Die Geschichte des Böhner Beatkellers
Damals war’s
So wie für viele junge Menschen, so hatte auch für mich die aktuelle Popmusik in meiner Jugend einen extrem hohen Stellenwert. 1967 war es die Musik von Scott Mc Kenzi, der Moody Blues, der Equals, der Byrds und von den vielen anderen Bands und Stars, die mein Leben und das meiner Altersgenossen maßgeblich mit bestimmten.
Meiner Mutter gehörte zu diesem Zeitpunkt ein Zweifamilienhaus im zu Böhne gehörenden Ortsteil Wilhelminenhof. Das Gebäude wurde 1965/66 aus seinem Dornröschchenschlaf geweckt und nach 14 Jahren wieder bewohnbar gemacht. Die Sanierungsarbeiten wurden, mit Ausnahme eines geräumigen und ebenerdigen Kellers, 1967 weitestgehend abgeschlossen. Dieser Keller wurde auch nach der Sanierung des Hauses nicht benötigt und befand sich in einem schlimmen Zustand. So waren die Wände mit Ruß und Moos überzogen. Es gab keine Stromversorgung und die Räume waren mit allerlei Unrat verstellt.
Irgendwie hatte mir der Keller es aber angetan und ich überlegte mir was man daraus machen könnte. In In den Sommerferien 1967 fuhr ich mit drei Klassenkameraden für 14 Tage zelten. In diesen 14 Tagen entstand die Idee von einem Kellerklub im besagten Zweifamilienhaus meiner Mutter auf dem Wilhelminenhof.
Die Idee und deren Umsetzung
Aus dem Urlaub zurückgekehrt versuchte ich meine, immer ausgesprochen modern eingestellter Mutter, von der Idee des Kellerklubs zu begeistern.
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.. einige der vielen Klubmitglieder
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Nach ihrer Zusage konnte es mit der Grundsanierung der Kellerräume losgehen.
Natürlich war damals von uns niemand in der Lage den Umfang der erforderlichen Arbeiten richtig einschätzen. Ziel war es den Keller Ende August zu meinem 16. Geburtstag erstmalig zu nutzen. Das war, wie sich schell herausstellte, ein sehr, sehr ehrgeiziges Ziel, denn es blieben uns dafür nur etwa fünf Wochen Zeit.
Von nun an verbrachten meine Freunde und Mitstreiter die meiste Zeit der noch verbleibenden Sommerferien mit mir gemeinsam in "unserem" Keller. In dieser Zeit gestalteten wir die Kellerräume, soweit für uns finanziell möglich, nach unseren Ideen und Wünschen. Das dafür benötigte Geld zum Ankauf von Farben, Elektro- und Baumaterial stammte ausschließlich aus unserem Taschengeld und das war damals bei allen recht knapp bemessen. Die meisten von uns hatten wenig handwerkliche Erfahrung. Doch, wie damals auf dem Lande üblich, hatten wir alle recht früh zu Hause mit anpacken gelernt.
Einige unserer Freunde erlernten bereits einen Bauberuf und unterstützten uns nach Feierabend oder am Wochenende. Auch gab es zahlreiche Hinweise von am Projekt interessierten Erwachsenen und von unseren Eltern.
