Teuflische Gedanken
von Günter Thonke
Schon seit der eisigen Zeit gibt es den Ur-Strom als Elbe.
Die Labe nennen sie die Menschen gen Sonnenaufgang.
Die gen Sonnenuntergang neideten sie des Sonnenaufganges.
Sie meinten die dortigen untersetzten Kopfkleineren sich leicht als Sklaven unterwerfen zu können und nannten sie die Slawen.
Die hatten es noch mit mehreren Göttern zu tun.
Darum wurden sie zu einem Reich der Bösen gestempelt.
Ihr eigener Böser war der Satan, der einst ein Bruder in Christi war, aber ausgestoßen wurde, weil er nicht mehr gespurt hatte. Da machte er sich auf die Socken, um sich ein eigenes Reich mit seinen faulen Tricks zu gründen. Er meinte sich chancenreich bei den Naiven, wo man die Zahlen schlecht zusammenkriegte und die Prozentrechnung nur dem Wodka zuschrieb. Mit deren Schreibkünsten war es auch nicht weit her gewesen. Sie hatten seit Olimszeiten Pisaprobleme und nur ihre Runen auf dem Kerbholz gehabt. Sie gaben sich kriegerisch, doch waren die Waffen der Menschen um Havel, Stremme, Rhin und Dosse meist stumpf gewesen und sie im Grunde genommen stets recht friedlich, solange ihre Gemahlinen als „geh mal“ alle Wege liefen, gärtnerten und sie mit Liebe und dem Nötigsten umsorgten.
Die Leute westlich der Labe labten sich wie die Maden im Speck.
Sie hatten den Schalk im Nacken, spiegelten sich wie eine Eule, wollten gerne einmal weg von der Arbeit auf den fetten Böden der Börde, die sie als Bürde betrachteten, um sich Leute von den Liutizen zu holen und auch einige Puppen als Zweitfrauen. Das galt zwar als Sünde, doch die sind dort ja zum Vergeben da und wer bei ihnen ohne Sünden lebt, der ist dort lebendig tot.
Die Mönche als Vergeber-Vorhut im Kloster lehrten und brachten den Ureinwohnern die Arbeitszeit ohne Uhr nach der Sonne bei. Ihre Brüder, die mit dem Schwerte, dachten da kaum anders.
Die Urigen hatten keinen Harz und verteilten darum am Tanger blutige Nasen. Danach hatten einige Generationen wieder ihre Ruhe!
Sind die Uralten alle weggestorben, so wird alles vergessen
und an ein „auf ein Neues gedacht !“
Der Druck ihrer Märkte ging über die Elbe in zu gründende Städte. Kein oder kaum Geld hatten dort fast alle. Nur blühte der Handel und Wandel schlecht wegen der Wertschöpfung bei ärmeren Leuten.
Nur mit der Liebe allein läuft gar nichts.
Etwas Böses gehört auch dazu.
Und so kam der Teufel ungewollt schneller zu seinem Reich.
Das scheinbar Gute hat den Teufel sowieso immer im Gepäck!
Dem bekloppenden Schmied war das vor Zeiten eine Lehre!
Für das Höllenfeuer war dringend ein Fachmann von Nöten, weil dem altersschwachen
Vorgängerschmied die Puste ausgegangen war und ihn etwas von der Gnade zu teil wurde, noch in den Himmel zu kommen. Er durfte ausreisen! So sprach der Satan beim sündigen Schmied in Jüterbog vor, ob er als Vollkraft oder auf Teilzeit den Posten haben wolle. Seine ramponierte Seele würde in Watte gepackt werden und eine junge Wirtschafterin würde ihn auch zur Hand und Bett gehen. Der Schmied forderte Bedenkzeit. Sein Weib mit dem schiefen bunten Rock dachte mit und schlug dem Manne des Teufels Vorschlag aus dem Kopf, weil dieser bei ihr den großen Hammer schwingen konnte und gut zu ihrer Seele passte. Ihr guter Rat, den Pferdefuß zu überlisten, bestand im Nähen eines ledernen Sackes und dass der Schmied sich einen letzten Wunsch wünschen dürfe.
Der Teufel hatte seinen guten Tag und war sich seiner Sache sicher und meinte einen Reibach gemacht zu haben. Er sollte ja nur durch das Schlüsselloch der Schmiedetür kommen und mit ihn dadurch wieder hinaus zur Hölle. Da kannte er ganz andere Zauberstücke und willigte ein. Doch hinter dem Loch war der Sack in den er fuhr und mit seinen Gesellen schlug der Schmied ihn auf dem Amboss grün und blau. Nur mit dem Versprechen nie wieder zu kommen und letztem Geschick konnte er entweichen und war froh, davongekommen zu sein.
