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Das Schwedenhaus in Böhne- da wo einst der Kurfürst seine List ersann

von Norbert Stein

Böhner Schedenhaus, Südansicht

Blick durch die Eckpfeiler des ehemaligen Wirtschaftshofes des Gutes auf die Südansicht des Schwedenhauses (2007)

Durch die zwei Eckpfeiler zum Böhner Gutshof hindurch, fällt der Blickfang unweigerlich auf ein altes, sanierungsbedürftiges Haus. Es ist das „Schwedenhaus" mit einer über 340-jährigen Geschichte.
 
Am 2. April 1658 starb in Böhne Hans von Briest, kurfürstlicher Brandenburgischer Kammerjunker. Sein Sohn, Jacob Friedrich von Briest (geboren am 11. Februar 1631 in Böhne, gestorben am 12. August 1703 in Böhne), war einst kurfürstlicher Landrat des westhavelländischen Kreises.
1654 heiratete er Catharina Ludmilla von Ribbeck, verwitwete von Lochow. Im Herbst 1660 erteilte Hans von Briest den Auftrag zum Bau eines neuen Herrenhauses auf dem Hof in Böhne. Das Haus wurde 1661 fertig gestellt. 14 Jahre danach soll sich dort der „Große Kurfürst" aufgehalten haben, um Vorbereitungen zu treffen zur Befreiung Rathenows von den Schweden. Seither wird das Böhner Anwesen „Schwedenhaus" genannt.
Böhner Schedenhaus, Nordansicht

Nordansicht, vom Königsgraben aus gesehen (2001)

1674 standen die Brandenburger Truppen im Elsaß. Da fielen die Schweden in Brandenburg ein. Die Schweden drangen ungehindert vor und besetzten die Havellinie. Die Städte Brandenburg, Rathenow und Havelberg waren in ihrer Hand. Da entschloss sich der Kurfürst von Brandenburg in seinen Staat zurückzukehren. Unbemerkt von den Schweden traf der Große Kurfürst in Magdeburg ein und entschloss sich, die feindliche Stellung an der Havel zu durchbrechen. Rathenow war erst am 8. Juni 1675 von den Finnen und Lappen des schwedischen Obersten von Wangelin besetzt worden. Die Rathenower mussten 40 000 Pfund Brot und 200 Tonnen Bier abgeben. Landrat von Briest waren schon vor dem Eintreffen der brandenburgischen Truppen die Befreiungsabsichten des Großen Kurfürsten bekannt. Er spendete den Schweden Wagenladungen voll Bier und Branntwein,
Böhner Schedenhaus, Südostansicht

Südostansicht (2007)

die diese in vollen Zügen genossen. Einige Rathenower waren eingeweiht und halfen dem Landrat die Besatzer in Sicherheit zu wiegen.
Der Angriff der brandenburgischen Truppen begann von zwei Seiten. Zuerst nahm Feldmarschall Derflinger die Hohe Brücke am westlichen Ende des Schwedendamms und kam von dort über einen Damm zur Langen Brücke am Haveltor. Gleichzeitig begannen die Kämpfe am Mühlendamm. Ein Teil der Schweden wurde im Schlaf überrascht. Die Rathenower, die sich an den Kämpfen beteiligten, trugen als Erkennungszeichen einen Strohkranz am Arm. Bald war die Stadt befreit.        
Quelle: MAZ vom 18.09.2007
Fotos: Wodtke
Redaktionell am 19.09.2007 von Hans- Jürgen Wodtke bearbeitete

Anmerkung der Redaktion:
Das Schwedenhaus wurde zur Zeit des letzten Besitzers, dem
GFM Günther von Kluge, vom Inspektor des Gutes bewohnt. Der Letzte Inspektor des Gutes hieß Apitsch. Dieser wurde am 01.07.1945 vom damaligen Verwalter und Schwager Kluges, Otto Rahtgens, eingestellt.

Sverigehuset, Schwedenhaus in Stockholm

Das Stockholmer Pendant zum Böhner Schwedenhaus - lange nicht so schön und viel zu modern
Apitsch erhielt später im Rahmen der
Bodenreform eine Neubauernwirtschaft und bewohnten daraufhin die Nordhälfte des Schwedenhauses. Die Südhälfte des Hauses wurde der Neubauernfamilie Mattner zugewiesen.
In den 60iger Jahren zog die Verwaltung der
LPG "Befreites Land" Böhne in die Nordhälfte des Hauses ein. Neben der Verwaltung fanden auch die Betriebsküche und der Speiseraum für die Belegschaft der LPG in den Räumen Platz. Der übrige Teil des Hauses wurde als Wohngebäude genutzt. Erst mit dem Neubau eines Verwaltungs- und Sozialtraktes Ende der 70iger Jahre am südlichen Dorfende Böhnes zog ein Teil des landwirtschaftlichen Betriebes aus dem Gebäude aus. Bis etwa 1990/ 1991 dienten die Räume aber weiterhin als Büroräume für die Außenstelle der  LPG Tierproduktion "Karl Marx" Vieritz
In den 90iger Jahren bemühte sich die Naturparkverwaltung des Naturparks "Westhavelland"  leider erfolglos um die Übernahme des Gebäudes.
Aktuell dient das Gebäude als Wohngebäude.
Die Kommunalverwaltung bemüht sich bereits seit vielen Jahren erfolglos um den Verkauf des Objektes 


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