Die Knopflochstrategen
von Günter Thonke
Die Alten wissen immer wie es hätte sein müssen.
In ihrer Jugend machten sie sich keinen Kopf.
Da waren sie noch hemdsarmig und kaum zugeknöpft gewesen
Nun kriegen sie den obersten, -
oft schon die untersten Knöpfe nicht mehr zu.
Darum gibt es Hemden ohne oberen Knopf und Loch,
denn im Alter haben die Männer schon zu oft einen dicken Hals.
Ihnen läuft die Weltgeschichte nicht wie sie hoffen und im Kleinen daheim ohnehin nicht in ihrem Sinne. So war es zwar schon immer, doch als alte Zausel wird es ihnen täglich bewusster.
Ihr Dampfablassventil ist der Stammtisch.
Oder ein Treff als „ Seh“mann im Kaufhaus.
Sehen und gesehen werden ist wichtig, so die Augen noch mitmachen.
Nur für voll genommen werden sie nicht mehr.
Das liegt bei diesen Strategen an den Knopflöchern.
Bei den Zugeknöp
ften erkennt man diese nicht.
Sind sie senkrecht oder waagerecht?
Ein geringeltes Nikki irritiert sogar vollkommen!
Es gibt aber keine Hemden, -
wo sich ein senkrechtes und ein waagerechtes Knopfloch abwechseln.
Die ständen aber den ausgeglichenen Typen gut.
Über einen Sinn von schrägen Knopflöchern für die schrägen Typen wurde noch nie nachgedacht, obwohl es ein weites Feld wäre.
Alle Be-hemde-ten haben immer ein Thema beim Wickel.
Es ist die jeweilige Zeit ihres Altertums.
Sie sind sich ihrer Macht bewusst, weil sie sich ungeschlechtlich hemmungslos vermehren und sie an der Alterspyramide schuld sind.
In argen Zeiten ohne Pille waren die Kinderstuben, damals nur Spielecken, voller. Es wurde statt mit dem Gameboy auf der Strasse gespielt. Heute wird nur noch auf Zeit geliebt, wie die altgewordenen 68 er es vorliebten, doch sind mit einem kurzen Hemde die Sterntaler von Staatswegen schwerer aufzufangen und zu haben.
Immer wieder sind Hemden mit und ohne Knopf im Spiel.
Erst im Hemde ohne Taschen hat alles Knöpfen ein Ende!
Redaktionell bearbeitet am 20.11.07 von Robby Schmalz
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