Der Schmied aber kam nicht von dieser Welt. Sein immer zänkischer werdendes Weib und die Podagra quälten ihn. Er konnte nicht einmal mehr einen Strick zum Knoten binden, um sich zu erhängen. Es blieb ihn nur die Hoffnung auf Gnade, wie sie dem Vorgänger in der Höllenschmiede zu teil geworden war.
Doch da wurde das Warten schon vielen Leuten recht lang.
Eulenspiegel kam nur bis Stendal, - dem hiesigen Eboli in der Altmark, wie der Reformer Melanchthon
das deutsche Galiläa einst nannte, weil er meinte, dort flössen Milch und Honig. Eulenspiegels Brut aber machte sich an der Havel breit und stellte dort ihren Ahnherrn oft in den Schatten. Jetzt zieht es sie bis nach Bayern und unterwandert es. Von der Quelle aus gesehen lag die „Olle Mark“ am linken Ufer, - von der Mündung her am rechten Ufer des weißen Stromes, der Elbe.
Links und rechts sind also Fragen des jeweiligen Standpunktes
Die Altmärker trugen wie alle Leute in Galiläa den Kopf recht hoch.
Sie hatten und haben auch das höhere Elbufer.
Folglich konnte auf die da drüben herabgeschaut werden!
Man kannte sie nicht genau, wollte ihnen aber etwas Gutes tun.
Sicherheitshalber baten sie den Teufel um Hilfe.
Der nahm die Sache gleich selbst auf Horn, Schwanz und Pferdebein, machte sich zur „ guten Fee“ und versprach einer alten LPG-Bäuerin
einen „ frei gewählten“ Wunsch zu erfüllen. - Die glaubte nicht mehr an gute Feen, eigentlich an gar nichts mehr und schrie:
„Verschwinde Kopf - Heister in die Hölle!“ Ihr Wunsch erfüllte sich und der Teufel war wieder bei sich daheim im Warmen, was seine Großmutter mittelprächtig amüsierte.
Egal dachte er, früher oder später sehen wir uns wieder.
Teufel noch mal, fuhr es in ihn und er sprach einen Obdachlosen an.
„Schönes Wetter, schöner Tag heute !“
„Einer von vielen, wenn warm die Sonne scheint!“
„Verdammt ist der genügsam und zufrieden“,
dachte der Teufel und bot trotzdem seinen freien Wunsch an.
„Willst du alter Mann wieder ein junger Knabe sein?“ - „Es war schön ein Knabe gewesen zu sein, doch nicht immer.
In der Schule fühlte ich mich immer gepisakt!“ -
„Oder ein junger Mann wieder sein, dem die Mädchen nachliefen?“ –
„Auch das war schön gewesen, doch Ängste und Ärger gab es auch!“
„Oder ein Vermögender mit lieber Frau und artigen Kindern, weithin angesehen, dem manche Schöne noch ihre Augen zuwirft ?“-
„Die Gedanken imponieren zwar, -
wären aber auch ein beschwerliches Gratwandern!“-
„Zum Teufel noch mal, und er fürchtete sich verraten zu haben, -
was wünschst du dir eigentlich?“-
„Ich wünsche mir nur der zu sein, der ich bin!“ –
„Den Wunsch kann ich dir nicht erfüllen.
Es wäre der vierte Wunsch. Du hast keinen Wunsch mehr frei!“-
„Ich hatte auch vorher keinen Wunsch gehabt“, sagte der alte Mann,
„da brauche ich mir, Gott sei dank, also weiterhin keine Sorgen zu machen!“-
Jetzt redet der noch von meiner Konkurrenz und zähneknirschend zog die Fee-Satan davon zum Teufelsberg bei Landin, wo seine Großmutter ihm ein Rührei von einer großen Mandel Eier mit Speck briet, damit sein Nervenkostüm nicht litt und er depressiv würde.
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Bei leichtem Frost machte sich Beelzebub wieder auf den Weg.
In der Kälte sind nur hitzige Freier auch auf eben diesen.
„Was würdest du dir wünschen, hättest du drei Wünsche frei?“
Ganz verdattert fiel dem jungen „Spunt“ die Kinnlade herunter.
Die Fee sah aus wie seine liebe Traumgestalt vom Nachbardorf.
Der Teufel sprang ihm bei.
