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Aus unserer Heimatgeschichte
Ist Bützer der älteste Ort in unserem Kreis?

von Gerhard Seiffert

Bützer ist wahrscheinlich der Ort, der schon im Jahre 946 von Otto dem Großen dem Bistum Havelberg unter dem Namen Podesal übereignet wurde. Noch im Jahre 1150 wird der Ortsname erwähnt. Im erzbischöflichen Lehnsregister aus den Jahren 1370 bis 1400, Blatt 50a, steht aber schon Buczer, Das Dorf ist ein altes Fischer und Bauerndorf, und es gibt noch eine Feldmark, die als Kietz bezeichnet wird. Da es sich bei vielen Kietzen um abgesonderte Ortsteile handelt, kann man annehmen, dass sie entweder slawische Zwischenausbauten während der Kolonialzeit darstellten oder aber die Ursiedlungen waren, neben denen sich dann die Deutschen anbauten.
Von Milow aus erreicht man nach Überquerung der Stremmebrücke nach etwa einem Kilometer den Havelort. Die Stremme, ein Überbleibsel des Magdeburger Urstromtalbettes, hat sich hier deltaförmig zwischen Milow und Bützer bis zum Premnitzer Fenn ausgebreitet. Sumpf und Morast rechts
und links von Milow lassen dies bei Hochwasser erkennen. Dazwischen gibt es einige Ziegelei BützerTonablagerungen. Eine geplante Eisenbahnverbindung zwischen Milow und Premnitz vor etwa b5 Jahren konnte wegen des stark versumpften Geländes nicht ausgeführt werden. Zur Wendenzeit gehörte der Ort Milow mit seiner Grenzburg zum Gau Morzane. Grenze war die Stremme, die sich bei Hochwasser über die Nachbargemeinde Bützer hinaus ausdehnte. Demgegenüber gehörte Bützer zum slawischen Zemzizi. Die Wenden haben nicht nur Dörfer,, sondern auch Burgen und Wälle errichtet. Von Milow kommend, haben wir zur linken Seite am Ortseingang von Bützer den so genannten Kietz, ein wallartiges Gelände. Es erhebt sich die Präge, ob zur Wendenzeit zwischen diesen beiden Grenzgauen nicht nur in Milow, sondern auch in Bützer eine Burg gestanden hat: Vor Jahren soll man auf dem Grundstück des ehemaligen Gutsgeländes beim Neubau eines Stalles auf ein kreisförmiges Fundament aus Klosterformatsteinen gestoben sein, das auf ein früheres Vorhandensein eines Burgturmes hindeutete. Früher befand sich hier das Treskowsche Rittergut, das allmählich verkauft wurde. Die daraus entstandenen Ackerhöfe wurden später bis auf wenige parzelliert. Den Haupterwerb fanden die Einwohner dann in der Ziegelproduktion, durch die sich die Einwohnerzahl des Ortes verdoppelte. 1890 zählte Bützer 611 Einwohner. In die Schule gingen zu dieser Zeit etwa 125 Schüler.
In vier Ziegeleien wurden damals im Ort Steine und Dachziegel gebrannt. Es waren die Betriebe Witte und Co., Hummel und Drews, die Voigtsche und die Schellersche Ziegelei. Außer der erstgenannten waren alle drei Betriebe bis 1918 abgerissen, weil die Tonvorkommen eine rentable Produktion nicht mehr zuließen. Die Dachsteinziegelei Witte und Co., seit 1959 volkseigen, an die heute nur noch ein unter Denkmalschutz stehender Schornstein erinnert, stellte 1966 die Produktion ein. Die Tonerde wurde aber schon aus Havelberg mit Lastkähnen nach Bützer gebracht. Auch der Bauzustand der Produktionsstätte gestattete keine weitere Produktion mehr.

Autor: Gerhard Seiffert, Januar 1985

Redaktionell bearbeitet am 27.11.07 von Robby Schmalz

 


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