Weil das jeweilige liebe Geld nicht ewig währt, nennt es sich die Währung. Für diese fanden die Menschen liebevolle, aber auch böse Beinamen, je nachdem wie Kaufkraft und Einkommen waren. Heute ist von Cash oder Knete die Rede, einst gab es die Kröten und Mäuse im Wortschatz hier bei den Bewohnern der Mark Brandenburg. Doch gehen wir in die hiesige Geschichte des Geldwesens. Die Wendenfürsten Jasco von Köpenick und sein Onkel Pribislaw von Brennabor prägten um 1150 die ersten Münzen zwischen Elbe und Oder. Beide Fürsten wurden darauf, entgegen der damaligen Mode, mit Bart dargestellt, doch ansonsten wie bei den Deutschen mit Kettenhemd, Mantel, Schild, Fahne und Palme. Die ihnen bis 1320 folgenden Askanier ließen Obole, Denare und Brakteaten prägen und gaben den sich entwickelnden Städten das Münzrecht. Die Münzen unterlagen vorerst jährlichen Verrufungen, der erste Markt nach St. Jakob (25.Juli) galt als Wechseltermin. Es gab für 16 alte Pfennige 12 neue, war also eine Geldsteuer und mit harten Strafen wurde gedroht, wenn nach dem St. Michaelstag (29. September) noch mit alten Pfennigen gezahlt worden war. Wegen einer besseren Wertstabilität wurde 1369 der „Ewige Pfennig“ eingeführt. Verträge schloss man in Prager Groschen und Steuern wurde in „fruta“ berechnet. Da entsprachen 20 Schilling Brandenburger Silbers einer jährlich festgelegten Menge an Getreide, Hühnern oder anderen Agrarerzeugnissen. Der Geldwert sank im Laufe eines Jahrhunderts um ein Drittel. Den kleinen Leuten genügten die Pfennige. Die Goldgulden dienten dem großen Geschäft unter den Fürsten und dem Fernhandel. Um 1500 prägte man in Joachimsthal den Taler, der im Wert dem Goldgulden entsprach und in 24 Groschen geteilt wurde. Trotz Prüfung durch die Reichsmünzordnung verschlechterte sich der Geldwert und endete um 1623 in der Kipper- und Wipper-Zeit. Da tauschte man gutes Silbergeld in bis zu 360 gesottene Kupfergroschen für einen Taler. Als aber damit dann die Steuern und Abgaben gezahlt wurden, kehrte man schnell zur Reichsmünzordnung zurück. In Zinna einigten sich die Kurfürsten Brandenburgs und Sachsens auf einen leichteren Taler, dem sich bald andere Norddeutsche Länder anschlossen. In Preußen glaubte man nach 1701 die Finanzierung des neuen Königreiches mit Mengen unterwertigen Kleingeldes meistern zu können, woraufhin des ersten Königs Sohn, der Soldatenkönig, bis 1735 keines mehr prägen ließ, so dass schon Mangel an Wechselgeld herrschte. Nach den drei Schlesischen Kriegen unter dem alten Fritz kam es nach der Graumannschen Münzreform zum 13 ½ und 14 Talerfuß, der frech Reichstaler genannt wurde. Die verstreut liegenden Gebiete im Westen und Osten passten sich mit den Kleinmünzen den Nachbarn an und erst ab 1822 gab es in allen Landesteilen Preußens gleiches Geld. Nach Napoleons Kriegen hatte aber der Taler dreißig Silbergroschen zu 12 Pfennigen bis zur Markwährung 1873. Auf dem Wege dorthin wurde im Deutschen Zollverein in den Münzkonventionen sich auf den 14 Talerfuß geeinigt und ein Doppeltaler im Norddeutschen entsprach 3 ½ Gulden um Süddeutschen und der Vereinstaler galt bis 1907 als 3 Mark noch als Zahlungsmittel. - Mit der Reichseinigung 1871 kam die Reichsmark, die in Pfennige geteilt war und in den Stücken ab 2 Reichsmark auf der Vorderseite das Bildnis des jeweiligen Landesherrn im Proporz festgelegter Menge führten. Die Rückseite trug den Reichsadler. Die Münzordnung 1876 sollte die Goldwährung an die Stelle der Silberwährung setzen, was bei der Bevölkerung aber auf Widerstand stieß. Für 3 ½ Taler bekam man ein 10 RM Goldstück getauscht, doch der Taler blieb neben der Goldmark Zahlungsmittel, was eine hinkende Goldwährung genannt wurde. Erst 1907 wurde es eine reine Goldwährung, die aber schon 1914 endete, weil die Einlösepflicht aufgehoben wurde. Nach dem ersten Weltkrieg sank der Wert des Geldes in der Inflation ins Uferlose, ein Dollar galt 4,2 Billionen alter Reichsmark, bis im November 1923 die Reichsbank dafür 4,20 Rentenmark, die einen Anspruch auf Grund und Boden mit verbundener Hoffnung auf Deckung verbrieften, ausgab. Diese Währung stabilisierte sich, doch Vermögen waren verschwunden und neue hatten sich gebildet. Nach einer kurzen Blütezeit in den zwanziger Jahren haben Deflation, Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Schwierigkeiten in den Radikalismus geführt, wobei eine geräuschlose Rüstungsfinanzierung zur Vollbeschäftigung beitrug. Kanonen statt Butter, höhere Einkommen, weniger Verbrauchsgüter ließen die Illusion eines stabilen Geldwertes entstehen, der aber mit Preisstopp, Lebensmittelkarten und Bezugsscheinen nur eine „zurück gestaute Inflation“ kaschierte. Als 1945 der zweite Weltkrieg vorbei war, fand 1948 die Reichsmarkwährung ihr Ende. Bis dahin gab es noch Tauschen und Schieben, war doch die Warenmenge kaum halb so groß wie vor dem Krieg und der Geldumlauf betrug das Fünffache von 1938. Eine Normalisierung auf Gesamtdeutscher Basis scheiterte. In den Westzonen kam es am 21.6.1948 zu einer Währungsreform, worauf die Ostzone nachzog. Hatte man politisch überreizt oder wollte man der östlichen Siegermacht eine geschichtliche Lehre in Sachen Markt erteilen? Hatten Ideologien den Vorrang und die Menschen müssen es ausbaden danach? Der Osten glaubte in der DDR ehrlich für sein Aluminiumgeld gearbeitet zu haben, der Westen als BRD hatte mit konvertierbarer harter Währung den längeren Atem, mit dem er sich als Exportland in der Weltwirtschaft, die nie pausierte, schon erfolgreich behauptete. Es kam zum Euro, der von uns als Letztes der Europäischen Einigung erwartet wurde und mit der Brechstange wird es ohne Harmonisierung zu argen Spannungen führen, die die ganze Staatskunst einer Demokratie erfordern wird. Den Euro als Oberwähr, die nationalen Währung als Unterwähr, würden im Laufe der Zeit zum Zusammenwachsen besser führen, doch die Machtmenschen haben keine Zeit und wollen ihre Ziele zu ihrer Zeit in Sack und Tüten haben, ohne an einen großen Gleichmacher zu denken!
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