„Willst du reich werden, sollen dich alle Jungfrauen lieben oder -willst du Vereinsvorsitzender werden?“-
„Um Gottes Willen“, da zuckte es schon wieder beim Satan und er fürchtete es wäre nicht sein Tag, „Reichtum bedeutet nicht unbedingt Glück, weil man unter der Aufsicht des Finanzamtes stände,
mit vielen Frauen wäre man arm dran und wer Vorsitzender wird, sagte einst mein Vater, sollte eiligst aus dem Verein austreten!
Ich wünsche mir immer einen Wunsch frei zu haben!“
„Zu spät, das wäre dein vierter Wunsch gewesen!
Freudig lachte sich der Gehörnte ins Fäustchen und war stolz, - endlich wieder einen noch Erdenbürger gehörnt zu haben.
Notiert wurde der Fall für den Fall des Wiedersehens!“ Obwohl von seinen drei Versuchen nur einer geklappt hatte,
hofft er immer genug schwarze Seelen um sich haben!
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Am jeden Freitag hatte der Teufel immer schon seinen Ruhetag gehabt und wollte nicht gestört werden. Heute dachte er über seine Sippe nach und warum seine Großmutter immer noch das Sagen habe.
Von der konnte er sich nicht freischwimmen und es dämmerte ihn, dass er keinen Großvater habe. Also war Oma eine Alleinerziehende. Sein Vater hatte rechtzeitig die Fliege gemacht. Er war ausgewandert und ließ Frau und Kind sitzen, was auch typisch teuflisch war.
Sie wurde dann von der Schwiegermutteroma fix und fertig gemacht, dass auch der Himmel bald ein Erbarmen hatte.
Dem Enkel blieb die Last.
So er aber nicht mit dem Dreizack der Oma am Morgen geweckt werden würde, hätten alle Seelen auf der Erde ihre ewige Ruhe.
Die meisten Seelen werden ja auf den Friedhöfen zwischengelagert bis zur Auferstehung. Die in der Urne haben die Hölle schon hinter sich, aber von den anderen, den sich Durchmogelnwollern, von denen erhoffe er sich noch seinen Anteil.
Gerade kam ihm der Gedanke, dass er als Teufel seiner Sippe ja wohl der Liebe bedarf, um seine Art zu erhalten. Doch dann dachte er wieder an seine Großmutter und das eine knackige junge Teufelin es nicht leicht in der Hölle haben würde.
Es sei denn, sie wäre der Großmutter über.
Das träfe dann aber auch ihn!
Er könne sich ja gegen solche Wechselfälle versichern.
Das wäre zwar für jede Versicherung ein Geschäft, denn selbst wenn ein solcher Fall eintrete, streiten diese Leute auf Teufel komm heraus.
Probieren geht über studieren und er sauste nach Klein-Wulkow in die Lehre, wo man als Fremder kommt und als Freund geht. Der Schwalben Seelen dort sind alle schon bei ihm gebucht, weil sie immer schmeicheln bis zum Teufel noch mal. Da ging ihm oft selbst die hitzige Puste aus und hätte er solch eine Puppe in der Hölle, würde er oft gerne fremd entfliegen und sich um Austauschpuppen bemühen. Nur ohne Nachwuchs würden die Nachbarkinder des nächsten Teufelreviers in der Erbfolge zum Zuge kommen.
Allein der Gedanke ist teuflisch.
An Bord in der Hölle funktioniert die Verständigung wie auf einem Schiff. Darum sagt ma
n ja auch, so du verreist, bete einmal, wirst du Soldat, tue es zweimal, doch als Seemann wäre es dreimal von Nöten. Die Obenkonkurrenz hat ihre Mittel und er seine.
Ein Unterteufel meldet sich per Piepton.
Der hatte einen ein Eurojob auf Zeit bekommen.
Er gibt sich alle Mühe und hofft am Ende bleiben zu dürfen.
Hier ist ein Kommen und Gehen von Leuten eines Schlages, die nicht mehr auf den Weg der Tugend zurückfinden. Gerade hatte er mit zwei Typen von Mensch ein Problem und will nun um einen Rat bitten.
Beim Antrag auf die Höllenbürgerschaft können wir unser Veto geltend machen. Sind diese Kanaillen erst eingebürgert, werden wir sie nie wieder los, es sei denn eine andere Hölle nehme sie.
Also schauen wir uns mal die Zänker an, die sich auf der Rolltreppe beim Überholen wollen in die Wolle kriegten, mit den Schädeln unglücklich zusammenstießen und tot unten ankamen.
