Die Schornsteinspucker
von Günter Thonke
Tag für Tag zogen die Kinder vom Kleindorf nach Groß-Buckow zur Schule über die gemauerte Eisenbahnbrücke. Diese war ein Zeitverzögerer, da die rollenden Züge ihre Neugier weckten. Sie kamen oft zum Unterricht zu spät. Beim Heimweg musste die Mittagsmahlzeit in der Röhre warten. Etwas vom Jagdtrieb war in aller Kinder Gene und das Zielen und Treffen reizte. Es galt den Lokomotivenschornstein zu treffen. Die Spucke war die Munition und die wurde oft knapp. Als dunnemals ein Zug vor dem Signal zum Stehen kam, redeten die Großen dem Däumling ein, er hätte getroffen und der Gendarm werde ihn holen und ins Spritzenhaus stecken bei Wasser und Brot. Dem Kinde wurde mulmelig im Gedärm. Erst am Abend fanden die Eltern ihren Sohn verängstigt im Holzstall versteckt.
Gespuckt hat er aber nie wieder im Leben!
Redaktionell bearbeitet am 05.11.2007 von Robby Schmalz
Kommentare sind zu dieser Seite nicht vorhanden! |
|
|
|
|

|