Vom märkischen Aberglauben
von Erika Guthjahr (†)
Wer ein "Deigelbeen" gefunden hat, kann nach märkischem Aberglauben damit Krankheiten heilen.
Dieses "Bein" ist der Fuß eines Dreibeintopfes mit einer Höhe von 20 bis 30 cm, Grapen genannt. Seine Form erklärt sich aus der alten Art des Kochens, bei der das Gefäß in das offene Feuer gestellt wurde. Durch die Füße erhöhte sich der Abstand des Topfrandes von den Flammen. Seit dem 12. Jahrhundert taucht der Grapen oder Tiegel in unserer Gegend auf. Plattdeutsch heißt es Deigel.
Wer also entsprechende übersinnliche Kräfte und ein "Deigelbeen" besaß, musste mit diesem über die kranke Stelle streifen und einen entsprechenden Vers dazu sagen.
Zum Blutstillen lautete der Spruch: „In meines Vaters Garten, da stehn drei Blümelein. das eine heißt Blutstropfen, das andere Blutstopfen, das dritte heißt Blutstillestehn."
Quelle/Foto: Erika Guthjahr (†)
Redaktionell bearbeitet am 27.11.07 von Robby Schmalz
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