Der stark alkoholisierte und niederträchtige Halunke sperrte Mund und Nase auf und lallte: „Ich glaub, ich werde zur Minna!
Da sitzt doch der Hinkefuss persönlich!“
Sein Gegenspieler stammelte nur:
„O Gott, o Gott – ich stehe vor Luzifer!“
Des Teufels Miene verfinsterte sich. Er mochte keine anderen Titel.
„Hört ihr zwei Beiden. Hier hat es ohne Spektakel friedlich zuzugehen
weil es eine der Höllenstrafen ist, sich nicht mehr zu zanken. Was war denn der wahre Grund der Auseinandersetzung auf der Rolltreppe?“
„Der Freche wollte dem Hochmütigen an die Tasche!“
„Erlaube mal, schwadronierte der Trunkene, - ich bitte um das „Sie“, wir haben noch keine Brüderschaft getrunken, fuhr ihn der Teufel in die Parade, - schließlich muss man als Taschendieb leben können. Dieser Hochmütige schreibt über unsere Taschendiebgewerkschaft warnend in der Presse und über andere Querelen der Menschheit!“
Was querelt diese Menschheit denn auf Erden?
Sind diese Querelen auf meinem Mist gewachsen -
oder wird mir ins Handwerk gepfuscht?
„Das Meiste macht die Menschenbrut ja selber.
Das mit dem Ozonloch, Feinstaub und so weiter.
Dieser Kuhhandel zwischen „Gut“ und „Böse“. -
Ha, da liege ich ja richtig, schmunzelte der Teufel vor Freude! –
Der kotzt nicht nur mich an.
Auch das BSE der Kühe, die Schweinepest, der Vögelgrippe wie Aids gäbe es kaum ohne sie, doch das
Aufbauschen geschieht in der Presse, weil damit die Journalisten schwer Kies machen!“ –
„Sorge dich nicht. Der Kies landet hier in der Hölle und diese Schreiberlinge liebe ich besonders. Denen bleibt als Strafe für ihr Erdentreiben in der Höllenschreibstube hundertmal die Bibel rückwärts aufzuschreiben, dass sie sich der Sünden bewusster werden!“ -
„Ich als Teufel muss immer nüchtern meine Arbeit leisten, sonst werde ich abgemahnt oder gar gekündigt und du gehst hochprozentig auf die Taschendiebpiste. Wundere dich nicht, wenn Zeter und Mordio geschrieen wird, dass dem ganzen Kaufhaus die Ohren abfallen!“
„Und euer Gnaden Hochgemut, lohnte es sich dein altes Portmoney plündern zu wollen oder war es voller Mäuse, Adressen schöner Frauen oder euren Pin-Nummern gewesen, dass du solchen Klamauk gemacht hast ?“
„Es war ein Erbstück meiner Großmutter!“
„ Auch das noch, dachte der Teufel, damit habe ich auch Probleme!“ „Für Oma`s Erbe würden wir beide uns ja in Stücke reißen lassen!“
„Aber darum danach gleich mausetot zu sein, ist des Guten zuviel!
Schuld und Sühne liegen immer eng beieinander.
Darum kommt ihr in einem Raum, wo du diesem Analphabeten Kultur beibringen musst und er deinen Hochmut erniedrigen darf!
Da hatte ich wieder mal einen guten Einfall gehabt, dachte der Teufel. Er schaute in der Presse nach dem Sport und den Toten im Revier, den Leserbriefen Unzufriedener und den „Ruf mich an Nummern.“
Ein Teufel will ja auch etwas von seinem Leben haben.
An etwas Zukunft sollte auch ein Teufel denken.
Der Unterteufel bewunderte seinen Herren wegen seiner Weisheit.
Dessen Großmutter wollte nie, dass Leute eingestellt werden. Sie dachte an die Schwedter Initiative, wo
zu teuflischer Zeit weniger Leute schon mehr leisten sollten. Doch das hat sich dann erübrigt, als alles den Bach herunter ging. Sie hätte lieber alles in einer Hand und despotisch gelassen, wie es nun die Mächtigen der Industrie tun.
Da es dadurch mit den Sündern bergauf ging, war die Arbeit in der Unterwelt nicht mehr zu schaffen gewesen. Das Risiko, die Klein- und Unterteufel würden sich organisieren, gar revoltieren, wäre selbst durch einen Höllenverfassungsschutz nicht zu verhindern, weil dieser auch eigene Interessen und Pensionen im Auge hätte. Alle Ideen auf Erden schlagen nach unten zur Hölle durch.
