Rittmeister a. D. Briesen berichtet über die Situation der Landwirtschaft im Jahre 1905
von Hans-Jürgen Czeszack
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Robert von Briesen, Besitzer des Böhner Gutes
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Wie alljährlich im Oktober wurde die Ernte diskutiert, gerade angesichts der sich drastisch veränderten Fleischpreise 1905 und der gerade erst abgeebbte Cholerawelle. Dafür gab es die Landwirtschaftsversammlung. Am 27. Oktober 1905 wurde auf der Versammlung die Ergebnisse vorgestellt
„Der Vorsitzende Herr Rittmeister a. D. Briesen, Böhne eröffnete die gut besuchte Versammlung und hieß, die Erschienenen nach der längeren Pause willkommen. Der 1. Punkt die Vorstandswahl betreffend wird durch Wiederwahl des alten Vorstandes per Akklamation schnell erledigt... Die Erntestatistik ergibt folgendes Resultat: Es wurden im Durchschnitt pro Morgen geerntet: Weizen 8 Ztr., Roggen 7 Ztr., Gerste 8 Ztr., Hafer 7 Ztr., Kleeheu, Vor- und Nachmahd zusammengerechnet, 25 Ztr. Die Heuernte hat in diesem Jahr noch beträchtlich unter den trockenen Verhältnissen des vorigen Jahres gelitten. Die Erträge sind trotz der bedeutend günstigeren Verhältnisse in diesem Jahr nicht über die des Vorjahres hinausgegangen... Die Kartoffelernte hat bei Aufstellung einer Probestatistik im Monat September und anfangs Oktober zu größeren Hoffnungen Anlaß gegeben. Diese sind auch in Bezug auf Quantität erfüllt. Die Qualität ist aber und speziell bei einigen Sorten, sehr zurück geblieben. Die Imperator-Kartoffel, welche hier sehr viel gebaut wird, hat zum Beispiel schwer unter den Regengüssen im Monat August, in welcher Zeit sich die Kartoffel am meisten entwickelt, zu leiden gehabt... Die
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Landarbeiter mit Hungerharke, auf dem Weg zur Böhner Schäferei
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Feststellung des Durchschnitts-Ernteertrages wurde bis zur Novembersitzung ausgesetzt, da jetzt noch ein großer Teil der Kartoffel gar nicht geerntet werden konnte...
Sodann wurde aus der Versammlung angeregt, doch mal Stellung zu nehmen zur Sperrung des Weges zum Proviantamt. Bekanntlich befindet sich die große Brücke, welche von der Stadtseite nach dem Proviantamt führt, im Umbau und es waren seitdem die Fuhrwerke gezwungen, den Weg von der neuen Schleuse aus zu benutzen. Dieser Weg zeigte sich aber bald nicht mehr passierbar für Fuhrwerke, und es wurde deshalb der Antrag gestellt, denselben zu verbessern. Dies geschah auch und es entstand nun ein Streit zwischen dem Wasserbaufiskus und dem Militärfiskus, wer die Kosten des Wegebaues zu tragen habe. Da hierüber keine Einigung zustand gekommen ist, hat nun die Wasserbauverwaltung den Weg am 27. September einfach gesperrt... "
Quelle: BRAWO vom 26.10.2005
Bilder: Michael Crone
Redaktionell bearbeite von Hans- Jürgen Wodtke in Juni 2007 Kommentare sind zu dieser Seite nicht vorhanden! |
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