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Steckelsdorf

von Günther Thonke 

Urkundlich erwähnt wurde der Ort Steggelsdorp  1335.
Die ortslage war aber schon vor 3000 Jahren besiedelt gewesen, wie  Funde an den Dünen zur 

Herrenhaus in der Ortsmitte

„Breiten Wiese“ bewiesen. Die stand bei den Überschwemmungen der Elbe und Havel vor den Eindeichungen sicher regelmäßig unter Wasser. Mit der dichteren Besiedelung zogen die Leute zum Berghang hin, wo mit der Kirche im Zentrum aus dem Rundling dann ein Angerdorf wurde. Im Jahre 1691 wurde  ein Rittergut mit einer Windmühle als Eigentum des Drost von Katte  berichtet. Die Feldmark des Dorfes bestand aus 1050 Morgen Ackerland, 30 Morgen Wiesen an der Havel, 30 Morgen Gartenland und  120 Morgen  Holzung.
Es bestanden Fischereirechte an den Wiesen an der Havel. Ein Jahrhundert später besaß der Ort 49 Feuerstellen und hatte 256 Einwohner.
Die Gerichtsbarkeit lag  in den Händen des Herrn von Katte als Rittergutsbesitzer.
Die Kirche wurde als Filial von Buckow betreut. In einer Personalunion hatte der Küster als Organist und Lehrer zu fungieren.
Es gab 1880   69 schulpflichtige Kinder im Dorf. Damals standen dem  Mann 1 Morgen land, 4 Morgen Wiese, der Garten der Schulstube und das Gras des Friedhofes zur Nutzung. Vom Gut bekam er Holz, Roggen und Ostereier, von den 13 Bauern und Kossäten 14 Metzen Roggen, von jedem hof zu Ostern 4 Eier und zu Michaelis am 29.September für Wurst und Käse 25 Pfge. Und als Gehalt zu dem Tag  123 Mark von der Schulgemeinde. Nebenverdienste gab es pro Beerdigung 1,25 Mark, bei einer stillen nur 75 Pfennige.

Vom schweren Schicksal wurde

Ortslage Steckelsdorf, Lindenstraße

Steckelsdorf am 6.Mai 1819 getroffen. Ein Feuer in der Branntweinbrennerei  des Bauern Christian Gebhardt  breitete sich schnell aus und nur die abseits liegenden Gehöfte des Müller- und Hirtenhauses überstanden diesen schwarzen Tag.
Solidarisch standen viele Bürger hohen und niedrigen Standes der Umgebung den Betroffenen mit Geld- und Sachspenden bei, das im selben Jahr alles notdürftig wieder aufgebaut wurde
Das Rittergut wurde durch die Hofstelle des Bauern Gebhardt vergrößert, der inmitten seines Ackers  in Richtung Rathenow  sich neue Wirtschafts- und Wohngebäude erbaute. Der heiratete viermal und hatte 31 Kinder, für die er  dort Häuser baute. An der Schliepenlanke baute  er eine Ziegelei 1852, wo noch bis 1915 die Herren Barnewitz und Thiery wirkten.  
Ein Amtmann Seeger siedelte mit Hilfe des Lehrers Hiller seine Flächen um die Jahrhundertwende für viele Bürger der Stadt Rathenow auf. Hier liegt die Keimzelle von „Neue Schleuse“, dem heutigen Rathenow –West.


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