Günther von Kluge, Generalfeldmarschall und Gutsherr von Böhne
von Hans- Jürgen Wodtke
Günther von Kluge wurde am 30. Oktober 1882 in Posen / Westp. ( Poznań) als Sohn der Eheleute Max und Elise Kluge geboren. Er stammte aus einer Familie deren Mitglieder entweder Offiziere oder Forstleute waren. So auch sein Vater, dieser war 1882 Oberleutnant.
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Günther von Kluge im Herrenzimmer seines Gutshauses in Böhne, im Hintergrund ein Portrait seiner Ehefrau
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Er wie auch sein Bruder Wolfgang entschieden sich frühzeitig dafür, die Offizierslaufbahn einzuschlagen.
So wurde er mit 10 Jahren Kadett an der preußischen Kadettenschule Köslin (Koszalin) an der Pommerschen Ostseeküste. Sein weiterer Lebensweg führte ihn als jungen Leutnant mit 18 Jahren zum Niedersächsischen Feldartillerieregiment 40 in Wolfenbüttel.
Für die Rettung eines 14 jährigen Jungen vor dem Ertrinken, auf der Insel Wangerooge, wurde er mit 17 Jahren mit der Oldenburgschen Rettungsmedaille ausgezeichnet.
Von 1909 bis 1912 besuchte Günther Kluge die Kriegsakademie und wurde 1913 zum Großen Generalstab kommandiert. Hier war er während des 1.Weltkrieges in verschiedenen Stellungen tätig.
Sein Vater Max Kluge wurde 1913 gemeinsam mit seinen beiden Söhnen in den erblichen Adelsstand erhoben.
Der heute noch oft gebrauchte Vorname Hans Günter „erfanden“ von Kluges Kameraden während der Zeit in der Kriegsakademie. Die Veranlassung dazu führte auf die „Intelligenzproben“ eines Pferdes Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Das Pferd, der „Kluge Hans“ genannt, war damals weltberühmt.
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Günther von Kluge (li) bei der Jagd
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Weiterhin war der Scherzname „Der kluge Hans“ aber auch eine Anspielung auf seinen Familienname und auf die neidlose Anerkennung seiner besonderen geistigen und militärischen Fähigkeiten.
Günther von Kluge heiratet am 02.Oktober 1907 Mathilde Marie geb. Briesen aus dem alten havelländischen Adelsgeschlecht von
Briest/ von Briesen. Aus der Ehe stammen ein Sohn, Günther jun. und zwei Töchter, Ester und Marie- Luise.
Über verschiedene Stationen ihres Lebens gelangte die Familie von Kluge 1930 nach Böhne. Hier erbte Mathilde von Kluge den Familienbesitz von ihrem Onkel, dem
Rittmeister a.D. Robert von Briesen. Mit der Erbschaft des Gutes Böhne mit rund 800ha Wald und 345ha anderweitiger

landwirtschaftlicher Nutzfläche konnte Günther von Kluge einer weiteren, offensichtlich auch vererbten beruflichen Leidenschaft, der Land- und Forstwirtschaft nachgehen.
Zum Zeitpunkt der Gutsübernahme war er im Dienstgrad eines Oberst und Kommandeur des Artillerieregiments in Schwerin. 1934 wechselte er nach Münster/ Westfalen und 1938 nach Hannover. Damit blieb ihm bereits vor Ausbruch des II. Weltkrieges für seinen Gutshof wenig Zeit.
Viele heute noch existierende Briefe belegen aber sein überaus reges Interesse am Geschehen an seinen Ländereien in Böhne. Selbst in den Zeiten des II. Weltkrieges erhielt seine Ehefrau in Briefen von ihm immer wieder Anweisungen und Hinweise für notwendige Arbeiten auf dem Gut.
Am 10. Juli 1940 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert und konnte am 20. Juli 1940 seine Familie in Böhne besuchen. Noch heute können sich einige Böhner Einwohner an diesen für die Gemeinde besonderen Tag erinnern.
In einem Zeitungsinterview mit
Walter Specht zum 60. Geburtstag von Günther von Kluge, im Jahre 1942 äußert er sich zum Wunsch für seine letzte Ruhestätte. „Unter seinen alten Bäumen möchte er auch einmal begraben sein und nicht in dem dumpfen Gewölbe auf dem Hügel bei der Schäferei, in dem die Vorfahren seiner Gattin ruhen.“
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Neben dem Familienmausoleum in Böhne befand sich die letzte Ruhestätte von Günther von Kluge
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Am 12. Oktober 1943 verunglückt von Kluge bei einem Autounfall in Rußland sehr schwer. Er musste lange Zeit im Lazarett zubringen und hielt sich danach auch einige Zeit zur weiteren Genesung auf seinem Gut in Böhne auf. Möglicherweise war das die längste zusammenhängende Periode, in der sich von Kluge in Böhne aufhielt.