Während die anderen Altersgenossen die Sommerferien zur Erholung nutzten schufteten wir für die Umsetzung unseres Traumes in „unserem“ Keller. Irgendwie haben wir es dann geschafft und mit Engagement, Improvisationsvermögen und Elan unseren Kellerklub zum vorgesehenen Termin , am 02.09.1967, fertig gestellt. Schnell wurde auch ein Name für den Kellerklub gefunden. In Anlehnung an den damals sehr beliebten Beat-Club von Radio Bremen, nannten wir unseren Keller „Böhner Beatkeller“ oder auch nur kurz „Beatkeller“
Die technische Ausstattung
In der ersten Ausbaustufe bestand der Beatkeller aus einem Eingangsbereich mit Garderobe, dem sich daran anschließenden Raum mit Tanzfläche mit ca. 22 m² Grundfläche und dem ca. 10 m² großen Barraum mit separatem kleinen Sitzbereich. Das Mobiliar bestand aus ausrangierten Möbeln. So wurden alte
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Grundriss des Beatkellers
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Küchenmöbel zum Bartresen und alte Holzfässer zu Sitzgelegenheiten. Neben alten Stühlen erwiesen sich die zahlreichen vorhandenen Mauernischen als platzsparende Sitzgelegenheiten. Später wurde durch weitere Baumaßnahmen der ursprüngliche Eingang verlegt und es kam ein weiterer Raum, der „Clubraum“ mit etwa 14m² Grundfläche dazu. Geheizt wurde der gesamte Beatkeller durch einen kleinen Ofen im Barraum. Durch diese einfache Form der Beheizung war die Nutzung in den kalten Wintertagen nicht möglich.
Natürlich wollten wir es bei unseren Feten damals in keinem Fall zu hell auf der Tanzfläche haben. Deshalb gab es im Raum mit der Tanzfläche auch nur je eine blaue und eine rote Glühlampe. Stolz
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DJ Manfred † und Barkeeper Wilfried †
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Tonbandgerät Uran für stolze 600 Mark
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waren wir, dass diese Lampen abwechselnd an und aus gingen und so, wenn auch bescheidene Lichteffekte lieferten. Besonders wichtig war natürlich die Musik zum Tanzen. Diese kam in der ersten Zeit von einem Koffertonbandgerät Uran und von einem Plattenspieler. Als Verstärker fand ein Uraltröhrenradio Verwendung. An dieses Radio waren ausgesonderte Lautsprecher aus einem Omnibus angeschlossen. Das alles zusammen brachte eine mehr als ausreichende Lautstärke auf die Tanzfläche. Natürlich alles in Mono und ohne Equalizer und sonstige technisch- akustische Raffinesse. Doch das war damals auch gar nicht nötig.
Bei der Musik handelte es sich fast ausnahmslos um Rundfunkmitschnitte vom SFB,
Deutschen Soldatensender oder RIAS und BBC London. Nur einige wenige Schallplatten standen uns damals zur Verfügung. So werden sich wohl noch viele an die immer und immer wieder von Platte gespielten Titel „Satisfaction“ und „The Last Time“ von den Rolling Stones erinnern.
Die OrganisatorenMit der erfolgreichen Umgestaltung des verwahrlosten Kellers zu einem beliebten Jugendtreffpunkt in der Region war eine Gemeinschaft von jungen Leuten mit ähnlichen Zielen herangewachsen. Durch das erwiesene Vertrauen der Erwachsenen, besonders aber von meiner Mutter, konnten wir uns entwickeln und erfolgreich selbst die Verantwortung für unseren Beatkeller übernehmen. Bereits in der ersten Phase des Aufbaus hatte sich ein Kern von jungen Leuten herauskristallisiert, der zusammenhielt und alle anfallenden Aufgaben gemeinsam bewältigte. So gab es für uns nicht nur den Spaß bei den Veranstaltungen sondern wir mussten auch für Ordnung und Sicherheit während und nach der Veranstaltung selbst sorgen. Auch den weiteren Ausbau des Beatkellers in den Folgejahren haben wir gemeinsam bewältigt. Natürlich lag immer ein Großteil der Verantwortung auf meinen Schultern aber ohne die tolle Unterstützung so vieler Gleichgesinnter hätte es den Beatkeller niemals gegeben.
