Ein Kind von mir
nacherzählt von Günter Thonke
Es zog ihn ins Heimatdorf Böhne, um nur mal wieder zu gucken, was sich getan hat. Seine Wurzeln hatte er vor Jahrzehnten einen Tagesmarsch entfernt geschlagen und dort zwei Söhne mit seiner Trauten in die Welt gesetzt gehabt. Die wandelten auf Freiersfüßen und in der Alten Fußtapfen. Eine Schwiegertochter begleiteten ihn heute auf der Fahrt. Die Verflossenen der Jugendjahre konnten sich keinen Reim darauf machen, als er behauptete, die junge Frau hätte ein Kind von ihm. Sie trauten ihm da noch einiges zu, denn ihre Erinnerungen geisterten noch zurück - wie auch immer.
Am Ende lüftete er aber das Geheimnis, daß es die Verlobte eines Sohnes sei, die ja somit ein Kind von ihm hätte. Langsam dämmerte es den Gealterten der Vergangenheit, -nur zugetraut, - zugetraut hätten sie es ihn noch!
Grafik: Wodtke
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