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Chronologische Daten zur Entwicklung des Dorfes Bützer

zusammengestellt von Andreas Krüger

  •  Um 1250 Die Kirche von Bützer wird gebaut.
     
  • 1368 erste Erwähnung des Dorfes Buczer.
  • 1380 – 1397 die von Randow haben einen Adelssitz in Bützer.
  • 1391 am 3. Oktober erhielt die Milower Burgbesatzung überraschend die Botschaft, dass Lippold von Bredow mit einer Schiffsflotte unterwegs sei und eine unheimliche Maschine an Bord hätte. .. (Belagerung der Burg Milow durch die Brandenburger mit einer Kanone).
  • 1397/99 Heinemann v. Randow hat Lehen zu Bützer, Legenbünsche, Redekin, Bellin, Langhusen, Großwulkow. Bekennt sich (mit seinen Bruder Richard 1403) mit seinem Besitz in Welzleben zu Magdeburg (Quelle Olof von Randow, Stammtafeln der Familie von Randow, Hamburg 1995). 
     
  • Ritterrüstung1562 Erste Erwähnung der Kirche zu Bützer als Filiale zu Vieritz unter dem gutsherrschaftlichen Patronat von Katte.
  • 1573 starb Joachim von Treskow u.a. Rittergutsbesitzer in Bützer.
  • 1575 Hans von Treskow Rittergutsbesitzer in Bützer. (Sohn des Vorgängers).
  • 1592 Christoph von Treskow Rittergutsbesitzer u. a. in Bützer stirbt. (Bruder des Vorgängers). 
      
  • 1618 Beginn des dreißigjährigen Krieges.
  • 1619 Heinrich von Treskow ist Rittergutsbesitzer in Bützer.
  • 1630 Pest in Milow.
  • 1631 den 22.08. zog ein starker Heereshaufen von Havelberg – Rathenow – Premnitz über die Havel nach Milow und von dort nach Hohenziatz.
     
  • 1632 Schweden brennen Schmetzdorf nieder.
  • 1638 Durchzug feindlicher Heere.
  • 1648 Ende des dreißigjährigen Krieges.
  • 1650 In Bützer sind infolge des dreißigjährigen Krieges von 10 Höfen nur noch fünf bewohnt.
  • 1670 Arndt Heinrich von Treskow auf Schlagenthin erwirbt u. a. Anteile an Bützer von seinen Vetter Hans Christoph Heinrich von Treskow.
  • 1670  Pfarrer in Vieritz und Bützer Jacobus Mauritius, dieser wird auf dem Weg vom Bützer nach Milow überfallen, schlägt den Täter am Popenstieg in die Flucht.
  • 1675 Bützer geht vom Besitz der Milowerschen Treskow - Linie in dem Besitz der Schlagenthiner Linie über. Am 18.10.1675 verkauft Hans Otto von Treskow sein Gut Bützer mit den Anteilen an Milow und Premnitz an seinem Vetter erb – und eigentümlich für 18.000 Taler.
  • 1675 am 15.06. sämtliche Fischer der Dörfer links der Havel Böhne, Bützer, Milow mit ihren Kähnen bringen die brandenburgischen Truppen zur Erstürmung von Rathenow und zur Vertreibung der Schweden über die Havel.
  • 1687 Beginn der Aufzeichnungen im Kirchenbuch Vieritz und der Fiale Bützer
     
