Schelm, Ketzer und Dieb sein. Ist auch soweit kommen, dass sie und ihre Kinder nicht mehr essen und trinken müssen, denn was ihnen die Gäste gönnen. Ihre fahrende Habe muss dagegen unter dem bloßen Himmel bleiben, verschmachten und vor die Hunde geschleppt werden. Das Korn, davon gebacken und gebrauet wird, muss man täglich, und zwar im Überfluss, hergeben und selbsten das Tränenbrot essen und das Wasser der Trübsal trinken. Die Häuser, Scheunen und Ställe, die Weinberge, Acker und Gärten werden zerrissen und verdorben. Ist solches nicht zu erbarmen?"
Der Krieg dehnt sich weiter aus
Der Krieg dehnte sich im Laufe der Zeit immer weiter aus. Im Jahre 1630 griff der Schwedenkönig Gustav Adolf ein, angeblich, um seine bedrohten evangelischen Glaubensbrüder in Deutschland zu unterstützen. In Wirklichkeit aber, um die gefährlich gewordene Macht des Kaisers, durch Wallenstein errungen, zu zerschlagen und weitere Gebiete Deutschlands zu erobern. Wir können heute nur ahnen, welchen Schrecken die Schweden damals um sich verbreiteten. Auf dem Vormarsch nach Süden kam das schwedische Heer mit Teilen auch nach Rathenow. Hier verdrängte es die kaiserlichen Truppen, um selbst Einquartierung zu hinterlassen. Für die ersten schwedischen Truppen im Jahre 1631 musste die Stadt über 7700 Taler aufbringen.
Die Zerstörung Magdeburgs
Auch mit der Eroberung Magdeburgs und der folgenden Einäscherung der Stadt durch die Soldateska des Generals Tilly kam unsere
Stadt in mittelbare Berührung. Darüber berichtet eine alte Chronik: In der Mitte des Monats Mai 1631 wanderten mühselig einige Menschen mit vergrämten und elenden Gesichtern von Süden her der Stadt zu. Ein Mann zog einen Karren, auf dem müde Kinder saßen und Bündel hastig zusammengeraffter Habe lagen. Frauen hinkten nebenher oder versuchten mit schwachen Kräften den Karren mit voranzuschieben. Sie trugen städtisches Zeug, das zerrissen und brandfleckig war. Doch sah man ihnen wohl an, dass sie bessere Tage gesehen hatten. Als sie sich nun dem Weinberg näherten, wurden sie plötzlich von Bewaffneten angehalten. Ihr Entsetzen legte sich, als sie vernahmen, dass es Bürger der Stadt waren, welche aus Selbsthilfe mit ständigen Wachen und Streifen sich gegen marodierendes Kriegsgesindel schützten.
Es waren Bürger der Stadt Magdeburg, denen es gelang, sich zu retten und die nun die grausame Kunde von der Zerstörung dieser einst so bedeutenden Stadt an der Elbe nach Rathenow brachten. Da in Rathenow sehr viel Bürger ihr Haus verlassen hatten, fanden die magdeburgschen Flüchtlinge sehr bald ein Unterkommen in der Stadt.
Das Leid erreicht seinen Höhepunkt
Das Jahr 1636 brachte für unsere Stadt den Höhepunkt der Not und des Leidens. Inzwischen waren sämtliche bedeutende Feldherren des Krieges tot. Es kam zu keinen großen Kriegshandlungen mehr. Der Krieg artete vielmehr immer mehr zu groß angelegten Raub- und Beutezügen aller Heere aus.
Seit dem Jahr 1636 hausten wieder einmal die Schweden in der Stadt. Lassen wir über die folgenden Ereignisse eine alte Chronik sprechen: Am 7. Mai anni eiusdem (gleichen Jahres) wurde die Stadt durch die unter dem Befehl des kaiserlichen Generals Hatzfelden stehenden Völker belagert und mit Sturm erobert, von Hause zu Hause, ja Kirchen und Schulen ausgeplündert und mit starker Einquartierung entleeret.