Im Himmel ist mehr Platz, weil dieser sich ständig ausdehnt.
Nur fehlen denen die Leute.
Hier unten wird es immer enger. Selbst Bagatellfälle landen hier. Wegen einer Furche einigte man sich einst im Dorfkrug. Grund und Boden sind nun Gold wert und mit dem Golde wurde vom Höllenfürsten schon immer die Menschheit geblendet. Zum Gold kommen nun alle knapper werdenden Ressourcen und darin liegt der Hölle Zukunft. Das steht alles schon im „Alten Testament.“
Nur in der Flimmerkastenzeit liest keiner mehr.
Des Teufels Großmutter weissagte ihrem Enkel:
„Wenn die Frauen Hosen tragen,
die Bilder durch die Lüfte eilen
und die Menschen auf dem Mond landen,
dann ist Ultimo auf Erden!“
„Die Alte spinnt schon lange, dachte der, sicher schon Demenz!
Ich habe ihr bisher verheimlicht, - dass ich das Tempo der Weltgeschichte erhöht habe, obwohl viele auf Erden dem nicht folgen können und alt wie die Großmutter aussehen.
Jahrtausende lang gab es kaum etwas Neues.
Dann explodierte das Wissen und es kam zum ganz großen Geschäft und auf jeden großen Haufen setzte ich noch einen drauf.
Daher beginnt nun der Globus zu eiern, die Pole wandern und den Äquator zieht es gen Europa, der Golfstrom fließt zur Antarktis und taut diese auf und die Wasser steigen langsam zum Hals. Vor einer Sintflut würde diesmal das Feuer der Erde den Garaus machen.
Ob wieder ein Paar von jeder Art zur Zucht bleibt, ist noch nicht entschieden, denn für die Tierwelt gibt es keine Teufel, -
nur eine Hölle der Schlachthöfe!
Es wurde auch schon über einen Vertrag zwischen Himmel und Hölle nachgedacht. Gewissermaßen eine Weltall-UNO. - Eigentlich verhandelten wir mit der Firma über uns immer ehrlich und fair.
Da lassen wir uns nichts nachrufen, die auch nicht.
Leider wird stets zu spät gemerkt, was im Vertrag vergessen wurde oder wessen Arm zu kurz war. Bei Krupp und Krause war es 1990 wohl letztmalig so gelaufen. Der Treuhand hatte ich auch meine Finger geliehen gehabt. Verzeihen sie, meine Klauen!
Ich arbeite immer gegen die Primzahlen, bei Geburtsdaten und Titeln, weil diese Menschen zu denen gehören, die sicher sein können, gute Erben des Himmels zu werden. Der gute Benedikt, ich könnte mich tot lachen, werde mich aber hüten, hat da mit seiner Sechzehn nicht aufgepasst oder es im Erfolgsrausch übersehen.
Auch Stellvertreter sind nur Menschen!
Ich kann warten!
Dreißig Jahre hat Busch für seine Ziele ins Auge gefasst.
Das gab es schon einmal vor dem Westfälischen Frieden.
Dann wäre der ein ganz alter Mann oder schon bei mir!
Der Schirach von Paris oder Ben laden ticken anders.
Hinter dem Hindukusch grinsen viele über den Rest der Welt!!
Doch solange dort noch gegrinst wird, gibt es die Erde noch, obwohl diese Schnellläufer dort des Teufels Freunde sind.
Dieser meinte sich in seinen besten Jahren und machte sich auf nach Bamme, wo eine Rose im Frühling ihrer Jahre spross. Das hatte die läufige Umwelt auch schon mitgekriegt und der Teufel war einer von vielen Liebeswerbern. Denen schenkte sie ihren tiefschwarzen Kaffee immer übervoll mit einem Fußbad ein, so dass von der Untertasse geschlürft werden musste, was sie aber überhaupt nicht litt.
Weder als Bettler, Musikant gar als Minister verkleidet kam er zum Zuge bei der Dame, bis er sich als Fürst der Hölle offenbarte.
Käme sie freiwillig mit, könnte er ihr die ewige Schönheit und Jugend garantieren, bei einem späteren Abholen sehe es anders aus. Da liefe dann das normale Programm mit dem Höllenfeuer.