  • 1720 Schulmeister Zacharias Böttcher im Kirchenbuch Bützer genannt.
  • 1Stremmefähre zwischen Milow und Bützer730 02. März Joachim Liborius, ein Sohn von Wiebrecht Christian mit dem auf dem großen Hof in Milow wohnenden Otto Melchior, dem Enkel des Arndt Heinrich, einen Tauschvertrag ab. Danach erhält Joachim Liborius Bützer, während der kleine von Milow in Otto Melchiors Eigentum übergeht. Noch vor der Übersiedlung nach Bützer stirbt Joachim Liborius als letzter der alten Milower Linie und wird am 13. März 1730 beigesetzt. Sein einziger Sohn stirbt unvermählt in Bützer. Der Bützersche Besitz kommt im laufe der Jahre durch kinderloses versterben der Eigentümer in die Hände verschiedener Treskows, bis er 1824 an die dortige Gemeinde verkauft wird.
  • 1769 im Kirchenbuch ist Bützer mit 182 Einwohnern angegeben.
  • 1792 im Kirchenbuch ist Bützer mit 211 Einwohnern angegeben.
  • 1795 am 2. August ertranken bei der Überfahrt über die Stemme von Bützer nach Milow 5 Personen.
  • 1805 in der Aufzählung der Hausbesitzer von Bützer ist das Schulhaus, sowie das Kuh-, Pferde- und Schafhirtenhaus genannt.
  • 1824 Der letzte Besitzer des Treskowschen Gutes in Bützer war Bernhard von Treskow. schuldenhalber musste er es 1824 verkaufen. Als Bieter traten die Gemeinden Bützer und Vieritz an. Die Ackergemeinde Bützer erhielt den Zuschlag. Bernhard von Treskow zog nach Sandau, wo er noch bis 1843 lebte.
  • 1824 Die Vorbesitzer der in diesen Kontrakt genannten Besitzer haben das Rittergut Bützer am 19. März 1824 beim Oberlandgericht zu Magdeburg für das Meistgebot von 48000 Talern in Gold eigentümlich zugeschlagen. Der Besitztitel wurde am 11. April 1826 eingetragen. Das für den Kauf nötige Geld von Anteilig 26000 Talern borgten sich die Erwerber von dem Kaufmann und Bürgermeister von Magdeburg Coqui.
  • 1830 brannten 14 Häuser ab. Quelle: Dr. Eugen Huhn, „Lexikon von Deutschland“, Wildburghausen 1847.
  • 1835 Bützer hat 249 Einwohner.
  • 1842 Das alte Herrenhaus wurde abgerissen und das Material zum Bau des Kirchturmes verwendet.
  • kaiserlich-deutsche Soldaten1847 Bützer hat 274 Einwohner.
  • 1857 die Dachziegel- und Verblendstein-Fabrik F. Witte und Co. wird gegründet.
  • Um 1868 ist der Friedhof vom Gelände um die Kirche an die heutige Stelle in der Dorfmitte verlegt worden.
  • 1870/71 Bützersche Bürger befinden sich im Deutsch – Französischen Krieg. (z.B. Karl Lietze, Carl Peters).
  • 1884 Bützer hat 460 Einwohner.
  • 1890 Bützer hat 611 Einwohner.
  • 1895 Die Gemeinde Bützer hat eine Gesamtfläche von 677,7 ha und 631 Einwohner.
  • 1899 Das alte Schulhaus wird abgerissen und eine neue Schule gebaut. Heute Havelstraße 21 und damals noch einstöckig.
     
  • 1905 Ein Blitz fährt in die Kirchenspitze und schlägt in die Orgel ein. „Gottlob ohne zu Zünden“ Quelle Kirchliches Rechnungsbuch Bützer.
  • 1910 Die Kirche wird renoviert.
  • 1912 Bützer hat 559 Einwohner, die meisten Ziegeleien hatten ihren Betrieb eingestellt so auch am Kietz Witte und Horn 1913.
  • 1914 Der erste Weltkrieg bricht aus, Beginn des Straßenausbaus um Bützer.
  • Ortslage Bützer1918 Der Böhner Pfarrer schreibt: „…sondern auch die große in den neunziger Jahren von den Glockengießer Collies gelieferte, herrlich tönende Glocke mussten in den Feldzug. Schwer wurde es der Gemeinde ihren Liebling abzugeben, aber alles Zaudern half nichts Im Herbste 1918 ging sie mit sieben Schwestern in die Schmelze, ohne indes das große Unglück aufzuhalten, dass im November über unser Volk herein brach.“
    1918 Der Krieg ist zu Ende. Viele Männer sind gefallen, Invalide oder sitzen in Kriegsgefangenschaft. (z. B. Gustav Peters war in Russland lange Zeit in Kriegsgefangenschaft).
  • 1924 Die Feuerwehr Bützer wird gegründet.
    1924 Sonntag Lätare – 30. März 1924 – Die Glockenweihe der neuen Grußstahlglocke, hergestellt vom Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahl Fabrikationen, Kosten über 32.200 Mark.
  • 1928 Die Schule wird aufgestockt und ein neues Klassenzimmer und Wohnraum für die Lehrer entsteht.
  • 1933 Der Genthiner Landrat Zacher beurlaubt mit sofortiger Wirkung den Gemeindevorsteher Hermann und ernennt zum Kommissarischen Amts- und Gemeindevorsteher, bis auf weiteres und unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs, den Etuiarbeiter Albert Wittstock.
  • 1935 Robert Giese baut die alte Windmühle an der Havel zu einer Motormühle um. Er liefert Brot bis nach Berlin.
  • 1940 Gründung des Segelflugplatzes Bützer - Vieritz durch die Arado Flugzeugwerke GmbH in Potsdam.
  • 1942 bewirtschaftete Arado einen Segelflugplatz mit einer Fläche 96,2496 ha.
  • 1945 Pfarrer Büchtemann rettete die Kirchenutensilien vor russischem Raub.
  • 1945 Ende des 2. Weltkrieges. Über 60 Einwohner von Bützer sind tot.
     