Er trat seinen Dienst am 02.07.1944 wieder an und wurde zum Oberbefehlshaber West nach Frankreich berufen. Im Zusammenhang mit den Ereignissen des 20.Juli 1944 geriet er sehr bald in das Blickfeld der Gestapo. Die schwierige Lage, in der sich von Kluge als Mitwisser und Unterstützer des Putschversuches befunden haben muss, kann in der heutigen Zeit wohl kaum nachvollzogen werden. Obwohl gegen die politischen und militärischen Ziele Hitlers, stand er fest zu dem von ihm geleisteten Eid. Er musste annehmen,
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Letzte Ruhestätte von Elise von Kluge, Mutter von Günther von Kluge, auf dem Böhner Friedhof
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dass man ihn Kürze verhaften und wie viele andere am Putschversuch Beteiligte verurteilen würde.
Am 19. August 1944 zog Günther von Kluge die Konsequenzen nahm sich während einer Autofahrt in der Nähe von Metz mit einer Kapsel Zyankali das Leben.
Mit seinem Freitod wollte er auch seine Familie vor zu erwartenden Repressalien schützen. Das gelang nur zum Teil. Sein Sohn Günther von Kluge jun. wurde sehr bald verhaftet und musste bis zu seiner Befreiung durch die Alliierten täglich mit seiner Hinrichtung rechnen.
Der dem Generalfeldmarschall sehr nahe stehende Neffe, Oberstleutnant
Karl Ernst Rahtgens, wird nach seiner Verhaftung im August 1944 in Belgrad, am 30.08.1944 in Berlin- Plötzensee hingerichtet.
Günther von Kluge wurde am 01.09.1944 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung aber ohne Teilnahme damaliger politischer Würdenträger jedoch mit militärischen Ehren beigesetzt. Entsprechend seinem Wunsch, wurde er neben dem Mausoleum erdbestattet.
Nach dem Waffenstillstand im Mai 1945 haben Unbekannte die sterblichen Überreste aus dem Grab entfernt. Trotz intensiver Bemühungen konnte der Verbleib der sterblichen Überreste nie geklärt werden.
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Letzte Ruhestätte von Mathilde von Kluge in Überlingen  |
Heute erinnert an die letzte Ruhestätte des Günther von Kluge und an die Ruhstätte der Geschlechter von Briest/ von Briesen ein schlichter Feldstein Anstelle des einstigen Mausoleums.
Vor dem Einmarsch der Roten Armee in Böhne verließ Mathilde von Kluge ihr Gut, kam aber im Sommer 1945 wieder zurück, um es dann für immer zu verlassen.
Mit der Enteignung des Gutes am 06.09.1945 ging dann endgültig eine mehre Jahrhunderte andauernde Epoche von Briest- von Briesen- und von Kluge am Standort Böhne für immer zu Ende.
Mathilde von Kluge verstarb am 05.09.1965 in Überlingen am Bodensee.
Quelle: MAZ vom 30.10.2007 (leicht gekürzte Form)
Fotos: Archiv Michael Crone + Archiv Hans- Jürgen Wodtke + Bart Baeyens
Kommentare |

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| Kommentar: | 2 |
| von: | pump |
| am: | 22.11.2010 |
| um: | 13:33:53 |  | |
| Kommentar: | also werter Kommentator wie ist der
Zustand nach 1945 zu bewerten wenn
es angeblich kein Waffenstillstand war......
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| Kommentar: | 1 |
| von: | Günter Abraham |
| am: | 23.11.2007 |
| um: | 09:49:42 |  | |
| Kommentar: | So nicht korrekt
Zum Bericht über den Geburtstag des Generalfeldmarschalls von Kluge in der MAZ vom 30. Oktober gibt es etwas anzumerken. Darin heißt es wörtlich in einer Passage: „Nach dem Waffenstillstand im Mai 1945." Im November 1918 wurde ein Waffenstillstand in Compiégne zwischen Deutschland und den Westmächten abgeschlossen und Deutschland musste ziemlich schnell Frankreich, Belgien, Luxemburg und Elsaß/Lothringen räumen. Der Kaiser floh, aber Deutschland konnte seine Regierung und auch die Armee behalten. Japan hat im August 1945 kapituliert, wurde militärisch besetzt, konnte aber den Kaiser (Tenno) behalten. 1953 wurde der Waffenstillstand zwischen Nordkorea/China und den USA samt ihrer Verbündeten geschlossen. Noch heute stehen sich beide Armeen am 38. Breitengrad gegenüber. Mit Nazideutschland hat weder England, die Sowjetunion oder die USA 1945 einen Waffenstillstand geschlossen. Deutschland musste am 8. Mai 1945 bedingungslos kapitulieren. Der „totale Krieg" endete mit einer totalen Niederlage. Deutschland wurde vollständig militärisch besetzt. Der Hitler-Nachfolger Dönitz wurde etwas später in Schleswig-Holstein von den Engländern verhaftet, in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen angeklagt und verurteilt. Also werte Geschichtsforscher: 1945 gab es keinen Waffenstillstand.
Quelle: 20.11.07 Märkische Allgemeine Zeitung, Westhavelländer
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