Einen kurzen Moment wankte die Schöne und fragte nach der Liebe. „Nein, die gibt es nicht in der Hölle, wozu auch!“
„Dann bleibe ich und warte bis in alle Ewigkeit!“
Verständnislos schüttelte der Höllenfürst seine Hörner und bat sie um ein Brustbild, ein möglichst sehr gewagtes. Doch sie blieb zugeknöpft, obwohl sie einem Messerschärfer und Kunstkönner schon Modell
gestanden hatte für seine Bienenbeuten.
Vieles ist und bleibt da zweideutig.
Seitdem hängt das Bild der duften Biene aus Bamme im Thronsaal des Bockbeinigen und er ergötzt sich daran, wie es auf Erden die Mächtigen an Bildern und Statuen in den Palästen tun.
Für das Volk gibt es die Museen, wo auf Sitte geachtet wird. Im gereiften Alter besiegte den Teufel die Neugier.
An einem blauen Tag wollte er seine große Liebe wiederzusehen. Sie war schrumpelig und hässlich geworden, hatte einen hässlichen Mann in ihrer Hütte und was das Kind betraf, da hatte minus mal minus nicht plus ergeben. Aber es war eine Liebe um sie und zwischen ihnen, dass der Teufel nachzudenken begann, ob da nicht doch etwas davon in seiner Hölle fehle.
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Als Teufel ging es nicht unter seine Hörner, das die Menschen unbe- dingt in das Paradies wollen, wo doch in der Hölle die Hölle los ist! Alle Spitzen der Weltpolitik debattieren hier weiter, reiben sich die Hände, ihr Gegenüber ausgetrickst zu haben und spielen und pokern um Gott und die Welt. Den Teufel lassen sie gerne vor, um nicht außer Hölle und im Himmel um Asyl nachsuchen zu müssen.
Alle haben auch in der Hölle ihr Konto ständig überzogen, hoffen aber, dass ihre Diäten weiter wachsen und sprudeln. Nur wenn kein Staat mehr zumachen ist, müssen sie sich um ihr Schweizer Bankkonto bemühen, deren Zinseszinsen aber ohnehin des Teufels sind.
Der Höllenhaushalt liegt auch ständig über der Dreiprozentgrenze, in Bälde wird es den Globalo geben und Dollar, Euro und Yen werden der Vergangenheit angehören,- nur das Teufelsgold überlebt!!
Bald können möglichst viele Menschen in des Landes Garten schauen. In der Hölle gibt es wegen Wassermangel keine Blumen.
Sonst würden alle dort glücklich und sentimental werden.
Ein neuer Unterteufel, der auf Erden Laubenpieper war, litt sehr darunter. Daher durfte er die Porzellan - Abteilung betreuen. Er sah dort erfreut eine Rose auf einer Vase und der Duft dieser Blume geisterte noch von seiner Rosen-Hochzeit in ihm. Als ein Gärtner mit einer schon fast vertrockneten Rose im Knopfloch, die von einer Geliebten ihm noch als letzter Gruß angesteckt wurde, in die Hölle kam, bat er um das vertrocknete Relikt.
Das hatte hier „Teufel sei Dank“ niemand mitbekommen.
In seinem Gärtlein, wo Bilsenkraut, Schierling, Fingerhut, Nachtschatten und was sonst noch giftig ist, gehütet wurde, pfropfte er das Rosenauge auf. - Und es gedieh!
Doch der Herr und Gebieter hatte eine feine Nase und suchte verwirrt nach der Ursache. Als er sie fand, schlotterten dem Unterteufelkandidaten die Knie und mehr.
Wie kommst du Harmoniesüchtiger nur hierher? Haben die vom Arbeitsamt geschlafen oder hat ihr PC geklemmt? Gebe es diese Höllenmaschine nicht, hätten viele knusprige Sekretärinnen noch Lohn und Brot. Alle teuflischen Erfinder können auch Selbsttore des Fortschritts schießen, aber sie arbeiten und erfinden alles für mich! - Alles meine Leute, sagte sich der Teufel und kicherte.
Gut gelaunt meinte er zum Unterteufel gebeugt, dich wird kaum eine andere Hölle nehmen, ich werde dich behalten, aber als Rosenzüchter muss der Duft zurückgezüchtet werden, weil ich allergisch darauf bin.
Geguckt werden darf ja hier in der Hölle, -
das mussten die Gattinnen einst auch schon dulden. Das Parfum einer anderen aber wurde gewittert. Wo immer die Ewigkeit beginnt, - weit weg ist sie nicht!
Die hier nicht ausgelasteten Unterteufel verlease ich auf Zeit zur Landesgartenschau in Rathenow, um dort den Sprayern die Wollust zu vergällen und ihr Wüten im Zaum zu halten. Ehe diese Burschen zu Taten schreiten, soll mein langer Schwanz sie um Pinsel und Dosen schlagen, dass sie wochenlang nach Schwefel stinken.
