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Loch und Löcher

von Günter Thonke

Vor Jahrhunderten wollte ein Bredow, der Leopold hieß, weil er klamm bei Kasse war, dem Teufel seine Gattin für einen Scheffel Gold verkaufen. Der Handel sollte in der Mitternachtsstunde auf dem Rheinsberg bei Landin stattfinden, doch am Ende schreckte er davor zurück und fragte den Schäfer um seinen Rat.
Die Schäfer wissen immer einen guten Rat, weil sie nur mit Schafen und kaum mit den Menschen zusammen kommen. Es galt den Teufel zu überlisten. Eine Grube unter dem Scheffelsack, der ein großes Loch hatte, war ihre Lösung. Der Teufel kam um Mitternacht wie immer und war verwundert, dass sich der Scheffelsack nicht füllte, trotz seines darum mehrmaligen Anschwirrens. Als es ein Uhr vom Turme scholl, war es mit seiner Macht vorbei.
Die Frau Gräfin blieb die Holde des Grafen.
Seine Sünde musste noch teuer erbeichtet werden.
„Lippel, Lappel, Nepel, wat hettst vorn groten Schepel“, so rief der Teufel wütend und wurde im Havelland kaum mehr gesehen.
Daher heißt der Rheinsberg jetzt Teufelsberg.
Der ist heute bewaldet kaum noch von der Rhinbrücke zu erkennen.
Als Kultplatz war dort sicher eine Art Finanzamt in vorchristlicher Zeit gewesen, wo der Zehnte abzuliefern war. Der Vergleich von Herr und Teufel scheint in der Sage nicht zu hinken. Die Unterirdischen und Archäologen finden immer einen Weg unter und in der der Erde. Auf dem Neustädter Markt in Brandenburg wurden sie fündig. Diesen Ort nennt man das Millionenloch. Vom Golde sprach bisher dort niemand. Die Rathenower, die schon immer eine längere Leitung hatten, buddeln nun in der Altstadt desderwegen. Der alte Engpass um das Rathaus wurde wieder einer. Ein Abbiegen zur Jederitzer Brücke geht nicht und Vorort liegen die Archäologen auf der Lauer nach den Schätzen des einstigen Heimatmuseums und hoffen dann für Jahre wieder ausgesorgt zu haben. Wer suchet, der findet und wer beklopft ist, dem wird aufgetan. Die Löcher können teuer werden dort und der Teufel wäre wieder im Havelland. Goldene Kreuze der Kirchtürme locken wieder und die leckeren Seelen hier, die tun es auch!
Seien wir gewarnt!

Redaktionell bearbeitet am 20.11.07 von Robby Schmalz

 


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