  • 1946 Die Flächen des Arado Flugplatzes werden im Zuge der Bodenreform an Einwohner vergeben. Beginn der Aufforstung schlechterer Sandflächen.
  • 1949 Durch die vielen Flüchtlinge hat Bützer 970 Einwohner.
  • 1950 Baubeginn in der Neuen Straße.
  • Ziegelei Witte in Bützer1950 Die Gemeinde Bützer wird Ortsteil der Gemeinde Milow.
  • 1953 Die Gartenstraße erhält Randbord und wird mit einer Schotterschicht versehen.
  • 1957 Bützer ist wieder ein eigenständiger Ort, Bürgermeister wird Herr Majunke.
  • 1963 Motocross auf dem Bützer Berg.
  • 1969 Großbrand in der Ziegelei Witte.
  • 1973 Die Schweinemastanlage Bützer wird gebaut.
  • 1973 Der große Sturm lässt die Spitze des großen Ziegeleischonsteins herunter krachen.
  • 1989 Die Wende, Einwohner von Bützer demonstrieren in Rathenow.
  • 1990 Der Beitritt zur Bundesrepublik wird gefeiert, Bützer hat 579 Einwohner.
  • 1999 Der Kiefernweg wird befestigt
     
  • 2000 Die Gartenstraße wird befestigt. In der Kirche wird eine neue Uhr eingebaut. Die Kirche befindet sich innen in einen schlechten Zustand. Für die Kriegsopfer des 2. Weltkrieges wird eine Gedenktafel eingeweiht.
  • 2001 Die Waldstraße erhält einen Überzug und Straßenbeleuchtung, die Thälmannstraße von der Eiche bis Marks erhält ebenfalls einen Gehweg und eine Straßenbeleuchtung.
  • 2002 Baubeginn der alten Rathenower Straße, die Ziegelstraße erhält eine neue Straßenbeleuchtung.
  • Blick über die Havel zur Kirche Bützer2002 Bützer bleibt von der großen Elbeflut im August relativ verschont. Die Wiesen stehen unter Wasser, die Stremme führt Öl und anderen Dreck mit sich, ein Fischsterben war festzustellen.
  • 2003 Das Jahr der großen Trockenheit. Die alte Rathenower -, Havelstraße und Waldstraße werden fertig ausgebaut.
  • 2004 Bützer wird Ortsteil der neuen Gemeinde Milower Land.
  • 2005 Die Rathenower Straße Hauptstasse bekommt einen neuen Belag von der Stremmebrücke bis zur Kreuzung nach Vieritz und Böhne, Bützer hat 633 Einwohner.
  • 2006 Die Kreuzung nach Vieritz und Böhne wird ausgebaut
  • 2007 Die Kirche ist noch immer in einem beklagenswerten Zustand. Die Kirchengemeine hat eine Sanierungskonzeption in Auftrag gegeben. Danach muss als erste Maßnahme das Gewölbe des Chorraums abgestützt werden. Das Gewölbe droht einzustürzen und die alte Deckenmalerei wäre zerstört. Die Durchführung der wichtigsten Baumaßnahmen an der Kirche sollen ca. 200.000 Euro kosten.

Bearbeitungsstand: 20.07.2007
redaktionell bearbeitet von Hans- Jürgen Wodtke
Fotos: Archiv G.Thonke(4) und Hans- Jürgen Wodtke(2)


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