Ich hoffe den Schwefel in Bälde billig zu bekommen, wenn die Biogasproduktion im Heidefeld hinhauen und anlaufen wird. Dann ist diese Gegend wieder im Kommen und ganz ohne Segen von oben. Die Landwirtschaft wird profitieren wie die Windradmüller, der verschobene Äquator hilft dem Solaren.
Die nach Norden ziehende Sahara wird alles vermasseln. Viele Völkerwanderungen wurden schon vom Klima ausgelöst und da wären selbst die heutigen Naturschützer machtlos, wenn alle Welt unter den Wanderdünen versanden würde. Spätere Archäologen hätten wieder etwas zum erbuddeln, doch alle müssten ihr Bündel zu neuen Ufern schnüren mit Kamelen oder selbst gut zu Fuße sein.
Alles hat seine Zeit, so heißt es bei der Konkurrenz.
Meine Zeit hat auch seine Ewigkeit!
Doch ohne Menschheit hätte auch ich keine Leute.
Allenthalben wird nun von Reformen gefaselt.
Die Gegenfirma denkt sogar an eine neue Erde wie nach der Sintflut. Einige Faunenschnitte hat der Planet ja schon hinter sich und wo wir das Problem mit der sich hemmungslos vermehrenden Menschheit haben, wäre über ein „Danach“ nachzudenken. Da mache ich mir aber keinen Kopf, dass tun die „Stegreinwisser“ von früh bis spät. Ich lege denen die Steine wie schon immer in den Weg und achte darauf, selber nicht zu stolpern.
Als Teufel bin ich ja ein bereits Gefallener und schon auf der richtigen Seite. Wenn die Leute knapp werden, muss auch der Teufel seine Weichen stellen. Entweder wird in die Kerbe der Optimisten gehauen, was überhaupt nicht meine Art wäre oder es müssen vollkommen neue Wege bestritten werden.
„That is my way!“, wurde ja schon für einen Fuchs gesungen!
Seit vor einem halben Jahrtausend am Friesacker Kirchturm
mein Sack am Kreuz der Turmspitze zerriss und alle der Bredow Sippe hinaus gepurzelt waren, um sich
im Havelland niederzugelassen, halte ich nichts mehr vom Leinen, sondern schaffe mir wie der Jüterbocker Schmied einen Sack aus Ziegenleder an. Die damaligen Sackspringer hatten Jahrhunderte lang das Sagen im Havelland gehabt, bis ein anderer Teufel ihnen die Richtung wies.
Nichts ist ewig auf der Welt, solange die Pendel schwingen.
Andere „Richtungsbestimmer“ sind heute am Zuge.
Die passen nun auch wieder nicht allen in die Landschaft.
Die Tüchtigen denken nur an ihre Rente. Sie hoffen auf ein Altwerden und stapeln, wie viele vor ihnen, um dann nicht alt zu werden.
Alt werden nur die „Hierbleiber“, die schon immer alt aussahen und die nicht von ihnen gesäten Früchte ernten oder ernten lassen.
Von den Schildbürgern weiß man, dass sie einst in der Ferne als Ratgeber begehrt waren, bis ihre Frauen ihre ständige Abwesenheit satt hatte, weil sie sich sehnten. Darum legten ihre Männer den Hebel um und machten auf naiv und einfältig. Als erstes rissen sie die Schule ab, um ihrem Nachwuchs keine Blüten treiben zu lassen, denn der war schon Blüte genug. Mit dem hatten die Lehrkörper ihre liebe Not gehabt, doch fallen Äpfel, auch die der Erkenntnis, nie weit vom Baume, wegen der Gene der Vergangenheit, in denen die tollsten Ideen stecken. Einst gaben sie den Backsteinen ein kleineres Format. Es passte besser zu ihren Pranken und sie lebten ohnehin auch auf kleinerem Fuße als die großpfotigen Mönche!
Mit der Brille kam eine neue Schärfe unter die Leute, die Frauen bekamen auch spitzere Zungen, weil sie alles besser mitkriegten. Das Schießpulver in Premnitz war wieder auf meinem Mist gewachsen. Danach kam die Kunstseide und anderes Gespinst!
Auch diese Zeit hatte die ihre gehabt! Nun habe ich ihnen die Idee mit dem Einweben kleiner Schwefelkörner eingegeben, womit sie selbst mein Höllenfeuer vertragen würden. Etwas schwimme ich auf der Erfinderwelle mit, obwohl das Wasser nicht meine Masche hat.