Am 9. Mai anni eiusdem allsofort vom schwedischen General Bannier mit etlichen Regimentern ankommend, wiederum sich bemächtigt. Es wurde danach als Besatzung der schwedische Obristleutnant Franz Knörringk mit vier Kompanien Dragonern einlogieret. Dieser erteilte am 10. August den Befehl, die große Vorstadt zwischen Stein- und Jederitzer Tor niederzubrennen. An diesem Tage gingen 21 Wohnhäuser, 72 Scheunen und 7 Vorwerke in Flammen auf. Es rückten nun gegen die Stadt die kaiserlichen und kursächsischen Völker von etlichen Regimentern, worüber General Hans Kaspar von Klitzingk kommandieret. Diese verfütterten alles vor der Stadt auf den Feldern stehende Getreide oder machten es zunichte, während sie die Stadt vom 31. August bis 3. September belagerten und vier Tage die Stadtmauern und Schanzen mit halben Kartaunen beschossen. Am 3. September mit Sturm einkommen, wurde die Stadt totaliter ausgeplündert und weder Kirche noch Rathaus verschonet, worin und woraus alles weggenommen und verderbet, ja die Leut bis auf bloßer Haut ausgezogen und von ihnen Geld und Gut, so etwas vergraben, erpresset.
Solches ungeachtet, wurde der Ort dennoch mit starker Garnison beleget, wodurch vollends die Bürger um das Ihrige gebracht wurden. Wie die Kaiserlichen mit den Einwohnern umgingen, hat noch kein Mensch so kläglich beschreiben können.
Wie weit die Zuchtlosigkeit der wüsten Horden bereits vorgeschritten war, mag folgendes Beispiel zeigen.
General Klitzingk hatte den sächsischen Hauptmann Uplitz beauftragt, das Hauptportal der Kirche zu besetzen, um diese vor der Plünderung zu beschützen. Dieser Hauptmann wurde von den Soldaten rücksichtslos erschossen, weil er den Plünderern den Weg in die Kirche nicht freigab. Einen empfindlichen Verlust erlitt der Magistrat dadurch, dass eine Anzahl wertvoller Urkunden zerrissen oder so beschmutzt wurden, dass sie nicht mehr zu gebrauchen waren.
Auch der gesamte städtische Salzvorrat von 21 Fässern wurde bei der Plünderung am 3. September vernichtet, welches jedermännig in der Stadt mit Erschrecken angesehen.
Die folgenden Jahre brachten noch keine Erleichterung für die Stadt. So musste die gänzlich ausgemergelte Stadt in der Zeit von 1637 bis 1640 die ungeheure Summe von 39 170 Talern bezahlen.
Der Krieg ging indessen seinen zerstörenden Gang unaufhaltsam weiter. Zu all dem geschilderten Unglück kam als weitere schwere Geißel für die Bewohner die Pest hinzu. Während des 30jährigen Krieges gab es in Rathenow zwei Pestjahre: „1626 seynd 81 gestorben, ohne die, so heimlich begraben und von Soldaten gestochen.“ Aus dem Jahre 1631 berichtet das Kirchenbuch:
. . hat Pest und eine schwere Hauptkrankheit regieret, und sein an Bürgern und Kindern gestorben 662 Personen, ohne die da heimlich ohne alles singen und klingen sein begraben worden. An Soldaten, so allhie gelegen, ohne die heimlich sind weggeschleppt und nicht angesagt, sein gestorben 28 Personen.
Endlich Frieden
Am 20. Oktober verkündeten dann die Glocken von Osnabrück und Münster den lang ersehnten Frieden, Allen Menschen in Deutschland erschien es unfassbar, dass der Krieg zu Ende sei, dass sie jetzt wieder ohne alle Gefahr ihrem Beruf nachgehen können und auch wieder zu essen hätten.
Der Krieg war für das deutsche Volk ein nationales Unglück ersten Ranges. Es waren nicht allein die Menschenverluste, die es betrafen - etwa zwei Drittel der Bevölkerung wurden ein Opfer dieses Krieges - die politischen Folgen wirkten sich bis in die neueste Zeit hinein aus. Lange, lange Jahre brauchte das deutsche Volk, um die Kleinstaaterei und politische Zersplitterung zu überwinden.
