Die Hunde und die Gänse
von Günter Thonke
Zu jeden Bauernhof gehört ein Hund, als Wachhund an der Kette und als Hütehund, so der Jagdleidenschaft gefrönt wird ein Jagdhund. Der hatte meist mehr Rechte als die Bäuerin, die den Gänsen zugeneigt war. Diese kamen stets in den Stall zurück, nachdem sie sich auf dem Anger selbst mit Futter versorgt hatten. Auch wachten sie in der Nacht besser als die Köter, die nur an das Streunen dachten. Die Federn der Gänse und zu Martini ihr Braten waren eine gute Gabe Gottes. Sie folgten ihrem Ganter und düngten außer Hause. Die Hunde machten ihre Haufen nur an falschen Orten.
War wo etwas heiß, so gab es kein Halten und die Treue zum Herrn wurde klein geschrieben. Allein darum ist beim Fiskus Hundesteuer zu zahlen, worauf sie vor Wut nachts den Mond anbellen, morgens den Postmenschen beißen und im Alter zu den Musikanten nach Bremen ziehen.
Redaktionell bearbeitet am 06.11.2007 von Robby Schmalz
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