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Vieritzer Boden gab 1958 einen wertvollen Fund frei

Autor unbekannt

Die Erde unseres Havellandes birgt noch viele Schätze. Immer wieder wird das durch Funde bestätigt, die. Bodendenkmalpfleger bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit machen oder die durch Zufall, beispielsweise bei Bau- oder Meliorationsarbeiten plötzlich zutage treten. Ein sensationeller Fund wurde 1958 auf einem Flurstück gemacht, das. zur Gemeinde Vieritz gehört. Der Böhner  Bürger P. Walzleben
fand auf dem so genannten Flurstück  „Rabennester“ eine 4 Gramm schwere, sehr gut erhaltene römische Goldmünze mit einem Durchmesser von 19 Millimetern. Die eine Seite der Münze zeigt das Profil des römischen Soldatenkaisers Tetricus, der 270 bis 273 nach der Zeitrechnung regierte und von den Soldaten zum Gegenkaiser ernannt worden war. Die Inschrift lauter": IMP'TETRICUS PIUS AUG und ist die verkürzte Form von IMPERATOR TETRICUS  PIUS  AUGUSTUS.   Auf der anderen. Seite der Goldmünze, ist Sekuritas, mit gekreuzten Beinen an eine Säule gelehnt, stehend, den Kopf nach links gewandt, in der rechten Hand ein langes Zepter haltend, abgebildet. Die umlaufende Inschrift, ist: SEKURITAS PERPETUA, immerwährende Sicherheit. 
Bei diesem Fund handelt es sich um eine Rarität ersten Ranges. Es existiert bisher kein zweites Exemplar in irgendwelchen europäischen Münzsammlungen. Wie diese seltene, etwa 1700 Jahre alte Goldmünze auf dieses Vieritzer Flurstück gekommen ist, dürfte wohl niemals völlig aufgeklärt werden. Vermutet wird, da an der Fundstelle auch Scherben einer kaiserzeitlichen Siedlung des 3. bis 4. Jahrhunderts nach unserer Zeitrechnung gefunden wurden, dass die Münze als Auszeichnung oder Anerkennung eines- im römischen Heer dienenden Soldaten verwandt worden ist. Kriegerisch Auseinandersetzungen, zwischen .germanischen Stämmen aus dem Saale- Elbe- Havel- Gebiet und den römischen Heerscharen waren zu dieser Zeit an der Tagesordnung. Die wertvolle Fundmünze wird seit 1958 im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Potsdam aufbewahrt.
Der Vieritzer Goldtaler, wie die Münze auch! genannt wird, machte später noch einmal Aufsehen, als ihn die Deutsche Post 1976 als Motiv für eine 25-Pfennig-Briefmarke auswählte.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass unser Staat schon wiederholt durch Herausgabe von Briefmarken mit Motiven von Funden auf die Bodendenkmale und damit auch auf die wichtige Arbeit der Bodendenkmalpfleger aufmerksam gemacht hat. Insofern haben solche Briefmarken nicht nur einen Wert für den Sammler, um den Katalog zu vervollständigen, sondern tragen auch zur Vervollkommnung des Allgemeinwissens bei.
Quelle: nicht bekannt (vermutlich Märkisch Volksstimme in den 60iger Jahren)
Redaktionell von Hans- Jürgen Wodtke bearbeitet

Anmerkung der Redaktion: Das Flurstück  „Rabennester“ befindet sich am südöstlichen Dorfausgang von Vieritz in Richtung Vieritzer Berg.


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