Ein trauriges Erbe
Auch unser Rathenow litt schwer unter den Folgen. Die riesigen erlittenen Verluste konnte es nur schwer überwinden und blieb lange ein kleines unbedeutendes Landstädtchen. Bei Friedensschluss waren in Rathenow nur noch 40 Häuser bewohnt, nachdem die Stadt vor dem Kriege 320 Häuser mit rund 2500 Einwohnern besaß.
Wie es kurz nach diesem Krieg bei uns aussah, schildert am besten der erste Chronist unserer Stadt, der Kantor Joachim Triepke, in seiner Rathenowgraphia:
Wie miserabel die Einwohner dieser Stadt und des Landes sich haben wieder aufhelfen müssen, das können die Alten, so noch davon zu reden wissen, mit Tränen nicht genugsam bezeugen. Ich habe mir von solchen Leuten sagen lassen, die diese Drangsale selbst ausgestanden haben, dass sie sich in die Wälder und Lüche retiriert haben mit ihren Kindern und Vieh, daselbst sie etliche Tage, ja Wochen und Monate, Kälte und Hunger müssen aushalten, und haben sich doch nicht rühren dürfen, damit sie nicht von dem grimmigen Feind ertappt würden. Doch hat sie oft das Vieh mit seinem Bläken oder das Schreien der Kinder verraten, da sie denn mit grimmiger Gewalt hervorgerissen, geschlagen und gemartert, ausgezogen und ausgesogen worden.
Welcher nun nach solcher Trübsal noch verborgen übrig geblieben und noch eine Kuh behalten, der hat mit selbiger den Acker zu bestellen wieder angefangen, ja, Mann und Frau haben den Pflug gezogen, damit sie also sich des Hungers erwehren und etwas Korn einsammeln möchten, da sie so lange von Wurzeln, Laub und was in den Wäldern vorhanden war
, sich erhalten müssen. Die Häuser sind von Menschen ledig gewesen, weil sie wegen der großen Kontribution und feindlichen Beraubungen dieselben bewohnen nicht mehr vermocht. Daher waren sie so wohlfeil, dass einer für 3 Taler hat ein Haus bekommen können, dass jetzt (Triepke schrieb diesen Bericht 1710) wenigstens 100 Taler gelten muss. Einige sagen in Kurzweil, man habe in Schollene ein Haus um eine Wurstepelle kriegen können, damit sie den wohlfeilen Preis der Häuser, aber auch zugleich die große Hungersnot andeuten wollen. Die Äcker und Wiesen sind bewachsen, und von der Zeit mit starken Eichen und Fichten gleichsam bepflanzt worden, so dass noch jetzt ganze Felder wüst liegen bleiben wegen der starken Holzung, die darauf steht, welches man genugsam sehen kann, wenn man durch die Heiden reist.
Der Wiederaufbau beginnt
Tatkräftig gingen unsere Vorfahren daran, um ihre Stadt wieder aufzubauen. Eine Neuerbaute Schneidemühle sorgte für Bretter und Balken, zu denen die großen Wälder um Rathenow das Material lieferten. Die Rathenower Feldmark lieferte Ton zu den Mauersteinen, die in der Ratsziegelei gebrannt wurden. Um den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden, wurde 1662 eine neue Ziegelei errichtet. Fünf Jahre nach dem Krieg waren 153 Häuser wieder bewohnt. Um 1660 besaß die Stadt bereits 168 bewohnte Bürgerhäuser. Um das Vermögen der Stadt zu heben, erhielt die Stadt bereits im Jahre 1643 das Recht, am Tage vor den Krammärkten einen Viehmarkt abzuhalten. Weiter wurde ihr zugestanden, im Ratskeller fremde Weine und Biere auszuschenken.
Dieser Artikel wurde im Rathenower Heimatkalender 1964 veröffentlicht und wurde auch daraus übernommen.
Redaktionell bearbeitet am 12.11.07 von Robby Schmalz
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