1412 plünderten die Quitzows und Putlitz Böhne aus
von Gerhard Seifert
Nach alten Aufzeichnungen soll der Ort Böhne bereits im 14.Jahrhundert als erzbischhöfliches Lehen zum ehemaligen Burgward Plaue gehört haben. Über die Entstehung des Dorfes liegen keine urkundlichen Nachrichten vor. Nach alten Überlieferungen soll es aus einer Ansiedlung von Fischern hervorgegangen und erst nach der Zerstörung des Dorfes Teschen durch von dort übergesiedelte Ackerleute zu einem Dorf gewachsen sein.
 |
|
unmittelbare Böhner Ortslage
|
Noch heute heißen ein Feld, westlich von Böhne Teschenwinkel und eine daran angrenzende Fläche Teschenupstall. Upstall nannte man in früherer Zeit dicht vor dem Dorfe gelegene Nachtweiden.
Im Teschenwinkel hat man mehrfach Grundmauern von Gebäuden freigelegt auch verkohltes Holz wurde herausgepflügt.
Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts wollte der Kossat Friedrich Schulze, das niedrige Ende seiner sehr niedrigen Gartenparzelle erhöhen. Er stieß dabei auf ein viereckig, mit Feldsteinen ausgemauertes kellerartiges Loch.
Ein Dorf hat in Teschenwinkel sicherlich einmal gestanden, doch ergaben Nachforschungen von Reichet, veröffentlicht in „Wüstungen der Kreises Jerichow 1 und 2", daß der angegebene wüste Ort nicht Teschen sondern Dersen hieß. Der Name ist slawisch.
Dersen wird im Lehnbuch Albrecht III. als Zubehör des „castium Plauwe“ erwähnt.
Darin heißt es u. a. dass die Brüder Heine, Nikolaus und Gevehard ,dicti Briesf durch Verzicht des Johannes Bardeleben für geringes Geld in villa Dersen als Lehen erhielten".
Dieselben drei Brüder von Briest 'wurden von den Erzbischöfen Ludwig und Friedrich II. (1381 bis 1362) mit ne und Derzen villis" und Zubehörungen bezeichnet.
Im Lehnbuch Albrecht IV. heißt es 1397, dass die drei oben genannten „dicti Briest die villas Derzen et Bonen cum allem Rchte haben“.
Das Dorf Dersen wird zwischen 1400 und 1440 durch Abbau von der briestschen Familie bzw. durch einen Brand verschwunden sein. Auch 1461 haten dyr Brieste das wüste Dorf Dersen, die Dorfstätte „Hagenbuntzke“ und 10 Hufen in Schmetzdorf zu Lehen.(verliehenes erbliches Nutzungsrecht)
Auf der Flur von Böhne, etwa 500 m westlich des Dorfes, befindet sich an dem westlichen Ufer des Königsgrabens eine längliche runde Ackerfläche, deren Einteilung auf ein eingegangenes Runddorf schließen lässt. Hier könnte sich Dersen befunden haben.
In der Geschichte des Dorfes Böhne ist der 11. Februar 1412 als der Tag bekannt an dem der Erbmarschall der Mark Brandenburg, Caspar Hans Edler zu Putlitz, und die beiden Quitzows das Dorf überfielen und alles, was sich an Pferden, Kühen, Bargeld und Kleidungsstücken im Dorf befand mitnahmen.
Sie hätten sicher auch das Dorf in Brand gesteckt wenn nicht die Einwohner den Raubrittern das Gelöbnis gegeben hätten, später 6 Wispel (früheres Getreidemaß) Hafer und 5 Fuder Bier nachzuliefern.
Quelle: VK Gerhard Seiffert in MV vom 13.07.1985
Repro: Wodtke
Kommentare sind zu dieser Seite nicht vorhanden! |
|
|
|
|

|