Die Ziele
Das war schon eine Riesensensation für die damalige Zeit und der Erfolg sprach sich relativ schnell herum. Endlich hatten wir einen eigenen Ort an dem
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Brunhilde und Erhard
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man sich treffen, Musik hören, tanzen und feiern konnte. Derartige Möglichkeiten waren damals sehr rar, Wenn überhaupt fand man ähnliches nur in den Städten und nicht auf dem flachen Land. Zudem standen die meisten Klubs unter der Kontrolle der FDJ. Unser Beatkeller war aber, für die damalige Zeit total untypisch - ein privater Klub für junge Leute. Auch war der Aufbau, die Organisation und die Führung eines derartigen Klubs über einen so relativ langen Zeitraum von beinahe drei Jahren ausschließlich durch Jugendliche wohl eher die ganz große Ausnahme. Der Beatkeller wurde überwiegend für Geburtstagsfeiern und halböffentliche Tanzveranstaltungen genutzt. Die halböffentlichen Tanzveranstaltungen fanden überwiegend im Zeitraum von 1967 bis 1968, im 14-tätigen Wechsel, am Sonntagnachmittag statt.
Seinen Geburtstag mit Freunden im Beatkeller zu feiern war damals besonders beliebt. Oft schlossen sich mehrere "Geburtstagskinder " zusammen und luden auch gemeinsam ihre Gäste ein. Dann kamen schon mal 20 bis Mitte 30 Gäste zusammen und das war für die damalige Zeit schon recht ungewöhnlich. Wenn auch bei solchen Feiern wenig Platz für jeden einzelnen im Beatkeller war, so passten irgendwie immer alle rein
"Fete läuft"
Einer der vielen damals benutzen Sprüche lautete „Fete läuft". Der Nutzer dieses Spruches wollte damit zum Ausdruck bringen, dass alles in bester Ordnung und die Stimmung toll wäre. Wie viele Veranstaltungen (Feten) in der Zeit seines Bestehens der Beatkeller erlebt hat, lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Es waren
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Dietmar und "seine" Frauen
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Christa mixt ( Dez.'67)
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aber recht viele, denn wir haben gern gefeiert und waren gern zusammen. An die erste Fete im Beatkeller, meinen 16. Geburtstag, am 02.09.1967, kann ich mich noch sehr gut erinnern. Wir hatten noch bis zur letzten Minute im Keller gewerkelt und waren stolz als dann alles pünktlich fertig wurde. Neben den von mir zu meiner Geburtstagsfeier eingeladenen zahlreichen Gästen ließen es sich einige Eltern nicht nehmen mal vorbeizuschauen, um zu sehen, was ihre Kinder in den zurückliegenden Wochen geschaffen hatten. Es wurde eine tolle und in jeder Hinsicht gelungene Feier.
Mit Schulbeginn 1967 wuchs das Interesse am Beatkeller besonders unter den Schülern der damaligen POS Milow sehr stark an. So waren auch die meisten Besucher des Beatkellers in dieser Zeit Schüler der Milower Schule. Das war auch nicht so verwunderlich, gingen doch die meisten Gründungsmitglieder damals in die 10. Klasse der POS Milow. In der Folgezeit gesellten sich zu diesen Jugendlichen immer mehr junge Menschen aus Rathenow, Premnitz und den umliegenden Dörfern. In der Regel waren das Freunde, Bekannte oder Verwandte der gestandenen Beatkellerbesucher. Für uns die wir damals die Verantwortung trugen, war aber immer klar, dass die neuen Besucher eine Bereicherung, aber auch ein gewisses Risiko mitbrachten. In jedem Fall brachten die Neuzugänge einen Zuwachs an Bekanntheit in der Region.
Neben den vielen schönen Feten erinnere ich mich noch besonders an den 18. Geburtstag von Brunhilde im Dezember 1967. Brunhilde war zu diesem
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Christine, Wilfried † und .....
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im Hintergrund die Posterwand (1968)
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Zeitpunkt mit Christa aus Ostberlin sehr eng befreundet. Christa absolvierte damals in einem namhaften Berliner Hotel eine Ausbildung. Zu ihrem 18. Geburtstag wollte Brunhilde etwas ganz besonderes im Keller veranstalten. Dazu besorgte Christa für uns damals total unbekannte und erlesene alkoholische Getränke und stellte daraus die tollsten Mixgetränke her. Die Mixgetränke wurden in passenden Gläsern und mit entsprechendem Accesoirs gereicht. Damals zog für uns ein Hauch von großer Welt durch unseren Beatkeller und wir hatten ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Da konnten wir erstmalig Drinks und Cocktails wie „Ziehende Wolken“, „Manhattan“ usw. erleben. Das war wohl für alle Gäste ein nachhaltiges Erlebnis.
