Der Kreisverkehr mit Sackgassen
von Günter Thonke
Auf den Strassen der vergangenen Geschichte verkehrten wir leider zu oft im Kreise und endeten in Sackgassen. Das lag nicht an den kleinen Leuten, sondern an den jeweiligen Machtmenschen, die nach ihrem Irren oft für sich einen gut versorgten Ausweg fanden.
Des Kaisers Sackgasse endete in Holland, wo er noch lange Holz hackte. Weimars Hindenburg schlief nur einige Jahre im Tannenberg-Denkmal und des Adolfs Asche soll bei Biederitz als Fischfutter verschwommen sein. Die Urne von Erich harrt noch in Chile auf dem Buffet, seine Vorgänger ruhen im Ehrenfriedrichshain.
Die Mächtigen der Bundesrepublik starben daheim und ruhen dort.
In den Sielen sterben immer nur die, die keinen Abgang fanden.
Beim Kreisverkehr ist nur nach rechts ein Abbiegen möglich.
Dort sind dann allerdings die Sackgassen ohne Wendemöglichkeit mit dem Abgrund. Ob aber die Dinge beim Linksverkehr anders laufen,
wurde hier noch nicht auf den Straßen erprobt. Es ist immer dasselbe und immer fehlt das Geld. Darum gibt es die Maut auf der BAB.
Der Weisheit letzter Schluss wird sie noch nicht sein.
Was wurde nicht schon alles privatisiert! Dem Staat half es nur immer einmal, den Drehern an den Schrauben laufend. Die Dummen sind wir alle. Wann gehen uns eigentlich die Seifensieder auf?
Gefragt werden wir nie direkt, wählen auch immer verkehrt.
Warum privatisiert man uns nicht? Wir wären dann wieder Hörige wie früher, der König wäre der Staat und ganz privatisiert und von dessen Kreisverkehr dürfte keiner mehr abbiegen. Alles hätte ein Ende außer der Wurst, der Fortschritt stände wieder still, Pisa käme zur Ruhe und Strom für alles Moderne gäbe es nicht mehr.
Alle müssten sich von Sonnenauf- bis -untergang bemühen und es käme wieder zur Großfamilie und die Zeit flöge nicht mehr. Damals waren zwar die meisten Menschen auch unzufrieden, aber anders.
Zufrieden sind nur immer die auf den Fettaugen der Suppe schwimmen, die aber schnell zu heiß gegessen werden kann und ihre Zungen verbrennt. Überall lauern Gefahren im Leben. Nur wenigen Menschen gelingt es nicht aufzufallen. Diese geistern durch ihre Zeit, ohne etwas davon gehabt zu haben. Das gemeinsame Altwerden ist schön. Nur das Altsein allein hat seine Tücken, wenn die Arme zu kurz und das Anziehen der Strümpfe eine Sackgasse wird.
Redaktionell bearbeitet am 20.11.07 von Robby Schmalz
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