Fund in Milow
Im Jahre 1960 übergab Herr Dr. Bernd Wächter aus Milow unserem Rathenower Kreismuseum die Funde aus einem am 8. Juni 1952 angeschnittenen Gräberfelde. Die Fundstelle liegt am Kreuz, auf dem Acker des Bauern Philipp. Die Urnengräber wurden beim Pflügen von Herrn Philipp gefunden und später durch Herrn Dr. Wächter abgeholt und sichergestellt.
Grab l enthielt eine weitmundige Urne von 20 cm Höhe. Der Hals fehlt. Im Leichenbrand fand sich noch ein Zahnrest. Beigegeben waren eine kleine
Tasse von 8 cm Höhe und eine 4 cm hohe Schale. Die Henkeltasse hat auf der Schulter ein Muster von abwärtslaufenden Kanneluren.
Grab 2 barg einen hohen Zweihenkeltopf und war bis zum Rand mit grobem Leichenbrand angefüllt.
Grab 3: Eine Henkelkanne, deren Oberteil zerstört war. Sie weist am Bauch parallele Facetten und am Halse unregelmäßig eingetiefte Linien auf. Der Leichenbrand stammt vielleicht von einem Kind und enthielt eine Zahnkrone.
Grab 4: Kleine unverzierte Amphore, 12,8 cm hoch, mit Leichenbrandresten, darunter Zahnkronen.
Grab 5: Unterteil einer dünnwandigen Terrine, Höhe 13,9 cm. Viel Leichenbrand mit Zahnresten und einem sticheiförmigen Feuersteinabschlag.
Grab 6: Bauchige Terrine mit scharfem Umbruch und kurzem, eingeschwungenem Halse. Das Oberteil fehlt. Im Leichenbrand lag ein Zahn. Dazu Bruchstücke von Knochenbeigaben.
Grab 7: Rauhtopf mit Fingerspuren, brüchig, Höhe 18,8 cm. Leichenbrand mit Zahnkronen. Als Beigefäß eine kleine Henkeltasse, konisch, 4,2 cm hoch.
Das Gräberfeld lag am Wege nach Voigts Ziegelei.
Schon 1890 wurden in Milow beim Ziegelerdegraben auf hochgelegenem Sandacker fast täglich Urnen gefunden. Ein sehr gut erhaltenes Gefäß bekam der Prediger Lehmann. Es enthielt eine 6 Zoll lange Bronzenadel. Die meisten Gefäße gingen natürlich verloren.
Im alten Rathenower Heimatmuseum befanden sich auch Grabfunde, die beim Sandfahren an Voigts Ziegelei geborgen wurden. Es waren das: eine kleine Amphore, 12 cm hoch, am Bauch mit Kanneluren verziert, ein einhenkliger trichterartiger Becher von etwa 9 cm Höhe und ein bauchiges Gefäß mit einem Bandhenkel, das 8 bis 9 cm hoch war. Die Sachen wurden 1924 aus der Privatsammlung des Pastors Schmidt erworben. Die meisten Funde von diesem Platz sollen in ein Berliner staatliches Museum gekommen sein.
Redaktionell bearbeitet von M. Borgmeier
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