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Drei Ziegeleien gab es Mitte vorigen Jahrhunderts in Böhne

 von Gerhard Seifert

Der Leutnant a.D. von Briesen verfügte 1842 über Ländereien mit einer Größe von 1158 Hektar und vielen Gebäuden. Zur Gemeinde gehörten außer den genannten Teilen des Gutsbesitzes die Ackerhöfe
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Böhner Gemarkung um etwa 1900

Möthlowshof und Hilgenfeldshof, knapp 2 km nordöstlich des Dorfes gelegen. Deren Besitzer hatten sich 1832 bzw. 1836 hier, außerhalb des Dorfes, auf ihren .Ländereien angesiedelt.
Die Feldmark der Gemeinde, die nicht zum Briestschen Besitz gehörte, betrug 1007 Morgen Ackerland, 565 Morgen Wiesen, 412 Morgen, Kleinflächen, 14 Morgen Gärten und 289 Morgen Holzungen. Es handelte sich um zum Teil fruchtbaren Weizen- und Gerstenboden.           
Im Jahre 1843 erwarb der Kaufmann Eduard Borchmann aus Rathenow zwei hiesige Ackerhöfe, einen von Jakob Schmidt, den anderen von  Zehle. Er errichtete eine Ziegelei und später auch eine Handelsgärtnerei auf dem Ludwigshof an der Havel.
( später als „Storchennest“ bezeichnet,  Anm. d. Onlineredaktion)
Diese Ziegelei wurde in den Jahren 1848/49 zu einem Dampfpressenbetrieb mit acht Ziegelöfen ausgebaut, zu einem der modernsten, leistungsfähigsten Werke seiner Zeit
Die Arbeit begann täglich um 5 Uhr und dauerte mit der einstündigen Mittagepause und den zwei je halbstündigen. Frühstücks- und Vesperzeiten bis 19 Uhr.
Beide Industriezweige beschäftigten eine Menge Arbeiter, die auch einen ausreichenden Verdienst hatten. Um sie unterbringen zu können, wurden neue Wohngebäude gebaut.
Zu dieser Zeit sollen drei Ziegeleien auf Böhneschem Grund und Boden gestanden haben von denen, die Gutsziegelei die kleinste war.
Auch der Kossat Herms hatte1860 in der Voßbreite Ziegelei aufgebaut.
Ziegelerde war nun ein gesuchter Artikel geworden und wurde auch gut bezahlt. Pro Morgen gab es 456 bis 900 Mark.
Das Auswerfen und die Anfuhr der Ziegelerde geschahen während der Wintermonate. Ziegelerde wird durch den Frost mürbe und lässt sich dann leichter verarbeiten.
Der Winter 1844/45 war äußerst streng und hatte auch viel Schnee gebracht. Erst im März brach die starke Eisdecke. Als nun bei den schon kräftig wirkenden Sonnenstrahlen der Schnee schnell schmolz, füllte sich das Elbebett bald.
Das Wasser trat über die Ufer und erhielt von den Gebirgen her ununterbrochen neuen Nachschub. Da die Havel einen verhältnismäßig niedrigen Wasserstand hatte, schienen den Bewohnern der Haveldörfer die von der Elbe herüberbringenden gefahrverkündenden  Nachrichten wenig glaubwürdig. Der Gastwirt Dalchau aus Böhne besuchte mit seiner Frau am Dienstag, dem 31. März 1845 Verwandte in Kabelitz und fuhr weiter nach Fischbeck. Die Krone des Deiches stand voller emsig beschäftigter Menschen. Dalchau sah ihnen von unten lachend zu. Die Leute aber riefen ihm zu, er möge nur heraufkommen. Als er oben ankam und sich nun überzeugte, daß das Wasser bereits so hoch stand, daß es mit einem Finger über die Krone, des Deiches geleitet werden konnte, war er entsetzt. Er fuhr mit seiner -Frau, so schnell die Pferde laufen konnten, zurück nach Böhne. Noch in derselben Nacht kam eine Stafette, um von Böhne Hilfe zur Abwehr der Gefahr zu holen.
Quelle: Märkische Volksstimme vom 03.08.1985
Foto/ Repro: Wodtke

 

 


  Kommentare

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Kommentar:2
von:Hans- Jürgen Wodtke
am:29.07.2007
um:17:22:44
Kommentar:Das Objekt Storchennest gibt es in der Form als Ferienlager des Chemiehandel Potsdam nicht mehr. Es wurde Anfang der 90iger von einem Investor aufgekauft. Er beabsichtigte aus dem Objekt eine Residenz für altersgerechtes Wohnen zu machen. Mit dem Antrag ist er gescheitert, da das gesamte Gebiet zwischenzeitlich Bestandteil des Naturpark Westhavelland wurde und zusätzlich noch im Außenbereich liegt. Zwischenzeitlich ist auf dem Grundstück eine Villa entstanden. Diese kann man sehr gut vom Wasser aus betrachten.
Wie weit die Gebäude der damaligen Wohn-, Schlaf- Speiseraum und Küche noch noch erhalten sind ist nicht bekannt.

Kommentar:1
von:Herr Dirk Stephan
am:29.07.2007
um:14:22:26
Kommentar:Ich hätte da mal eine Frage ich war als Kind im Ferienlager in Böhne das nannte sich auch Storchennest was ist aus diesen Objekt geworden möchte gerne mal wieder hinfahren,Bitte helfen sie mir.

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