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1836 wurde Böhne Raub der Flammen

von Gerhard Seiffert (†)

Waren die Jahre 1829 bis 1831 Notjahre für die Böhner, weil sie infolge des Hochwassers der Havel kaum Getreide ernteten, sollte es bald darauf noch schlimmer kommen.
Im Jahre 1836 brannte der größte Teil des Dorfes ab. 8 Acker- und 15 Kossätenhöfe, Kirche, Pfarre und Schule wurden ein Raub der Flammen.

 Dorfkirche in Böhne

Böhner Dorfkirche, 
wieder aufgebaut 1838

König Friedrich III. und die Städte Berlin, Magdeburg, Brandenburg und Rathenow sandten zusammen 1000 Taler zur Linderung der Not.
Tagebuchaufzeichnungen des damaligen Kantors Levin aus Böhne über, den Brand lauten: „Abgebrannt sind wir am 28. August 1836 an einem Sonntag. Abends um halb zehn Uhr ging das Feuer in der Scheune des Schmiedemeisters Ohst auf.
 Der Wind kam erst abendwärts ganz leise, drehte sich aber bald mehr nach Süden und wurde stärker, so daß das Feuer sich schnell nach rechts und links ausbreitete und das ganze Dorf in einer dreiviertel Stunde ein Flammenherd war."
Es blieben unversehrt nur die beiden Gutsgehöfte links und rechts der Dorfstraße, der Gutshof, ein herrschaftliches Arbeiterhaus; das vor dem Schloß links liegt, und die Häuser des Mühlmeisters, des Tischlermeisters und des Kossäten Ohst. Das steht neben dem Schmiedegehöft.
Es verwunderte, daß gerade dieses Haus, obwohl es in unmittelbarer Nähe des Brandherdes lag, verschont geblieben ist.
Die vom Brand Betroffenen selbst wohnten während des Winters teils in  den verschont
gebliebenen .Häusern, "drei bis vier Familien in einer Stube, teils in den schnell aufgebauten "Ställen oder bei Verwandten in den Nachbargemeinden. Schule und Pfarre wurden im Jahre 1837 wieder aufgebaut. Der Turm- und Kirchenbau ist erst 1838 ausgeführt worden. Aus der Asche des alten winkligen und engen Böhne erhob sich nach den Anordnungen des Gutsherrn ein freundliches Dorf mit zwei sich durchschneidenden breiten  Straßen.  Die von  der Feuerpolizeiordnung vorgesehenen Maßregeln , zur Verhütung größeren Unheils sind beim Wiederaufbau berücksichtigt worden.

Gutshof Böhne

Reste des Tores  zum Böhner Gutshof,
ehemalige Schnitterkaserne (li), Schwedenhaus (mi)

Ein, „Historisch-geographisch-statistisch topographisches Handbuch des Regierungsbezirkes Magdeburg" aus. dem Jahre 1842 informiert, daß sich Böhne tatsächlich schnell erholt hat. „Böhne oder Bähne, Pfarrdorf mit 2 jetzt vereinigten landtagfähigen Rittergütern an der Havel, 3 Meilen (7,5 km) nordöstlich von Genthin, eine Meile südlich von Rathenow und 10 Meilen von Magdeburg, einer evangelischen Pfarrkirche mit einem Pfarrer, einer Schule und Küsterei mit einem Lehrer, 38 Wohnhäusern, 291 evangelischen Einwohnern, 9 Ackerhöfen, 16 Kossäten, 8 Häuslern, 18 Einliegern, 2 Krügen (Gaststätten) und einer Windmühle. Die beiden Rittergüter gehören dem Leutnant" a. D. Briesen (später Briest) mit 1118 Morgen (280 Hektar) Acker, 375 Morgen Wiesen, 1624 Morgen Hütungen, 6 Morgen Gärten, 1511 Morgen Holzungen, dem Schäfervorwerk. Die kleine Bünsche, eine halbe Meile westlich, einem Wohnhaus und 14 Einwohnern, nach Schmitzdorf (Schmetzdorf) eingepfarrt, und die Böhnesche Schäferei, eineinviertel Meilen westlich mit einer Ziegelei, einem Jägerhof, 4 Wohnhäusern und 28 Einwohnern, nach Böhne eingepfarrt. "                           
Quelle: VK Gerhard Seiffert in der Märkischen Volksstimme vom September 1985
Fotos: wodtke-media, Archiv wodtke-media
 

Innenansicht der Böhne Kirche vor der Umgestaltung Ende der 60iger Jahre



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