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1832 brannten in Buckow 37 Höfe lichterloh

von Gerhard Seiffert (†)

(VK). Westlich von Rathenow, unweit der Bahnstrecke Rathenow—Stendal, liegt das Dorf Buckow. Erstmals wird es zwischen 1403 und 1445 erwähnt, obgleich es gewiß bedeutend älteren Ursprungs ist. Gaststätte HerrgottEs ist vielleicht um 945 entstanden. Im Bruchstück eines Lehnsbuches aus der Zeit des Erzbischofs Günther aus Magdeburg befindet sich ein Verzeichnis der Dörfer zwischen Havel und Elbe, welche als deichpflichtige unter dem Gericht zu Altenplatow bei Genthin standen. Darin wird auch Buckow bei Rathenow genannt. Es war ein Pfarrdorf mit einem dem Rittergutsbesitzer von Katte in Vieritz gehörigen Rittergute, zu welchem auch die Buckower Schäferei und Kleinbuckow gehörten. (Das Forsthaus Buckow gehört zu Großwudicke). In der Nähe von Kleinbuckow lag, wie alte Leute berichten, ein altes Dorf, Verbelin genannt, das wahrscheinlich im 30jährigen Krieg oder, schon früher verschwunden  ist. Die Ackerfläche aber, auf der es gestanden hat, heißt heute noch der Werbet. 1827 erbaute der Müller Micha zwischen Croßwudicke und Buckow eine Windmühle nebst Wohngebäuden, die auf seinen Antrag ebenfalls zum Dorf gehörte.
1832 brannten 37 Höfe, Kirche, Pfarre und Schule sowie ein Teil des Rittergutes ab. Der Name Buckow ist slawischen Ursprungs. Buky, tschechisch Buk, heißt Rotbuche und bezeichnet eine an Buchen reichen Gegend. Der Ort wird in einer Urkunde 1420 Bukow genannt. Nach dem Lehnbuche des Erzbischofs Albrecht (1383 bis 1403) halte Henning von Rando eine kleine Fischerei „auf der sehe zu Bokow und zu Stekelstorp".
 
Die Reformation wurde im Ort durch Frau Margarete von Treskau, geb. von Kruseken, Witwe des Joachim Buckower Bürgervon Treskau, schon frühzeitig eingeführt. Sie las Luthers Bücher und reiste selbst nach Wittenberg und redete mit Luther. Nach ihrer Rückkehr stellte sie eine Reformation in allen ihren Kirchen an, schaffte die „Meßpfaffen" ab, nahm evangelische Prediger an.
Zur Zeit der ersten lutherischen Kirchenvisitation (1562 bis 1554) gehörte das Dorf  Hansen von Tres(ch)kow. Es wohnten dort 23 Hauswirte und der Junker, auch gehörte damals zur Kirche eine Vicarey. 1782 hatte Buckow 184 Einwohner. 1785 gehörte das Dorf dem Herrn von Treskow und enthielt mit den 2 Kolonistenwohnungen und  dem  adligen  Gute 67 Halbspänner und 12 Kossäten waren.
Im See hatte das Amt Jerichow das Recht, jährlich zweimal unter dem Eise zu fischen. Eingepfarrt waren die    Buckowsche  Schäferei mit 19 Feuerstellen und die Buckowsche Ziegelei mit 2 Büdnerwohnungen, beide zusammen mit 80 Einwohnern. 1928/29 hatte der Ort etwa 424 Einwohner. Post- und Bahnstation ist Großwu-dicke. Die Chausseeverbindung war 1928 ein Schmerzenskind des Dorfes. 1929/30, aber doch fertig gestellt, konnte diese Verbindung nach Steckelsdorf weitergeführt werden. Heute ist Buckow ein Ortsteil von Großwudicke.

Redaktionell bearbeitete am 05.11.2007 von Robby Schmalz
 


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