Der Havelland-Kiosk unterstützt Initiative für neue Begegnungsstätte für BMX-Sportler
Marschmusik und Buttermilch
Markt unter dem Kirchturm bei herrlichem Sonnenschein
RATHENOW (rsg) Gleich mehrfach erklangen am Sonnabend die Glocken der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Doch riefen sie nicht zum Gottesdienst, sondern stimmten die Besu¬cher des „Marktes unterm Kirchturm" auf den einen oder anderen Programmhöhepunkt des Festes ein, das die Evangelische Kirchengemeinde und der Memento e.V. organisiert hatten. „Wir haben es uns wohl verdient", freute sich Eva Lehmann, Vorsitzende des Vereins Memento e.V., angesichts des herrlichen Sommerwetters.
Zahlreiche Stände lockten mit Kleinigkeiten, Kunst und Krempel. Kleider, Räucherwerk, Keramik oder Holzpantinen waren nur einige Beispiele aus dem reichhaltigen Angebot. Die Malerin Arkanum L. ließ sich beim Zeichnen über die Schulter schauen, ein Besenbinder führte Interessierten sein Handwerk vor.Rolf-Peter Bley, „Chef" der „Kleinen Laga-Wirtschaft" freute sich, dass viele Leute direkt nach der kürzlich vorgestellten Broschüre „Die letzten Tage im Krieg
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| Rolf-Peter Bley ( mitte) mit Betreuern des Kick-Projektes |
und die ersten Wochen im Frieden in der Region um Rathenow" gefragt hätten. „Das Interesse der Bevölkerung an regionaler Geschichte ist doch recht groß", konstatierte Bley.
Die „Laga-Wirtschaft" bot zudem selbstgebackenen Kuchen, Kaffee und Erfrischungen an - kostenlos aber nicht umsonst, denn es wurde um eine Spende zur Unterstützung der Jugendlichen gebeten, die kürzlich ihren Treffpunkt, die Rathenower Zietenhalle, durch ein Feuer verloren hatten. Die Bettler vor dem Kirchenportal sammelten ebenfalls für das Kick-Projekt der BMX-ler.
Die dürstenden Kehlen konnten mit erfrischenden Getränken benetzt werden. Knurrende Mägen ließen sich gut mit Schwein vom Spieß oder frischen Bratwürsten besänftigen. Eine andere Erfrischung gab es an einem Stand, den Milower Einwohner aufgebaut hatten: Frische Buttermilch. Die " Gruppe um Siegfried Meyer präsentierte die traditionelle Art der Butterherstellung und lud zur Verkostung der frischen Butter und der Buttermilch ein. So war zu erfahren, dass aus 20 Litern Milch mit einem Fettgehalt von etwa drei, vier und fünf Prozent rund ein Pfund Butter entsteht.
Mittelalterliche Musik ließ die Gruppe „Nosferatu excrementis" erklingen. Die vier jungen Musiker Melanie Kuklinski, Caroline Schröder, Tobias Bärmann und Florian Knobloch boten eine ansprechende Performance, was das Publikum honorierte. Rollen mit Marschmusik hatte Manfred Wetzel auf seine „Rathenower Kirmesorgel" aufgelegt, mit der er die Besucher erfreute. Vom Turm des ehrwürdigen Gotteshauses hatte man bei dem herrlich klaren Himmel einen fantastischen Rundumblick über das nähere Havelland,
Quelle: MAZ vom 12.06.2006
Foto: Rolf-Peter Bley
"Bettelei“ nicht aus EigennutzRATHENOW (mko). Drei Gestalten in zerlumpten Gewändern und mit schmutzigen Gesichtern
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(v.l.) Heike Wonscherowsky und Ilona Schmidt |
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Katja Zielke am Kuchenbuffet |
belagerten am Sonnabend das Portal der Sankt-Marien-Andreas-Kirche, „belästigten" die vorüberschlendernden Passanten und erbaten milde Gaben. So hätte es tatsächlich aussehen können - im Mittelalter - doch glücklicherweise waren die drei armen Jacken nicht auf die Almosen angewiesen, die man in ihre Körbe und Kelche warf. Der Erlös der
Bettelei kommt den Jugendlichen zu Gute, die kürzlich ihren Treffpunkt, die Zietenhalle durch einen Brand verloren hatten.
Die gleiche Intention hatte Rolf-Peter Bley von der „Kleinen LAGA-Wirtschaft", dessen Team kostenlos Kuchen, Kaffee und erfrischende Getränke anbot und dafür um eine Spende für die Jugendlichen bat. Daneben konnten sich die hungrigen und dürstenden Besucher des „Marktes unterm Kirchturm" an vielen Ständen laben, so mit Schwein vom Spieß oder süßen Crepes. Fliegende Händler hatten ihre Buden und Pavillons aufgebaut und preisten allerlei Kleinigkeiten, Kunst und Krempel an. Wer ein neues Kleid sucht, war am Stand von Dani Heeres „Sonnenmond" richtig. Keramik von Hedwig Bollhagen oder Holzpantinen gab es an anderer Stelle. Maler, Besenbinder und Korbstuhlreparateur konnte man bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Die traditionelle Herstellung von Butter zeigten Milower Einwohner an ihrem Stand neben dem Aufgang zum Turm der Kirche. Die Gruppe um Siegfried Meyer führte den jüngeren und älteren Besuchern die notwendigen Arbeiten bis zu den Endprodukten Butter und Buttermilch vor. Die „Ergebnisse" der Arbeit konnten sogleich verkostet werden. Auch für Unterhaltung war gesorgt: Neben dem Posaunenchor und Manfred Wetzel mit seiner „Rathenower Kirmesorgel" präsentierte die Gruppe „Nosferatu excrementis" mittelalterliche Musik und Tanz. „Wir haben es uns wohl verdient", meinte Eva Lehmann, Vorsitzende des Vereins Memento e.V., angesichts des Zuspruchs und des Wetters, denn Hunderte Rathenower kamen auf einen Sprung vorbei und schauten dem geschäftigen Markttreiben zu.
Quelle: Preußenspiegel vom 14.06.2006
Fotos: Rolf-Peter Bley