Über Alt und Jung
Günter Thonke
Ein Alter meint, als er war jung,
da hatte er Elan und Schwung,
den heut` bei Jungen er vermisse
es fehle denen das Gewisse!
Er liebte die Gemütlichkeit,
vermied vor allem Zank und Streit !
Da gab es einstens einige Sachen,
worüber wir noch heute lachen !
Doch dann kam er, der Ernst vom Leben –
der Weg oft steinig, selten eben,
was manch einem weniger gefiel, -
das war der Weg und nicht das Ziel !
Ohne Schweiß war nichts zu machen,
den Jungen fehlen diese Sachen!
Die wollen schnell ans Ziel gelangen,
doch werden von sich selbst gefangen !
Der Alten spitzbübischer Streich,
den sah man zwar an als Unfug gleich.
Der war schon damals , wie auch heute,
des einen Leid, der Anderen Freude.
Doch jetzt ist man zum Zorn geneigt,
wo einst das Lachen man gezeigt !
Was einst mit Kreide ward gemalt,
wird nachts gesprayt heut und gestrahlt.
Die Jungen setzen ihre Tags,
keiner versteht ihn, diesen Knacks,
unausgegoren in den Hirnen
sind es der Jungen weiche Birnen !
Ihr Tun verschandelt, das ist schade -
so viele Wände, krumme und gerade,
sagt Alten nichts, - sie sehen es verhunzt,
als Schmiererei und nicht als Kunst !
Das Alter sieht den Jugendwahn,
fundamentalistisch wie die Taliban,
von Recht und Gesetz ist nun mitnichten,
selten die Rede, - kaum von Pflichten !
Uns Alten scheint die Welt verdreht,
im Dasein hat der Wind geweht !
Nur das wir wohl vergessen haben,
Schlechtes aus unseren jungen Jahren.
16.07.07
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