Leider hatten aber auch einige unserer Altersgenossen mitunter Probleme die Wirkung des Alkohols immer richtig einzuschätzen. So musste ich mit ansehen, wie ein alkoholisierter Gast verzweifelt versuchte sich am Gartenzaun des Nachbarn festzuhalten. Im Ergebnis fiel er und Teile des Gartenzaunes um. Solche Geschehnisse brachten neben zusätzlicher Arbeit durch Reparatur auch immer wieder Ärger mit den Nachbarn. Der Ärger hielt sich aber immer in Grenzen. Sicherlich freuten sich die Nachbarn, dass wir nach und nach auch das zum Haus gehörende Außengelände in Ordnung brachten. Durch selbstgebaute Bänke und Tische bereicherten wir den Außenbereich noch zusätzlich.
Das strenge Auge der Staatsmacht
Die Beliebtheit des Beatkellers nahm ständig zu. Das blieb natürlich auch den staatlichen Stellen nicht verborgen. In der Regel führten ja solche Klubs und
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Flower Power Look war damals absolut in
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Einrichtungen für junge Leute die FDJ. Damit war die Einhaltung der von der Staatsmacht vorgegebenen politische Linie gesichert. Ganz anders sah es in unserem Beatkeller aus. Hier bestimmten junge Leute für sich was richtig war. Bei den heutigen Betrachtungen darf man die politische Situation 1968 in der CSSR und die gewaltsame Zerschlagung des „Prager Frühlings“ nicht vergessen. Da wollten die Funktionäre auf keinen Fall „konterrevolutionäre Aktivitäten“ junger Leute in ihrem Einflussgebiet. Unsere Lehrer hielten sich im Bezug auf unseren Beatkeller sehr zurück. Ich bin davon überzeugt, dass sie wussten was in unserem Beatkeller so los war. Doch die Lehrer haben uns offensichtlich sehr vertraut und damit ja auch Recht behalten. Später haben wir erfahren, dass man sich in der Rathenower VP-Dienststelle, der SED Kreisleitung bis hin zum Betriebsschutz im Chemiefaserwerk mit unserem Beatkeller befasste und auch versuchte über Eltern oder Besucher des Beatkellers direkten Einfluss zu nehmen. Besonders hartnäckig machten mir die Funktionäre von der FDJ- Kreisleitung in Rathenow zu schaffen. Diese wollten unseren Beatkeller unbedingt zum FDJ-Klub mit Klubrat und politisch geprägten Veranstaltungen machen. Das wollte von uns aber niemand. Dennoch nahmen die Bemühungen und der Druck der Funktionäre ständig zu.
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"Beatkellermütter" zu Besuch
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In einem erneuten Gespräch mit Funktionären erklärte ich diesen dann, dass es im Keller feucht und schimmelig ist und damit die FDJ-Fahne auch Schimmel ansetzen würde. Jetzt verstanden sie, dass eine verschimmelte FDJ-Fahne aber der Jugendorganisation doch wohl unwürdig wäre. Nach diesem Gespräch ließen mich die Funktionäre dann erfreulicherweise endlich offiziell in Ruhe.
Wenn auch die Eltern überwiegend den Beatkeller und unserem Treiben in diesem zustimmten, wir von machen sogar gelobt wurden, so gab es auch anders denkende Eltern und Erwachsene. Mit diesen Menschen musste sich meine
Mutter immer wieder auseinander setzen. Sie hat aber nie nachgelassen sich für uns einzusetzen. Den Mitgliedern des Beatkellers war das natürlich bekannt und so war meine Mutter bei ihren kurzen Stippvisiten im Beatkeller immer gern gesehen. So war auch bekannt, dass sie für unsere zum Teil verrückten Ideen und Späße immer offen war. Einmal erschien sie mit einer kleinen Milchkanne im Beatkeller. Sie wollte vom Nachbarn, der noch eine eigene Kuh besaß, Frischmilch holen. In der Zeit des Besuches im Beatkeller muss ihr dann ein Gast unbemerkt schales Bier in die Kanne gegossen haben. Bemerkt hat sie das erst als der Nachbar Milch in die Kanne gießen wollte. Diese Episode hat sie noch Jahre später zum Besten gegeben.