Die Menschen zieht es immer zum Wasser, ich weiß nicht warum, - doch ich ahne es.
Nun wollen sie den Fluss sogar wieder zurückbauen.
Sie tragen wie einst die Schildbürger wieder das Licht mit Säcken ins Rathaus wegen der Erleuchtung, wo der Bürgermeister sich mit dem „Überihn“, um alles was so anfällt, dann rangelt.
Man nennt es in der Stadt Paradoxie.
Keiner weiß worum es geht, doch alle machen mit!
Die ohne Beamtenpensionen zum Wohlstand kommen wollen, die machen dem Rathaus Licht ans Fahrrad oder flüstern ihnen ins Ohr.
Die teuren Radwege dienen der energiesparenden Fortbewegung.
Wer sich in Wald und Flur fortbewegt, der könnte sich dabei auch Fortpflanzen, um Geburten und Steuerdefizit des Staates zu beheben.
Tut Smarties zwischen die Pillen und die Sache liefe.
Noch andere Einfälle könnte ich den Leuten hier einflüstern. Wo niemand etwas außer mir zu sagen hätte, klappt alles bestens. Verlasst das Gesetz und nehmt meine Gesetzlosigkeit.
Nennt euch „San Ratino!“
Fromm tun hat nie geschadet.
Münzen und Briefmarken würden den Wohlstand bringen wie anderswo, wo man meinen Rat erhörte. Als Steueroase wie Monaco, Andorra und andere Kleinstaaten, würden streunende Gelder haufenweise herkommen, von denen genug abfiele.
Alle könnten täglich blau sein, weil das Blau europäisch ist und deren Sterne die Sterntaler des Reichtums weniger Spekulanten sind. Da ich immer auf den größten Haufen scheiße, -
ist allerdings der Reichtum schnell wieder kopflastig verteilt.
Es ist und bleibt das alte Lied!
Die Anfänge meiner neuen Idee sieht man schon im Stadtbild.
Vor den öffentlichen Gebäuden sind die Papierkörbe blau gestrichen worden, damit sie nicht wie die gelben als Briefkästen benutzt werden. Als Mülleimer dienen sie denen, die Gebühren sparen zu wollen.
Die Sparsamkeit ist immer ein Selbsttor, wenn erhoffte Gewinne ausbleiben und dadurch die Preise steigen. Es ist und bleibt ein ewiges Haschen nach Wind, nach dem Wind, der meiner Firma dient.
Vor den Toren sollten wieder Schranken der Kontrolle dienen.
Direkte Kontrolle war stets besser gewesen.
Vor die Schranke käme ein blaues Schild:
San Ratino
Höllischer Kreis
Betreten auf eigene Gefahr
Kinder haften für ihre Eltern
Hier gäbe es die erste kindische Republik!
Denn wer seine Tore öffnet, der kann seinen Laden zu machen!
Nur wer seine Mäuse hier lassen will, der darf herein!
Beginnen wir mit dem in den Garten schauen!
Bunte Farben locken an. Schwarz, rot, rosa, gelb und grün sind nicht gefragt, - blau ist und bleibt Spitze. Den Blauen gehört die Zukunft.
Wer rechtzeitig am Alkohol einduselt, hat kein Rentenproblem.
Im Golfhotel ist sogar die Teilzeit blau in den „Blauen Stunden. “Wer nur rechnet, wie viel und wie lange er am Rententropf hängt, wird zum Verrechner, - er schätzt nur mit seinem Schätzchen.
Immer kommt es anders als gedacht, auch in meiner neuen Hölle.
Bei mir sind die Leute auch nur anders unzufrieden!
Es gibt keine Menschheit, die zufrieden ist!
Das ist doch mein Werk und Ziel!
Daran arbeite ich schon seit der Menschen Affenzeit.
Noch immer flüchten viele auf die Bäume, wenn der Wald gefegt wird!
Dort und auf der Heidi fühlen die Leute sich immer am wohlsten.
Darum ist von denen auch kein Mangel bei mir in der Hölle.
Gerne hole ich mir die staatstragenden Eliten, weil sie auch in der Hölle etwas los machen! Die können nicht anders!
An denen habe ich seit Olims Zeiten meinen größten Spaß!
Fotos/Grafiken: wodtke-media, Günter Thonke
Redaktionell bearbeitet am 22.11.07 von Robby Schmalz
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