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Befreites Land zwischen den Kattenbergen und der Havel

von Gerhard Seiffert

Die fortschrittliche Entwicklung auf dem Lande machte auch um die Gemeinde Böhne keinen Bogen. Nach der demokratischen Verwaltungsreform 1952 war der Ort ebenso wie Vieritz, Zollchow, Schmetzdorf, Buschow und Großwudicke verwaltungsmäßig in den neu gebildeten Kreis Havelberg eingegliedert worden, während zum Beispiel Bützer und Steckelsdorf zum Kreis Rathenow gehörten., Nur 7 km von Rathenow entfernt, konnten sich die Einwohner mit dieser damals wohl recht unglücklichen Angliederung nicht abfinden. Ihr Wunsch, zum Kreis Rathenow zu gehören, erfüllte sich. Ab 1. Januar 1958 wurde der Ort durch Beschluß des Ministeriums mit den anderen erwähnten Dörfern in den Kreis Rathenow eingegliedert.
 
Strohbergung bei Böhne

Strohbergung in der LPG "Befreites Land" 
( Bild aus den 50iger Jahren)

Inzwischen aber hatte sich im Ort auch schon eine LPG mit dem Namen" „Befreites   Land"   gebildet.   Das war 1953. Sie war 200 Hektar groß und hatte 44 Mitglieder. 78 Schweine, 52 Rinder und 14 Pferde waren damals das lebende Inventar der Genossenschaft.
Im Jahre 1960 schlössen sich einige noch abseits stehenden Einzelbauern zu einer LPG des Typs I zusammen, andere gingen in die LPG „Befreites Land", so dag sich deren landwirtschaftliche Nutzfläche auf 520 Hektar erhöhte. Am 1.Januar 1967 schloß sich die LPG des Typs l der LPG „Befreites Land" an. Nun betrug die landwirtschaftliche Nutzfläche 760 Hektar. Außerdem nannte die LPG 200 Hektar Wald ihr eigen.
Vier Jahre später, am I5. April 1971, kamen die Vorstände der LPG „Befreites Land" und der LPG Bützer überein, miteinander zu kooperieren, um die Ergebnisse der genossenschaftlichen Arbeit noch effektiver zu gestalten. In den  Ställen  beider  LPGs  waren jetzt 1200 Schweine, 145 Milchkühe und 300 Schafe zu betreuen.
Der Konzentrations- und Spezialisierungsprozeß in der Landwirtschaft verlief zielstrebig weiter. 1974 bildete sich die kooperative Abteilung Pflanzenproduktion Bohne. Die Genossenschaften in Bohne, Bützer, Vieritz, Zollchow, Steckelsdorf und Großwudicke, Göttlin und Grütz delegierten viele ihrer Mitglieder in diese Abteilung, durch die nun eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 6400 Hektar zu bearbeiten war. Jetzt begann auch schon die Zusammenlegung der Tierbestände innerhalb der LPGs.
Getreideernte bei Böhne

Mähdrescher der LPG "Befreites Land" 
( Bild aus den 50iger Jahren)

1978 veränderte sich dieser Zustand. Die LPG Pflanzenproduktion Böhne und die LPGs der Tierproduktion Vieritz, Göttlin und Steckelsdorf wurden gebildet.
40 Jahre nach der Verkündung der demokratischen Bodenreform ist Böhne ein schönes, sauberes Dorf und seine Umgebung immer noch genauso reizvoll wie vor 100 Jahren.
Lieblich in die Landschaft eingebettet liegen der Ludwigshof, der Wilhelminenhof, die Schäferei, und der Königsgraben durchzieht wie eh und je die Ebene von den Kattenbergen bis zur Havel.
Nur die einstige Schönheit des Pappert ist „verwildert" - jammerschade.
Quelle: VK Gerhard Seiffert in der Märkischen Volksstimme vom August 1985
Fotos: Archiv Wodtke


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