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Bild von einer der letzten Beatkeller-Feten
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Das Ende des Beatkellers
So merkwürdig es mir heute auch erscheint, an die letzte Fete im Beatkeller kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich erinnere mich aber, dass es eine letzte Fete gab. Am 14.04.1970 verkaufte meine Mutter das Zweifamilienhaus an eine Familie, die in Böhne einen neuen Anfang suchte. Spätestens mit dem Verkauf des Hauses war das Ende des Beatkellers endgültig vollzogen. Damit ging eine beinahe dreijährige erfolgreiche Beatkellerzeit, an die sich noch heute unzählige Mittfünfziger gern erinnern, für immer zu Ende.
Nach der aktiven Hoch-Zeit, dem Herbst 1967 bis zum Sommer 1968 folgte eine Zeit des langsamen Abflauens. Ursachen für das abflauende Interesse waren oft in der veränderten persönlichen Situation vieler Beatkellerbesucher zu finden. Mit der Lehrausbildung, oft außerhalb der Region, Studium, Dienst bei der „Fahne“ stand den meisten nicht mehr so viel Zeit zur Verfügung.
Allmählich verbesserte sich in unserer Region auch die situation mit Jugendtanzveranstaltungen. So entwickelte sich Vieritz, ab Herbst 1968, zu einem beliebten Ort in der Region für Jugendtanzveranstaltungen. Bands wie die „Hardys“ aus Milow, die „Kaehds“ aus Kirchmöser, die Gravens aus Rathenow und die
„Elektrics“ aus Schollene spielten dort und begeisterten auch die Beatkellergemeinschaft.
Bis zur Schließung im Frühjahr 1970 blieb der Beatkellers aber der Treffpunkt für Geburtstagsfeiern der Beatkellergemeinschaft. Es gab einfach nichts Besseres um mit Freunden gemeinsam seinen Geburtstag zünftig zu feiern.
Nachbetrachtungen
Für mich waren die Erfahrungen mit dem Beatkeller wohl eine meiner wichtigsten Erfahrungen in meinem Leben und haben mich für mein weiteres Leben entscheidend geprägt. Noch heute bin ich über das uns damals entgegengebrachten Vertrauen, durch Lehrer, Eltern besonders aber durch meine Mutter erstaunt.
Mit Hilfe einer festen Gemeinschaft haben wir damals unzählige Probleme bewältigt, haben uns freiwillig Berge von Arbeit auf die Schultern geladen und wurden durch unzählig viele schöne gemeinsame Stunden dafür belohnt.
In der Beatkellerzeit haben meine Freunde und ich gelernt zu organisieren, zu motivieren und Verantwortung zu tragen.
……….. und ich habe die nächsten Schritte für meine spätere Laufbahn, als ein in der Region recht bekannter DJ genommen.
Doch das ist eine andere Geschichte.
Stand: letzte 14. mai 2007
Fotos: Gerd Schiller + DPA, Repro IBE Wodtke
Kommentare |

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| Kommentar: | 1 |
| von: | Ingrid Barnick |
| am: | 24.02.2006 |
| um: | 11:51:36 |  | |
| Kommentar: | War toll in alten Beatkellererinnerungen zu schwelgen.
Das war damals das Tollste was es für uns gab. Denn wo sollte man mit 16 Jahren tanzen gehen!
Tanz für Jung u. Alt gab es ja nur zu Feiertagen u. dann mit 16 Jahren-ein unding für Erwachsene! |
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