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Über den Ortsnamen

 aus der Chronik der Gemeinde Milow

1144    Milow ; 1420    Mylaw ; 1562    Milaw; 1652    Milaw; 1731    Mylau, Milo

Am wahrscheinlichsten ist die Deutung des Namens aus der slawischen Sprache, auffallend ist die Endung -ow, die in allen slawischen Ländern zur Ortsnamensbildung außerordentlich häufig verwendet worden ist. Wichtig ist auch die Tatsache, dass alle in Deutschland bekannten Milow-Siedlungen lediglich auf den von Slawen bewohnten Gebieten anzutreffen sind. Auch der westliche Ort Miele im Kreis Celle liegt im Wendenlande, und unser Havel-Milow gehört unzweifelhaft zum slawischen Siedlungsgebiet.
(Aus: Ortsakte Milow, Heimatmuseum Genthin)

Nach der Paproth'schen Chronik aus dem Jahre 1888:
"Der Name ist wendischen Ursprungs wie die Endsilbe schon besagt und wird in alten Urkunden verschiedener maßen geschrieben: Milowe, Mylau, Milaw, Milau u. Milow. Der im 18. Jahrhundert lebende Pfarrer Kennler wollte den Namen von der vor dem Dorfe gelegenen Wassermühle und den neben und vor dem Dorf gelegenen Wiesen und Auen ableiten und meinte, es müsste doch eigentlich heißen Mühl-au. Diese Ansicht ist jedenfalls irrig, eher kann man annehmen, dass hier schon eine wendische Ansiedlung bestanden und davon der Name sich erhalten hat."

Nach Pastor Conrad Lehmann 1893:
"Im wendischen heißt Mil gütig, die Endung -ow aber ist die Bezeichnung für Eigentum, Besitz. So würde also Milow der Besitz, das Eigentum, die Gründung eines gütigen Mannes bedeuten."

Nach Ernst Schulze, "Altmärkische Heimatzeitung", 1929:
"Den Ortsnamen von den vielen Mühlen abzuleiten und dabei zu bemerken, der Ort müsste eigentlich "Mühlau" heißen, ist gering beurteilt, mindestens gewagt, denn die alte Schreibweise Mylowe, Mylawe, Milo hat mit einer "Mollen", Mollen - Mühle absolut nichts zu tun. Zwei alte Landkarten im Märkischen Museum zu Berlin, die eine von 1483, die andere von 1520 lassen den Strumafluosne (die Stremme) unterhalb Rathenow münden und dort liegt Milaw eingezeichnet, während ein Milo rechts der Havel unweit Pucerbe (Pritzerbe) eingezeichnet ist.
Eine Karte von 1692 zeigt Mylowe an seiner heutigen Stelle. Man geht vielleicht nicht fehl in der Annahme, dass hier seit uralten Zeiten eine harmonische Siedlung bestand, deren Namen die Slawen ihrer

... hier erhällt man die Milower Chronik

Mundart anpassten, dann würde Milow mit den Ortsnamen thorps Meldorf analog gehen und eine "Burg am Wasser" - Mylscowe bedeuten.

Nach S. Kümpfel und G. Seiffert 70er/80er Jahre 20. Jh.:
Im Wendischen bedeutet die Silbe "ow" in jedem Falle "Ort, Ansiedlung, Anwesen", und "mil" soviel wie "lieblich, schön, gütig". "...die slawischen Stämme fanden auf der bezeichneten Landzunge für ihre Ansprüche einen idealen Wohnplatz und nannten ihn Milow, was soviel wie Lieblingsort hieß..."

Dieser Artikel wurde der Chronik der Gemeinde Milow (Stand 1995), Seite 74-75, entnommen.

Redaktionell bearbeitet von M. Borgmeier


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